Experte Korte: "Versuchung des Autoritären"
Parteienforscher Karl-Rudolf Korte erklärt: "Die Mitte insgesamt verliert", spricht von "Volksparteiruinen" und bezeichnet die Linke in Berlin als radikaler als in anderen Bundesländern.
20.09.2026 | 1:26 minKorte: "Die Mitte insgesamt verliert"
Bei den jüngsten Wahlen könne man beobachten, dass die "Mitte insgesamt verliert", sagt Korte. Zudem gebe es eine "Versuchung des Autoritären". Offenbar greife es, "das Radikale zu machen", und zwar sowohl auf der extrem linken als auch extrem rechten Seite des Spektrums. Auf der linken Seite seien das "sozialistische Vorstellungen: Vergesellschaftung, Enteignung". Bei den Rechten sei es die "Volksgemeinschaft".
Wir haben fast schon Volksparteiruinen, wenn man mal von dem besonderen Ergebnis der SPD in Mecklenburg-Vorpommern absieht, zu beobachten.
Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte
Merz' Statement um kurz nach 18 Uhr zeige, unter welchem "Autoritätsverfall" der Kanzler leide, sagt Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte.
20.09.2026 | 1:17 minAuftritt von Kanzler Merz "außergewöhnlich"
Dass Bundeskanzler Friedrich Merz direkt nach der Veröffentlichung der ersten Wahlprognosen vor die Kameras getreten ist, ordnet Korte als "ganz außergewöhnlich" ein.
Das zeigt, unter welchem Autoritätsverfall er schon leidet offenbar.
Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte
Merz habe erleichtert gewirkt, für dieses Jahr "endlich alle Wahlen hinter sich zu haben" und dass nun einige Monate bis zu den nächsten Landtagswahlen blieben.
Der Kanzler habe, so Korte, ein "Zeichen für eine aufbruchsbereite politische Mitte" setzen wollen, "jetzt mit großer Radikalität die Reformen durchzusetzen mit den zwölf Stimmen Mehrheit im Bundestag".
Im Norden sei die CDU zerrieben worden im Zweikampf zwischen SPD und AfD, bilanziert Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Der Rückenwind der Bundespolitik habe gefehlt.
20.09.2026 | 4:38 minLinke in Berlin radikaler als anderswo?
Die Linke ist nach Einschätzung des Experten Korte in Berlin "nicht so moderat, wie sie uns im Bund bislang vorgekommen ist". Auch innerhalb der Partei habe es viele Auseinandersetzungen - und auch Austritte - gegeben wegen des Umgangs der Linken mit Antisemitismus-Vorwürfen und einem dementsprechenden politischen Kurs in Berlin.
Sie ist auf jeden Fall radikaler, keine moderate Linke wie wir in anderen Bundesländern sie so auftreten sehen.
Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte






Regierungsbildung in Mecklenburg-Vorpommern "sehr schwer"
Sollte das BSW in den Landtag in Mecklenburg-Vorpommern kommen, werde eine Regierungsbildung "sehr schwer", sagt Korte. Es sehe nicht nach einer Minderheitsregierung aus:
Die bräuchte ja ab und zu Mehrheiten - da gibt's keine Partnerschaften.
Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte






Zudem habe die Verfassung in dem Bundestag eine Besonderheit: "Nach der Konstituierung des Landtags, vier Wochen später, muss die Regierung gewählt werden. Wenn sie nicht eine Mehrheit findet, gibt es Neuwahlen."
Am Ende des Wahlabends stehen sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene also erst einmal große Aufgaben auf dem Plan. Welche Regierungskonstellationen sich für Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ergeben, wird sich in den kommenden Tagen und Wochen zeigen.
Zusammenfassung von Annika Heffter.
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