Haushalte müssen mit deutlich höheren Heizkosten rechnen
Eine Studie rechnet mit steigenden Heizkosten in Deutschland. Vor allem fossiles Heizen wird teurer: Der Preis für Heizöl könnte wegen des Iran-Kriegs um 24 Prozent steigen.
22.09.2026 | 0:18 minDie Heizkosten in Deutschland dürften einer Studie zufolge für viele Haushalte zur Dauerbelastung werden. Im neuen "Heizspiegel" für 2026, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund erstellte, heißt es:
Besonders Heizöl und Holzpellets dürften deutlich teurer werden.
Aus der Studie von co2online
Leichte Entlastung bei Erdgas - vorerst noch
Beim Erdgas sieht co2online dagegen trotz der aktuell gestiegenen Großhandelspreise insgesamt eine leichte Entlastung. "Durch geringe Beschaffungskosten zum Jahresbeginn und den Wegfall der Gasspeicherumlage könnten die Heizkosten im Jahresdurchschnitt leicht sinken", begründete die Gesellschaft ihre Berechnung. Konkret rechnen die Experten mit einen leichten Rückgang um vier Prozent auf 1.120 Euro Jahreskosten.
Angesichts des niedrigen Füllstands warnt der Interessenverband Ines vor leeren Gasspeichern, sollte der Winter besonders kalt werden. ZDF-Börsenexpertin Sina Mainitz berichtet.
08.09.2026 | 1:15 minAllerdings könnten die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise mit Verzögerung auf die Verbraucherpreise durchschlagen und die Gaskosten Ende 2026 oder im Laufe des Jahres 2027 wieder steigen lassen, sagte ein Sprecher.
Kosten für Ölheizung könnten um 24 Prozent steigen
Die Experten haben die erwarteten Heizkosten unter anderem für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus durchgerechnet. Dort prognostizieren sie vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs für Heizöl einen Anstieg von 24 Prozent auf 1.275 Euro.
Seit Januar ist der Preis für 100 Liter Heizöl von unter 100 auf rund 179 Euro gestiegen. Mit Beginn des Irankriegs nahm der Anstieg Fahrt auf.
16.09.2026 | 1:31 minBei Holzpellets rechnen sie für 2026 mit einem Plus von 17 Prozent auf 860 Euro Jahresheizkosten. Als einen Hauptgrund sieht co2online dabei die anhaltende Knappheit der Pellet-Rohstoffe infolge einer schwachen Baukonjunktur.
Auch bei den anderen untersuchten Heizarten rechnet co2online mit leichten Anstiegen: Bei Fernwärme um ein Prozent auf 1.310 Euro und bei Wärmepumpen um drei Prozent auf 735 Euro.
Fossile Heizungen ein Kostenrisiko für Mieter
Die Gesellschaft betonte, dass viele Haushalte ihre Heizkosten deutlich senken könnten. "Rund 90 Prozent aller Haushalte verfügen noch über Sparpotenzial", hieß es. Schon einfache Verhaltensänderungen wie richtiges Heizen und Lüften oder ein geringerer Warmwasserverbrauch könnten den Energieverbrauch um bis zu zehn Prozent reduzieren.
Noch größere Einsparungen ermöglichen Heizungsoptimierungen, Dämmmaßnahmen oder der Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme.
Beratungsgesellschaft co2online
Angesichts der Entwicklung forderte der Deutsche Mieterbund (DMB) einen besseren Schutz für Mieterhaushalte vor zu hohen Preissteigerungen. "Gerade fossile Heizungen werden immer mehr zum Kostenrisiko - besonders in älteren und energetisch schlechten Gebäuden", sagte DMB-Bundesdirektor Florian Becker.
Der Bauherren-Schutzbund riet Hauseigentümern, bei einem Heizungstausch nicht nur die Investitions-, sondern auch die Betriebs- und Wartungskosten zu betrachten.
Die Förderung von Wärmepumpen wurde geändert: Die Grundförderung bleibt bei 30 Prozent, doch der maximal förderfähige Höchstbetrag sinkt auf 28.000 Euro.
21.07.2026 | 1:52 minLangfristig Verdopplung der Heizkosten realistisch
Zur Entwicklung der Heizkosten in den kommenden Jahrzehnten stellte co2online auch eine Langfristberechnung an. Demnach könnten sich aufgrund der Energiekrise die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln.
Das Zeitalter günstiger fossiler Heizenergie ist spätestens seit der Energiekrise vor vier Jahren vorbei.
Tanja Loitz, Geschäftsführerin co2online
Flusswärmepumpen, Bioenergie und Solarthermie können klimafreundliches Heizen ermöglichen, doch vielerorts fehlen Mittel für den Ausbau.
11.09.2026 | 0:46 minAls Ursachen sieht die Gesellschaft unter anderem steigende CO2-Kosten, höhere Netzentgelte sowie gesetzlich vorgeschriebene Beimischungen wie Biomethan, Wasserstoff oder Bio-Heizöl.
Bei Fernwärme und Holzpellets sei in den nächsten 20 Jahren mit einem moderaten Anstieg der Kosten zu rechnen. "Die Kosten für Wärmepumpen werden dagegen deutlich langsamer steigen und voraussichtlich dauerhaft am niedrigsten bleiben", erklärte ein Sprecher.
Quelle: dpa, Reuters
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 22.09.2026 ab 09:00 Uhr.
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