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Tuesday, September 22, 2026

CDU nach Wahldebakel: Experte sieht fehlende Freude am Regieren

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Politikwissenschaftler Stefan Marschall spricht nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern über Gründe für Wahlerfolge von AfD, SPD und Linken sowie das Wahldebakel der CDU.

21.09.2026 | 18:37 min

Auch nach den desaströsen Wahlergebnissen der CDU will Bundeskanzler Friedrich Merz seinen Reformkurs fortsetzen - als Kanzler und Parteichef. Der Düsseldorfer Politikwissenschaftler Stefan Marschall wirft der Partei dabei Freudlosigkeit vor.

Die CDU sei "eine Regierungspartei immer schon gewesen", sagte er im phoenix-Interview. Aber:

Im Moment scheint es so, dass ihr das Regieren keine Freude macht.

Stefan Marschall, Politikwissenschaftler

Nach den Landtagswahlen sind Unmut und Sorge in der Unionsfraktion groß, berichtet ZDF-Korrespondentin Ines Trams. Eine offene Debatte über eine Ablösung des Kanzlers gebe es jedoch nicht.

22.09.2026 | 1:17 min

Experte: "Epochenbruch" für die CDU

Neben Personen und Strukturen gehe es in der Politik vor allem darum, wie man die Wähler "mitnehmen" und erreichen könne, betonte der Experte. Das gelte auch für große Reformen, die Union und SPD gerade umsetzen wollen.

Es muss hier einen klaren Weg geben, es muss ein klares Narrativ geben.

Stefan Marschall, Politikwissenschaftler

Die Tektonik der Mitte und der Ränder sei ins Wanken geraten, sagte Marschall. Auch wenn es "Ausreißer" wie Rheinland-Pfalz gebe, wo die CDU wieder einen Ministerpräsidenten stellen konnte, sei das für die Partei andernorts schwer geworden.

Insgesamt kann sich die Union nicht mehr sicher sein (...) in Landtage zu kommen. Und das ist tatsächlich ein Epochenbruch für diese Partei.

Stefan Marschall, Politikwissenschaftler

Nach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wächst der Druck auf die Koalition. Muss Schwarz-Rot den Kurs ändern und kann Friedrich Merz Kanzler bleiben?

21.09.2026 | 2:20 min

Marschall: Schwesig und Rehlinger verkörpern SPD-Programm

Zwar seien Personen nicht allein wahlentscheidend, aber natürlich wichtig, weil sie Botschaften transportieren könnten und es darum gehe, Vertrauen zu gewinnen, betonte Marschall. Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern) und Anke Rehlinger (Saarland) etwa schafften es, "das Programm der SPD zu verkörpern in ihren Ländern". Beide Frauen werden aus Sicht des Experten künftig noch "eine große Rolle spielen".

Aber auch bei der AfD seien die Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm (Mecklenburg-Vorpommern) und Ulrich Siegmund (Sachsen-Anhalt) wichtig für die Wahlergebnisse gewesen. Es sei Teil der Professionalisierung der Partei, dass man genau überlege, wen man als Spitzenkandidaten nach vorne stelle. In Sachsen-Anhalt etwa habe Siegmund es geschafft, eine "positive Erzählung und Atmosphäre" zu verbreiten.

Nur vier Parteien sitzen im Parlament in Schwerin: die AfD als stärkste Kraft, gefolgt von SPD, Linke und Grünen. Die CDU schafft es nicht. Manuela Schwesig setzt nun auf Rot-Rot-Grün.

21.09.2026 | 2:30 min

Politikwissenschaftler: Brandmauer hat die AfD mit gestärkt

Auf die Frage, wie er zu der AfD-Aussage steht, wonach die guten Ergebnisse auch Ergebnis der Brandmauer sind, sagte der Politikwissenschaftler:

Die Brandmauer hat diese Partei durchaus auch groß gemacht.

Stefan Marschall, Politikwissenschaftler

Die AfD habe sich durch die Brandmauer frei bewegen können, radikalisiert und sei größer geworden. Die Frage sei jedoch, ob es besser gewesen wäre, mit ihr zusammenzuarbeiten, erklärte Marschall. Denn die Forschung zeige, dass eine Kooperation eher zulasten der konservativen Partei und zugunsten der Rechtaußen-Partei gehen könne.

Quelle: ZDF

Über das Thema berichtete phoenix am 22.09.2026 um 09:49 Uhr.

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