Friedensnobelpreis, Schröder, Suche nach Motiven - der Tag
Guten Abend,
für ihren Einsatz gegen Kriegsverbrechen und für das Völkerrecht erhält die Juristin Navanethem Pillay den Friedensnobelpreis. Der Besuch von Altkanzler Schröder in Moskau löst Empörung aus und nach den tödlichen Schüssen auf zwei Waffenkontrolleure wird nach dem Motiv gesucht.
"Außergewöhnlicher Mut" - Friedensnobelpreis für Juristin Pillay
- Das ist passiert: Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay. Sie habe "maßgeblich dazu beigetragen, dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden", lobt das Nobelpreiskomitee. Die 85-Jährige leitete unter anderem das UN-Kriegsverbrechertribunal für Ruanda, war Richterin am Internationalen Strafgerichtshof und UN-Hochkommissarin für Menschenrechte.
- Das ist die Begründung: Die Jury würdigte Pillays Engagement für universelle Rechtsprinzipien, ihren "außergewöhnlichen Mut" und ihren "festen moralischen Kompass". Sie habe Regierungs- und Staatschefs zur Rechenschaft gezogen und Opfern von Gewalt und Konflikten Hoffnung gegeben. Die Jury betonte den Wert einer funktionierenden internationalen Rechtsordnung: Pillay werde in einer Zeit geehrt, in der "das System des Völkerrechts unter enormem Druck steht und seine Institutionen angegriffen werden".
- So lauten einige Reaktionen: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen würdigte Pillay als Verfechterin "der Rechtsstaatlichkeit gegenüber dem Recht des Stärkeren". Für das UN-Menschenrechtskommissariat zeugt die Auszeichnung "mehr denn je von der Notwendigkeit und dem Wert der Menschenrechte in dieser Welt". Amnesty International erklärte, die Juristin habe sich "nie gescheut, Verbrechen beim Namen zu nennen". Dieser Mut fehle heute "vielen Regierungen, die das Völkerrecht nur dann verteidigen, wenn es ihnen politisch passt".
Mittagsmagazin am 09.10.2026, 12 Uhr.
09.10.2026 | 2:30 minSchröder bei Putin - scharfe Kritik
- Das ist passiert: Der Besuch von Altkanzler Gerhard Schröder beim russischen Präsidenten Wladimir Putin zu dessen Geburtstag am Mittwoch löst scharfe Kritik aus - quer durch die Parteien.
- Das ist der Hintergrund: Nach Kreml-Angaben lud Putin Schröder ein, nachdem er von einem "geschäftlichen" Aufenthalt Schröders in Moskau erfahren habe. Schröder war in einer Filiale der Supermarktkette Hyperglobus in Moskau, in deren Aufsichtsrat er berufen worden war. Der 82-Jährige hatte sich auch seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wiederholt mit Putin getroffen.
- So lauten Reaktionen: Bundeskanzler Friedrich Merz reagierte "zutiefst empört". Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt schrieb auf X von einer "Schande für Deutschland". Kritik auch aus der eigenen Partei: Der Besuch sei "völlig inakzeptabel", erklärte SPD-Chef Lars Klingbeil. SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner sagte hingegen dem "Tagesspiegel", man müsse "in Russland mit denen reden, die da sind. Schröder kann Türen zu Putin öffnen".
ZDFheute am 09.10.2026, 09:48 Uhr.
09.10.2026 | 1:03 minWaffenkontrolle endet tödlich - Rätseln über Motiv
- Das ist passiert: Es war eine Routine-Kontrolle - zwei Beschäftigte des Landratsamtes Neumarkt statteten dem Inhaber eines Waffenscheins in Berngau in der Oberpfalz unangekündigt einen Besuch ab. Der 60-Jährige soll das Feuer eröffnet und die beiden erschossen haben. Der Tatverdächtige verschanzte sich in seinem Haus, nach Stunden konnte die Polizei ihn festnehmen.
- Das ist der Hintergrund: Am Donnerstagnachmittag hatten mehrere Zeugen per Notruf von Schussgeräuschen berichtet. Der folgende Großeinsatz zog sich bis tief in die Nacht. Stundenlang verhandelten Spezialisten mit dem Mann, der sich nicht ergeben wollte. In der Nacht griffen die Einsatzkräfte dann mit Waffengewalt und Sprengmitteln zu. Der Verdächtige wurde leicht verletzt. Über das Motiv wird gerätselt.
- Das sagen die Behörden: Bislang gebe es keine Hinweise auf einen extremistischen Hintergrund, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Auch sei der mutmaßliche Täter - ein Jäger und Sportschütze - polizeilich bislang nicht aufgefallen. Es sei "völlig unerklärlich", wie es zu "dieser Eskalation" kam.
