Speicher für Balkonkraftwerk im Test: Bluetti Balco 260 lädt auch per AC
Vier starke PV-Eingänge, AC-Überschussladen und USV: Der Balco 260 ist vielseitig. Bei 800 W arbeitet er effizient, bei 200 W fällt die Energieausbeute ab.
Wer einen Speicher für sein Balkonkraftwerk sucht, muss sich meist zwischen zwei Konzepten entscheiden: Solarmodule direkt am Speicher anschließen oder einen reinen AC-Speicher nachrüsten, der den Überschuss einer bereits vorhandenen PV-Anlage oder eines Balkonkraftwerks aus dem Hausnetz aufnimmt. Der Bluetti Balco 260 kombiniert gleich beide Möglichkeiten. Das macht ihn besonders für Haushalte interessant, die ihre vorhandenen Solaranlagen um einen Speicher mit zusätzlich angeschlossenen PV-Modulen erweitern möchten.
In der Haupteinheit steckt ein LiFePO4-Akku mit nominell 2,56 kWh. Eine Erweiterungsbatterie BC260 ergänzt weitere 2,56 kWh. Wir haben genau diese Kombination mit insgesamt 5,12 kWh getestet. Laut Bluetti lassen sich bis zu fünf Erweiterungsakkus an einer Haupteinheit betreiben, womit maximal 15,36 kWh erreicht werden. Für ein gewöhnliches Balkonkraftwerk dürfte die von uns getestete Ausbaustufe bereits reichlich Reserven bieten.
Vier unabhängige MPPT-Eingänge nehmen laut Hersteller zusammen bis zu 2400 W Solarleistung auf. Gleichzeitig kann der Balco über den Netzanschluss laden und Energie in den Haushalt abgeben. Gerade die Verbindung aus direktem PV-Laden, automatischer AC-Überschussaufnahme und Smart-Meter-Regelung ist sein wesentliches Unterscheidungsmerkmal.
Bilder: Bluetti Balco 260
Speicher für Balkonkraftwerk: Bluetti Balco 260
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Speicher für Balkonkraftwerk: Bluetti Balco 260
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Speicher für Balkonkraftwerk: Bluetti Balco 260
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Bluetti-App: Einrichtung und Einstellungen
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Bluetti Balco 260 unterstützt den Shelly Pro 3EM. Die App bietet Einblicke in die Energieproduktion.
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Stabiles Gehäuse, stapelbare Akkuerweiterung und passive Kühlung
Die Konstruktion ist auf einen stationären Einsatz ausgelegt. Bluetti nennt für die Haupteinheit rund 28 kg Gewicht und Abmessungen von etwa 476 × 260 × 336 mm.
Der Balco 260 setzt auf Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LiFePO₄/LFP), für die der Hersteller mehr als 6000 Ladezyklen angibt. Welche Restkapazität nach dieser Zyklenzahl zugrunde liegt, ist in den verfügbaren produktspezifischen Herstellerunterlagen nicht eindeutig beschrieben. Bluetti bewirbt den Balco 260 zudem mit zehn Jahren Garantie. Die konkreten Garantiebedingungen sind dabei zu beachten.
Das Gehäuse ist nach Herstellerangaben gemäß IP65 geschützt. Wir haben den Balco 260 dennoch wettergeschützt in einer Garage aufgestellt.
Die Kühlung arbeitet passiv, also ohne Lüfter. Im Test fiel das positiv auf: Der Balco ist in Betrieb praktisch lautlos. Auch unter den höchsten Lade- und Entladeleistungen war keine störende Geräuschentwicklung wahrnehmbar. Die Temperaturentwicklung an den rückseitigen Kühlrippen blieb dabei immer im normalen handwarmen Bereich.
Unser Testaufbau arbeitet nun bereits seit mehreren Monaten stabil im Alltag. Daher fällt der Praxiseindruck sehr positiv aus.
