Planet Labs eröffnet Satellitenfabrik in Berlin
Satelliten aus Berlin: Das US-Raumfahrtunternehmen Planet Labs hat eine Fabrik in der Hauptstadt eröffnet. Dort wird es künftig Satelliten fertigen. Start ist im Herbst.
Planet Labs werde in Berlin Satelliten vom Typ Pelican bauen, teilte Deutschland-Chef Martin Polak mit. Die ersten Satelliten sollen noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Bei der Eröffnung der Fabrik im Bezirk Mitte war Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) anwesend.
In der Fabrik sollen künftig bis zu 60 Satelliten im Jahr gefertigt werden. Will Marshall, Chef und einer der Gründer, hatte den Bau der Anlage vor einem Jahr angekündigt.
Planet sei seit 2015 in Deutschland aktiv. Der Einstieg in den deutschen Markt erfolgte über den Kauf von RapidEye, einem Unternehmen aus Brandenburg, das seinerseits eine eigene Satellitenkonstellation zur Erdbeobachtung betrieb. Inzwischen hat das Unternehmen in der Hauptstadt seinen Europasitz. Aktuell beschäftigt Planet in Berlin gut 150 Menschen. Bis 2027 sollen laut Polak rund 70 Stellen hinzukommen.
Kleinsatelliten beobachten die Erde
Pelican ist ein Kleinsatellit, der zur Erdbeobachtung eingesetzt wird. Die erste Generation kann Gegenstände von einer Größe von 50 Zentimetern auf der Erde erkennen. Er tastet die Erde in einer Streifenbreite von 8 Kilometern ab. Die kommende Generation wird eine Auflösung von 30 Zentimetern und eine Streifenbreite von 6 Kilometern haben. Derzeit sind neun Pelicans im Orbit.
Die ersten der in Berlin gebauten Satelliten sollen Anfang kommenden Jahres ins All geschossen werden, eine Rakete von Isar Aerospace soll sie in den Orbit bringen. Das deutsche Raumfahrtunternehmen hat kürzlich erfolgreich seine zweite Rakete gestartet.
Die hochauflösenden Daten der Erdbeobachtungssatelliten werden etwa für die Wettervorhersage, die Analyse des Klimawandels oder die Beobachtung von Infrastruktur, Feldern und militärischen Anlagen genutzt werden. Sie werden herangezogen für die Planung von Bauvorhaben oder Bestimmung der Reife von Feldfrüchten. Weitere Relevanz haben sie durch die aktuellen Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten, für Lagebilder und Geheimdienstarbeit.
Zu den Kunden gehören neben Privatunternehmen auch Regierungsstellen, darunter das Bundesinnenministerium.
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