"Also muss ich weiterkämpfen": Jetzt hat Lewis Hamilton noch ein zweites großes Ziel bis zur F1-Rente

Jetzt hat Lewis Hamilton noch ein zweites großes Ziel bis zur F1-Rente
23.10.2026 | 07:25 Uhr
Lewis Hamilton will unbedingt seinen achten Formel-1-Titel. Das Ziel, alleine auf dem Olymp zu stehen, treibt ihn an - jetzt kommt ein weiteres dazu, das in einer tiefen Sehnsucht nach Afrika wurzelt.
Lewis Hamilton ist mit 41 Jahren der zweitälteste Fahrer der Formel 1 hinter Methusalem Fernando Alonso, der sogar schon 45 Lenze auf dem Rennsport-Buckel hat. Ans Aufhören denkt der Brite aber genauso wenig wie sein einstiger WM-Rivale aus Spanien, der bei Aston Martin eben erst verlängert hat. Hamilton will mit Ferrari unbedingt Geschichte schreiben, seinen achten Titel gewinnen und sich damit zum alleinigen Rekordweltmeister vor Michael Schumacher aufschwingen. Die Aussicht auf den Olymp treibt Hamilton an - jetzt hat er allerdings noch ein zweites, für ihn wichtiges Motiv, um weiter Gas zu geben. Denn die Formel 1 kehrt im kommenden Jahrzehnt nach Afrika zurück, verkündete erst kürzlich einen langfristigen Vertrag mit Ruanda.
"Also muss ich weiterkämpfen, um fit zu bleiben. Wenn ich in den nächsten Jahren weiterhin gute Ergebnisse erzielen kann, werden wir weitermachen", sagte Hamilton am Rande des US-GP in Austin/Texas. Im Januar 2030 wird der siebenmalige Champion 45 Jahre alt. Wann der erste Grand Prix von Ruanda stattfindet, ist noch offen. Das letzte Formel-1-Rennen auf afrikanischem Boden fand 1993 in Kyalami in Südafrika statt, Hamiltons war damals acht Jahre alt. Der 106-malige Grand-Prix-Sieger bemüht sich schon lange um ein Afrika-Comeback der Formel 1. Er habe unzählige Telefonate geführt und auch Treffen gehabt, berichtete er nun. "Ich setze mich schon seit vielen Jahren für ein Rennen dort ein. Dieser Kontinent verdient einen Grand Prix", betonte er.
Harsche Kritik von Menschenrechtlern
Es gehe bei der F1-Rückkehr nach Afrika um mehr als ein Land. "Es geht um den Kontinent selbst, und es gibt so viele wunderschöne Länder darauf. Die Menschen sind so liebenswert. Die Kultur ist so reichhaltig, und ich halte es für wichtig, dass wir das der Welt zeigen können. Das können wir mit unserem Sport tun", so Hamilton. Der Engländer hatte 2007 als erster Schwarzer den Sprung in die Formel 1 geschafft.
Hamilton anerkennt aber auch die kritische Seite der Medaille rund um das geplante Rennen in Ruanda. In das Land zu reisen bedeute nicht, "dass man die Dinge, die dort geschehen, außer Acht lässt", sagte der Ferrari-Pilot.
Menschenrechts-Organisationen werfen der Regierung des autokratischen Präsidenten Paul Kagame Sportswashing vor - also das Ablenken von Gräueltaten durch Hochglanz-Events. "Ruanda kauft sich in die größten Sportarten der Welt ein, um sein Image aufzupolieren und von seiner erschreckenden Menschenrechtsbilanz abzulenken", kritisierte unlängst Amnesty International.
Das Beteuern der F1-Macher, "Sport könne 'eine positive Kraft für das Gute' sein", klinge "hohl, wenn die Formel 1 darüber hinwegsieht, mit wem sie Partnerschaften eingeht", heißt es zu der jüngsten Vereinbarung zwischen der Formel 1 und Ruanda. Die dortigen Behörden griffen "in großem Umfang zu willkürlichen Inhaftierungen, Folter und zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit - das sind Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land."
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