Vier MPPTs: Direktes Laden mit bis zu vier Solarmodulen
Beim Betrieb mit direkt angeschlossenen PV-Modulen ist der Balco mehr als ein reiner AC-Nachrüstspeicher. Jeder der vier Eingänge besitzt einen eigenen MPPT. Dadurch lassen sich die PV-Module sehr oft effizienter betreiben, gerade bei unterschiedlichen Einstrahlungsverhältnissen durch Modulausrichtung oder Verschattung.
In unserem Test haben wir sowohl zwei als auch vier Solarmodule mit jeweils rund 500 Wp direkt angeschlossen. Diese Konfigurationen funktionierten im praktischen Betrieb. Auch der PV-Passthrough arbeitete sauber: Wir beobachteten dabei Leistungen von bis zu rund 1200 W, sobald der Akku vollgeladen war. Einen eigenen DC-Ladewirkungsgrad haben wir mangels geeigneter Messtechnik nicht bestimmt.
Wie viele Module sinnvoll sind, hängt von Speichergröße, Tagesverbrauch, Ausrichtung und Verschattung der PV-Module und natürlich auch der Jahreszeit ab. Zwei Module mit jeweils etwa 500 Wp lieferten in unserem Set-up an perfekten Sommertagen zusammen bis zu 6,90 kWh. Für unseren getesteten Speicherausbau mit 5,12 kWh ist das bereits eine beachtliche Energiemenge. Von 5 auf 100 Prozent SoC umfasst das rechnerische Speicherfenster ca. 4,86 kWh, noch ohne Ladeverluste. Für das Laden von 5 auf 100 Prozent SoC könnte überschlägig ein PV-Tagesertrag von etwa 5,30 bis 5,50 kWh ausreichen. Da wir den Wirkungsgrad des direkten PV-Ladens nicht gemessen haben, ist dies lediglich eine Schätzung.
Mit vier 500 Wp PV-Modulen, also zusammen etwa 2 kWp, steht noch einmal deutlich mehr Reserve zur Verfügung. Gerade morgens, abends oder bei wechselhaftem Wetter ist das hilfreich.
Bluetti Balco 260 bietet vier MPP-Tracker mit bis zu 2400 W. heise bestenlisten
AC-Überschussladen mit Shelly funktioniert
Die zweite Stärke des Balco 260 ist das Laden aus dem Hausnetz. Damit ist nicht nur das klassische Netzladen mit einem dynamischen Stromtarif zu günstigen Tarifzeiten möglich. Ein vorhandenes, separat arbeitendes Balkonkraftwerk oder eine weitere PV-Anlage kann ebenfalls Überschuss erzeugen, der über den AC-Anschluss ins Hausnetz gelangt und vom Balco 260 aufgenommen werden kann.
Hier ist die Unterscheidung wichtig: Beim direkten PV-Laden liefern die Module Gleichstrom an die MPPT-Eingänge des Balco. Beim AC-Überschussladen wurde der Solarstrom dagegen bereits durch einen anderen Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt. Der Balco lädt seinen Akku dann über den Netzanschluss. Damit lässt sich eine bestehende Solaranlage weiterverwenden, ohne deren DC-Verkabelung auf den Balco umzubauen.
Das automatische AC-Überschussladen mit Shelly haben wir erfolgreich getestet. Der Speicher erkennt den über den Smart Meter erfassten Überschuss und nimmt ihn zum Laden auf. Steigt später der Haushaltsverbrauch, kann er wieder Energie abgeben. Die automatische Regelung arbeitete in unserem Test zuverlässig und hinterließ einen einwandfreien Eindruck.
Laut Bluetti lassen sich bis zu fünf Erweiterungsakkus an einer Haupteinheit betreiben, womit die Lösung eine maximale Kapazität von 15,36 kWh bietet. heise bestenlisten
AC-Laden bis 1200 W, netzgekoppelte Leistung je nach Einstellung
Die Maximalleistung für das AC-Laden lässt sich zwischen 0 und 1200 W einstellen. Diese Leistung kann aus dem Stromnetz stammen oder als Solarüberschuss einer anderen, bereits AC-gekoppelten PV-Anlage zur Verfügung stehen.