Mittagsmagazin am 09.10.2026, 12 Uhr.
09.10.2026 | 1:57 minZDFheute Update am Abend:Die Nachrichten des Tages kompakt zum Feierabend
Keine Zeit für endlose Nachrichtenfeeds? Der Newsletter bündelt die wichtigsten Themen, Hintergründe und Analysen in fünf Minuten Lesezeit von Montag bis Freitag.
Ratgeber: Die Kunst des Pilzesammelns
Es ist immer gut, in den Wald zu gehen, da findet man nicht nur Pilze, sondern auch Glück.
Moritz Schmid, Pilz-Coach der deutschen Gesellschaft für Mykologie
Im Wald warten Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge und andere Pilze, die weniger bekannt, aber sehr schmackhaft sind. Wo man sie findet und worauf es beim Sammeln ankommt, weiß Pilz-Coach Moritz Schmid, der darüber hinaus sein Glück im Wald gefunden hat.
Volle Kanne, 21.09.2026, 09:05 Uhr
21.09.2026 | 3:04 minDer sportliche Abend
ZDF Sportstudiu live am 09.10.2026, 20:15 Uhr
09.10.2026Zeitgleich kehrt die Bundesliga aus ihrer dreiwöchigen Länderspielpause zurück - der 5. Spieltag startet beim Tabellenführer: Borussia Dortmund hat Werder Bremen zu Gast. Nichts verpassen im Liveticker - Anpfiff ist ebenfalls um 20:30 Uhr.
Schlagzeilen
- Wohngeld: Bundestag versteckt Kürzung tief in der Nacht
- US-Ukraine-Politik: Selenskyj wirft Washington zu wenig Unterstützung vor
- BMW zieht Dienstwagen-Angebot zurück: Neuer AfD-Landtagspräsident empört
- Starlink-Mobilfunk aus dem All: Musk schickt Telekom-Aktien auf Talfahrt
Gesagt
Wenn ihr noch ein bisschen mehr klatscht, teile ich diesen Preis vielleicht mit Trump.
Navanethem Pillay, Friedensnobelpreisträgerin
Friedensnobelpreisträgerin Navanethem Pillay erfuhr auf einer Tagung in Nürnberg von ihrer Auszeichnung und scherzte unter stehenden Ovationen mit einem kleinen Seitenhieb: María Corina Machado, venezolanische Oppositionsführerin und Preisträgerin des vergangenen Jahres, hatte ihre Medaille als Widmung US-Präsident Donald Trump geschenkt. Der hatte sich immer wieder selbst für die Auszeichnung ins Spiel gebracht. Offiziell kann der Preis nicht übertragen werden.
Das sollten Sie sich mal anschauen
Döner gibt's in Berlin an jeder Ecke - und jetzt auch bei Madame Tussauds. Nicht zum Essen, aber es ist ja auch ein Wachsfigurenkabinett. Die Vorlage für das Fastfood-Kunstwerk lieferte ein bekannter Döner-Imbiss in der Stadt.
ZDFheute, 08.10.2026, 22:30 Uhr
08.10.2026 | 2:08 minStreaming-Tipps für den Abend
Lieferdienst, Pflege, Einzelhandel, Milchviehbetrieb: Vier junge Menschen arbeiten bis an ihre Grenzen, aber es reicht fast nie. Miete, Schulden und hohe Kosten schaffen unaufhörlich finanziellen Druck. Arm trotz Arbeit und Selbstständig am Limit: Die beiden 37°-Dokus schildern einen Alltag unter Dauerbelastung. (zwei Folgen à 28 Minuten)
Mathe steht für die Pariser Studentin Marguerite über allem. Doch nach einem herben Rückschlag bei ihrem Forschungsprojekt schmeißt sie alles hin und wagt einen radikalen Neuanfang. Für sie ist es die Gleichung ihres Lebens. (Drama Frankreich/Schweiz, 110 Minuten)
Rezept des Tages: Hülsenfrüchtesuppe "Zuppa di Legumi"
Hülsenfrüchte sind fester Bestandteil der Küche Umbriens. Die Soulfood-Suppe von Stefania Lettini ist Seelenwärmer, Proteinquelle und Sattmacher in einem. Buon appetito! Das Rezept finden Sie hier im Download.
Wenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.
Genießen Sie Ihren Abend!
Thorsten Duin und das gesamte ZDFheute-Team
Alles gut? Danke, dass Sie unser ZDFheute Update lesen! Empfehlen Sie das Briefing gerne Ihren Freunden und Bekannten - hier ist der Anmelde-Link. Außerdem freuen wir uns weiterhin über Ihr Feedback, was Ihnen besonders gut gefällt und was wir noch besser machen sollten, an zdfheute-feedback@zdf.de. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.