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Thursday, September 17, 2026

Huthi-Miliz: Drei Gründe für ihren Vormarsch

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Saudi-Arabien ist wieder von der pro-iranischen Huthi-Miliz angegriffen worden. Bei Attacken auf zivile Ziele in mehreren Städten soll es mehrere Verletzte gegeben haben.

15.09.2026 | 1:41 min

Grund 1: Unterstützung durch Iran

Im Bürgerkrieg im Jemen setzen die Huthi die Regierung immer stärker unter Druck. In dem Land kämpft die international anerkannte jemenitische Regierung gegen die Huthi-Miliz. Doch die Regierung ist gespalten - das erschwert die militärische Koordination und schwächt die Streitkräfte.

Außerdem haben die Huthi einen starken Unterstützer: Iran. Dieser habe die Miliz auch befähigt, sich selbst mit Waffen zu versorgen, erklärt Sicherheitsexperte Hans-Jakob Schindler im ZDFheute-Interview: "Am Anfang wurden ganze Raketen nach Jemen geschafft, dann wurden Kapazitäten der Huthi geschaffen, dass sie die Raketen und Drohnen selbst zusammenbauen können, sodass sie praktisch nur noch Teile aus dem Iran brauchen."

Was sie von Iran brauchen, finde seinen Weg über Schmuggelrouten, so Schindler, zum Beispiel mit Schnellbooten über die omanische Küste.

Die Huthi-Miliz besetzt die Rotmeer-Küste im Jemen und setzt damit Saudi-Arabien massiv unter Druck. "Die Situation für die Menschen vor Ort ist wirklich katastrophal", sagt ZDF-Reporterin Jenifer Girke.

15.09.2026 | 3:06 min

Grund 2: Huthi haben strategischen Vorteil erkannt

Laut Schindler haben die Huthi einen strategischen Vorteil erkannt und perfekt ausgenutzt. Aktuell seien die Huthi physisch auf der Insel Mayun und zwei kleineren Inseln in Bab al-Mandab: "Wenn die Huthi auf dieser Inselgruppe sind, können sie eben links oder rechts mit wenig Abstand Schiffe beschießen."

Sie seien in der Position, Schiffe in beide Richtungen zu treffen, denn jedes Schiff, das durch die Meerenge fahre, müsse diese Inselgruppe passieren.

Eine wichtige saudische Ölpipeline wurde nach Drohnenangriffen vorsorglich abgeschaltet.

12.09.2026 | 1:19 min

Zwar sagen die Huthi, nur saudische Schiffe seien gefährdet. Doch allein das Risiko, das ihre Präsenz darstellt, reiche aus, um den Schiffverkehr erheblich zu beeinträchtigen. "Präsenz und die Drohung langen, weil es nicht darum geht, zu zeigen: Wir können jedes Schiff beschießen", so Sicherheitsexperte Schindler. "Es geht auch nicht darum zu zeigen: Wir können jedes saudische Schiff beschießen."

Es geht primär darum, den Schiffen die Durchfahrt durch den Suezkanal zu teuer zu machen.

Hans-Jakob Schindler, Sicherheitsexperte

Die Schiffversicherer könnten enorme Summen verlangen und die ersten Schiffe würden schon den langen Weg über Afrika nehmen, so Schindler. Das treibe die Preise - auch in Europa - in die Höhe.

Die Huthi-Rebellen wollen den Jemen kontrollieren und auch darüber hinaus. "Mit pragmatischen Machtinteressen" zielen sie auf das Rote Meer, so Nahostexperte Daniel Gerlach.

14.09.2026 | 5:02 min

Grund 3: Schutzmacht USA springt Saudi-Arabien nicht zur Seite

Saudi-Arabien führt zwar gezielt Luftschläge auf Huthi-Stellungen durch, doch ist damit wenig erfolgreich. Es zögere aber auch, weiterzugehen, so der Experte Schindler: "Saudi-Arabien scheint im Moment nicht willens zu sein, eine komplette Eskalation wieder in Kauf zu nehmen, also auch wieder Bodentruppen wie in der Vergangenheit Richtung Jemen zu schicken."

Früher konnte sich Saudi-Arabien auf die USA verlassen, doch die sind zu sehr mit den Zwischenwahlen und Iran beschäftigt, erläutert die Nahost-Expertin Bente Scheller:

Für Trump ist vielleicht das Problem, dass er im Moment viel zu viele Dinge auf einmal zu erledigen hat und aus dem wichtigsten Konflikt, nämlich dem mit Iran, nicht als Sieger hervorgegangen ist.

Bente Scheller, Nahost-Expertin

Solange der Krieg mit Iran weitergeht, sei es unwahrscheinlich, dass die USA eine zweite derartige Militäroffensive starten, so Scheller.

Die Preise für Sprit, Gas und Öl steigen weltweit und die Kämpfe auf der Arabischen Halbinsel verschärfen die Lage.

15.09.2026 | 0:21 min

Ein möglicher Rückzug der Schutzmacht USA besorgt auch die Länder in der Region. Von dort kommen lediglich diplomatische Signale. Im UN-Sicherheitsrat erklärte der saudische Botschafter Abdulaziz Alwasil jüngst, die Angriffe der Huthi würden nicht nur Saudi-Arabien gelten: "Sie gefährden die Sicherheit der Region sowie eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten, und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen reichen bis in die meisten Teile der Welt."

Eine Lage, mit der Saudi-Arabien noch alleine gelassen wird. Genau das nutzt die Huthi-Miliz aus - auch zum Vorteil Irans und zum Nachteil aller, die auf saudisches Öl angewiesen sind.

Jenifer Girke ist Reporterin im ZDF-Studio Kairo.

Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, darunter heute Xpress am 15.09.2026 ab 09:00 Uhr.

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