Bei der netzgekoppelten Einspeisung unterscheidet Bluetti die Nennleistungsvarianten mit 800, 1000 und 1200 VA. Laden und Einspeisen sind verschiedene Betriebsrichtungen; die tatsächlich zulässige Netzeinspeisung hängt von der Anmeldeform (vereinfacht im Marktstammdatenregister bis 800 W vs. als formelle PV-Speicheranlage mit Fachkraft über 800 W) und der elektrischen Installation ab. Unsere ausführlichen Wirkungsgradmessungen erfolgten bei rund 800 W. Damit können wir die Energieausbeute dieses Lastpunkts sehr gut bewerten.
Für Deutschland ist diese Unterscheidung auch rechtlich wichtig. Die vereinfachten Sonderregeln für Steckersolargeräte setzen grundsätzlich höchstens 2000 W installierte Modulleistung und insgesamt maximal 800 VA Wechselrichterleistung voraus. Eine bloße Begrenzung einer technisch höher einstellbaren Anlage auf 800 W genügt nicht in jedem Fall. Für Varianten oberhalb 800 VA sind Anschluss und Anmeldung daher gesondert zu klären.
Mit 1200 VA bewegt sich der Balco zwischen zwei Klassen: Die vereinfachten Steckersolarregeln greifen für diese Leistungsvariante nicht, während leistungsstärkere AC-Speicher bei regulärem Anschluss teils 1500 oder 2400 VA bieten. Wer diesen zusätzlichen Anschlussaufwand ohnehin auf sich nimmt, erhält gegenüber 800 VA beim Balco nur 400 VA mehr Einspeiseleistung. Hier bieten Zendure Solarflow 2400 Pro und Anker Solix Solarbank 4 mit 2400 Watt respektive 2500 Watt Einspeiseleistung deutliche mehr.
Bluetti Balco 260 unterstützt den Shelly Pro 3EM. Die App bietet Einblicke in die Energieproduktion. heise bestenlisten
App und Energiesteuerung: Shelly funktioniert, Blue Bot angekündigt
In der Bluetti-App lassen sich Ladezustand, Lade- und Entladeleistung sowie Energieflüsse verfolgen. Hinzu kommen Einstellungen für das AC-Laden und die Steuerung über den Smart Meter. Für den Test- respektive Alltagsbetrieb war primär der „self-consumption“ Eigenverbrauchsmodus im Zusammenspiel mit dem vorhandenen Shelly Pro 3EM relevant: Erkennt der Shelly PV-Überschuss, lädt der Balco über AC; entsteht Netzbezug, speist er entsprechend ein. Das funktionierte in unserem Test zuverlässig.
Während des Testzeitraums hatte die App gelegentlich Schwierigkeiten, aktuelle Leistungs- und Verbrauchsdaten korrekt anzuzeigen. Der eigentliche Speicherbetrieb war davon jedoch nicht betroffen: Auch wenn die App zeitweise keine oder unvollständige Daten darstellte, funktionierten das automatische AC-Überschussladen und die Einspeisung im Eigenverbrauchsmodus weiterhin zuverlässig. Mit Softwareupdates wurden die Anzeigeprobleme im Laufe des Langzeittests behoben. Die stabil laufende Speicherfunktion ist deshalb klar von den zeitweiligen Problemen der App-Oberfläche zu unterscheiden.
Bluetti bewirbt für den Balco 260 außerdem bereits mit Bluetti Space. Darüber können laut Hersteller bis zu sechs Balco-Systeme drahtlos über WLAN koordiniert werden. Mit entsprechend erweiterten Akkus soll eine Gesamtkapazität von rund 92 kWh möglich sein. Die Systeme teilen sich dabei Lasten und können ihre Speicherstände aufeinander abstimmen. Laut Bluetti lässt sich die gemeinsame Netzeinspeisung begrenzen. Eine Einspeisebegrenzung auf 800 W allein erfüllt jedoch nicht automatisch die Voraussetzungen für die vereinfachte Anmeldung als Steckersolargerät. Dafür gelten zusätzlich die Grenzen von insgesamt 2000 Wp installierter PV-Leistung und maximal 800 VA Wechselrichterleistung an derselben Entnahmestelle. Die Mehrgerätefunktion haben wir nicht selbst getestet.
Daneben bewirbt Bluetti eine KI-gestützte Optimierung, die unter anderem Strompreise und Solarprognosen berücksichtigt. Deren tatsächlichen Nutzen haben wir nicht systematisch untersuchen können. Auf der IFA 2026 kündigte der Hersteller außerdem den Sprachassistenten Blue Bot als Teil eines umfassenderen AI-HEMS (Artifical Intelligence – Home Energy Managment System) an. Er soll Stromquellen, Verbraucher, Wetter und Tarife berücksichtigen und Lade- respektive Verbrauchspläne verständlicher steuerbar machen. Nach Angaben von Bluetti ist Blue Bot für die gesamte Balco-Serie vorgesehen, damit grundsätzlich auch für den Balco 260. Wann die Funktionen auf dem getesteten Modell verfügbar sein werden und welchen Umfang sie konkret erhalten, ist noch offen. Eine eigene Prüfung war daher nicht möglich.
Speicher für Balkonkraftwerk: Bluetti Balco 260 heise bestenlisten
Nutzbare Kapazität: Bei 800 W liefert der Balco 4,81 kWh
Für die AC-Energiemessungen verwendeten wir drei hintereinander geschaltete Energiezähler: einen Zigbee Smart Plug, einen Tasmota/Refoss P11 und einen Shelly Plug S Gen3. So konnte erkannt werden, ob ein einzelnes Messgerät wesentlich von den anderen abweicht. Ein kalibrierter Labor-Power-Analyzer wird dadurch allerdings nicht ersetzt. Die absolute Messunsicherheit bleibt entsprechend begrenzt bestimmbar.
Die Entladung erfolgte jeweils von angezeigten 100 bis 5 Prozent SoC. Bei nominell 5,12 kWh entspricht das rechnerisch einem 95-Prozent-Fenster von 4,86 kWh. Bei rund 800 W dauerte die Entladung 6 Stunden und 3 Minuten. Die Messgeräte registrierten 4,74, 4,81 und 4,87 kWh. Im Mittel gab der Balco damit 4,81 kWh AC-Energie ab. Die durchschnittliche Ausgangsleistung betrug rund 795 W.
Das ist ein ausgezeichnetes Ergebnis. Bezogen auf die nominellen 5,12 kWh konnten wir rund 93,9 Prozent als Wechselstrom entnehmen. Das rechnerische Verhältnis zum 95-Prozent-SoC-Fenster liegt bei rund 98,8 Prozent. Dieser Vergleichswert ist allerdings kein Wirkungsgrad.
Bei 200 W fällt die Energieausbeute spürbar ab
Für den typischen Grundlastbetrieb ist die Entladung mit kleiner Leistung mindestens ebenso relevant. Viele Haushalte benötigen nachts über längere Zeit nur einige Hundert Watt. Deshalb haben wir den Balco auch mit rund 200 W von 100 auf 5 Prozent SoC entladen.
Dieser Versuch dauerte circa 21 Stunden und 48 Minuten. Die drei Zähler ermittelten 4,28, 4,34 und 4,38 kWh. Der Mittelwert beträgt 4,33 kWh. Über die Laufzeit ergibt sich eine durchschnittliche Leistung von rund 199 W, also sehr nahe am vorgesehenen Lastpunkt.
Gegenüber dem 800-W-Test lieferte der Speicher auf Basis der ungerundeten Messwerte rund 0,47 kWh weniger. Das sind knapp zehn Prozent der bei 800 W abgegebenen AC-Energie. Bezogen auf die nominellen 5,12 kWh entsprechen 4,33 kWh rund 84,6 Prozent.
Eine gewisse Teillastschwäche in diesem eher niedrigen Leistungsbereich ist damit leider vorhanden. Ob die Differenz primär durch Wechselrichterverluste, längere Elektroniklaufzeit, Eigenverbrauch oder die interne SoC-Verwaltung entsteht, lässt sich aus diesen Messungen allein nicht bestimmen. Das Ergebnis ist für die Kaufentscheidung trotzdem relevant: Bei kleiner Dauerlast steht etwas weniger Strom zur Verfügung.
Zwei Ladungen mit 800 W und der Roundtrip-Wirkungsgrad
Auch die zum vollständigen Laden benötigte AC-Energie haben wir mit den drei Zählern erfasst. Von 5 bis 100 Prozent SoC benötigte der Balco bei rund 800 W in zwei vollständigen Durchgängen im Mittel 5,36 respektive 5,61 kWh. Der gemeinsame Mittelwert beträgt 5,49 kWh.
Aus 4,81 kWh AC-Abgabe bei 800 W und im Mittel 5,49 kWh AC-Ladeaufnahme ergibt sich – berechnet mit den ungerundeten Messwerten – ein abgeleiteter AC-Roundtrip von 87,6 Prozent. Verwendet man dieselbe Ladebaseline mit der bei 200 W abgegebenen Energie von 4,33 kWh, resultiert eine abgeleitete, nicht gepaarte Abschätzung von 79,0 Prozent.
Bluetti nennt eine AC-Umwandlungseffizienz von rund 96,1 Prozent. Diese Herstellerzahl darf nicht mit unserem vollständigen AC-zu-Akku-zu-AC-Roundtrip gleichgesetzt werden. Beim Roundtrip werden Lade- und Entladewandlung zusammen betrachtet.
Standby: Im Leerlauf rund 20 W aus dem Akku
Ohne angeschlossene Solarmodule und bei ausgeschaltetem Backup-Ausgang sank der angezeigte Ladezustand des Balco trotz bestehender Netzverbindung innerhalb von 40 Stunden und 44 Minuten von 61 auf 45 Prozent. Das entspricht einem SoC-Verlust von 16 Prozentpunkten. Shelly und AC-Messstecker zeigten dabei praktisch keinen kontinuierlichen Strombezug aus dem Netz.
Der Balco versorgt seine interne Elektronik in diesem Zustand offenbar überwiegend aus dem Akku. Deshalb lässt sich der tatsächliche Akku-Standby-Verbrauch mit den verwendeten AC-Messsteckern nicht direkt erfassen: Sie messen den Netzbezug, nicht die interne Energieentnahme aus dem Speicher. Aus dem SoC-Verlust und der nominellen Gesamtkapazität von 5,12 kWh errechnen sich rund 0,82 kWh respektive durchschnittlich etwa 20 W Standby-Verbrauch aus dem Akku.
Das ist ein deutlicher Leerlaufverlust. Allerdings handelt es sich um eine SoC-basierte Abschätzung, nicht um eine direkt gemessene Akkuenergie. Die Genauigkeit ist unter anderem durch die SoC-Anzeige und mögliche Korrekturen des Batteriemanagements begrenzt.
USV-Praxisprobe mit Computerhardware bestanden
Die am Gerät vorhandene Backup/Off-Grid Ausgangssteckdose haben wir auch praktisch als unterbrechungsfreie Versorgung genutzt. Angeschlossen waren unter anderem Computerhardware und Router. Beim simulierten Wegfall der Netzversorgung liefen die angeschlossenen Geräte ohne wahrnehmbaren Abbruch weiter. Damit hat der Balco 260 die für uns entscheidende USV-Praxisprobe bestanden.
Home Assistant: Freie lokale Leistungssteuerung noch eingeschränkt
Bluetti bietet inzwischen eine offiziell unterstützte Home-Assistant-Integration, die den Balco 260 in ihrer Geräteliste führt. Sie unterstützt laut Projekt unter anderem Ladezustand, Energieflüsse und Betriebsmodi. Für die Einrichtung ist eine Kontoverknüpfung mit dem Bluetti-Cloud-Dienst vorgesehen; die Integration führt daneben BLE-Unterstützung auf.
Für den lokalen Zugriff stellt Bluetti selbst eine Modbus-TCP-Dokumentation mit Registerangaben und Beispielen bereit. Darauf aufbauende Home-Assistant-Anbindungen stammen teilweise aus der Community. Die dokumentierten Möglichkeiten zur Telemetrie sowie zur Steuerung einzelner Funktionen sind jedoch nicht mit einer frei programmierbaren Leistungsregelung gleichzusetzen. Ein direkt beschreibbarer Watt-Sollwert für Laden und Einspeisen ist im bisher öffentlich dokumentierten Registerumfang nicht nachgewiesen. Zudem hängt die Verfügbarkeit des Modbus-Zugangs vom jeweiligen Modell und Firmwarestand ab. Gerade für Nutzer, die ihre eigene HEMS-Logik in Home Assistant umsetzen möchten, bleibt die freie lokale Leistungssteuerung damit eingeschränkt. Wir hoffen, dass Bluetti diese Möglichkeit künftig erweitert.
Akkuheizung: Winterbetrieb nicht geprüft
Laut Bluetti besitzt der Balco eine Akkuheizung. Diese lässt sich in der App ein- respektive ausschalten. Im sommerlichen Testzeitraum konnten wir weder deren Verbrauch noch das Ladeverhalten bei Frost sinnvoll prüfen. Über die tatsächliche Winterleistung treffen wir deshalb kein eigenes Urteil.
Preis
Für den Preis von aktuell 649 Euro erhält man einen ungewöhnlich flexiblen Speicher: vier starke PV-Eingänge, zusätzlich AC-Überschussladen, Smart-Meter-Regelung und die Erweiterungsmöglichkeit mit stapelbaren Batterien bis 15 kWh ergeben ein sehr stimmiges Konzept. Reine AC-Nachrüstspeicher können beim nachträglichen Einbau noch einfacher sein; klassische DC-Balkonspeicher konzentrieren sich dagegen meist nur auf direkt angeschlossene Module. Der Balco 260 verbindet beide Konzepte und ist damit besonders interessant, wenn bereits AC-gekoppelte Solarleistung vorhanden ist und weitere Module direkt angeschlossen werden sollen.
Fazit
Der Bluetti Balco 260 verbindet vier MPPT-Eingänge mit AC-Überschussladen über den Netzanschluss. Beides hat in unserem Test hervorragend funktioniert, ebenso die automatische Eigenverbrauchsregelung mit Shelly. Hinzu kommen ein modular erweiterbarer Akku, eine erfolgreiche USV-Praxisprobe mit sensiblen IT-Geräten sowie ein über mehrere Monate absolut stabiler und praktisch lautloser Betrieb.
Bei rund 800 W entnahmen wir aus der getesteten Kombination mit BC260 und nominell 5,12 kWh insgesamt 4,81 kWh AC-Energie. Der aus separaten Ladungen abgeleitete Roundtrip liegt bei 87,6 Prozent. Bei 200 W Entladeleistung sinkt die abgegebene Energie auf 4,33 kWh. Daraus ergibt sich auf Basis der separaten 800-W-Ladungen ein abgeleiteter, ungepaarter Roundtrip-Wert von rund 79,0 Prozent.
Wer sowohl direkt angeschlossene Solarmodule als auch den Überschuss einer bestehenden AC-PV-Anlage nutzen möchte, bekommt mit dem Balco 260 einen vielseitigen Speicher. Dieser bietet eine sehr gute Energieausbeute bei 800 W. Wer vor allem über viele Stunden kleine Lasten versorgen will, sollte die etwas geringere Energieabgabe einkalkulieren. Sie tritt bei 200 W Entladung auf.
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