The Daily Newsstand · Free, Always
Thursday, September 17, 2026

Diesel so teuer wie nie zuvor

Translate

Diesel ist so teuer wie nie. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) fordert eine Steuersenkung und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne.

17.09.2026 | 0:26 min

An den Zapfsäulen erklimmen die Preise für Autofahrende weiter Rekordhöhen. Nach Benzin ist jetzt auch Diesel in Deutschland so teuer wie nie zuvor. Am Mittwoch kostete ein Liter im bundesweiten Tagesschnitt 2,453 Euro und übertraf damit den bisherigen Rekord aus dem April um 0,6 Cent, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht.

Benzin ist bereits seit Tagen auf Rekordniveau. Am Mittwoch erreichte Super E10 sein fünftes Hoch in Folge bei durchschnittlich 2,314 Euro pro Liter.

Diesel-Allzeithoch folgt auf Benzin-Allzeithoch

Allein im Vergleich zum Dienstag ist Diesel damit um 3,1 Cent teurer geworden. E10 verteuerte sich um 1,4 Cent.

Die Rekordpreise für Sprit setzen die Koalition unter Druck, Lösungen zu finden. Diskutiert werden etwa eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer oder eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne.

17.09.2026 | 0:33 min

Die Spritpreise sind seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar außergewöhnlich hoch. Jüngst spitzte sich die Lage mit neuen Eskalationen am Persischen Golf und Sorgen um die Ölversorgung noch weiter zu. Insgesamt ist Diesel derzeit knapp 71 Cent teurer als am letzten Tag vor Kriegsausbruch, E10 um knapp 54 Cent. Inflationsbereinigt waren die Kraftstoffe in der Vergangenheit allerdings bereits teurer.

ADAC: Rohölpreis nicht allein für hohen Spritpreis verantwortlich

Zumindest der Rohölpreis geht derzeit nicht durch die Decke. Am Mittwoch verbilligte sich Brent-Rohöl, nachdem es Hinweise gab, dass eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien wieder in Betrieb genommen werden könnte.

Der Preis für Rohöl ist zwar der wichtigste Faktor für Änderungen beim Spritpreis. Hinzu kommen aber andere Faktoren wie Transport- und Raffineriekapazitäten. Zudem ist der Preis für Diesel krisenanfälliger - weswegen der Kraftstoff derzeit auch mehr kostet als Benzin, obwohl er niedriger besteuert wird. Laut ADAC lassen sich die aktuellen extremen Preise mit den Rohölnotierungen alleine nicht erklären.

Bundeskanzler Merz stellte angesichts der hohen Spritpreise Entlastungen in Aussicht.

15.09.2026 | 1:21 min

Starke regionale Unterschiede beim Spritpreis

Regional und je nach Tankstelle können die Preise deutlich abweichen. Zudem schwankt der Preis im Tagesverlauf stark - nach dem Preissprung am Mittag sind die Kraftstoffe oft mehr als 20 Cent teurer als unmittelbar davor. Am Nachmittag fallen sie dann in der Regel rasch wieder, bis sie am späten Vormittag des nächsten Tages üblicherweise ihr Tagestief erreichen.

Nimmt man alles zusammen, ergeben sich große Spannen: Während auch am Donnerstag Superbenzin der günstigen Sorte E10 am späten Vormittag an besonders günstigen Tankstellen durchaus für weniger als 2,20 Euro zu haben war, wurden kurz nach dem Preissprung um 12.00 Uhr an Autobahntankstellen für teures Premiumbenzin teilweise mehr als 3 Euro pro Liter verlangt.

Die hohen Spritpreise hängen vor allem mit dem Iran-Krieg zusammen. Dabei ist es nur eine kleine Menge an Erdöl, die Deutschland aus dieser Region bezieht.

15.09.2026 | 1:03 min

Politik diskutiert über Maßnahmen zur Entlastung

Wegen der Preisrekorde ist in der Politik eine neue Debatte um Entlastungen entbrannt. Sowohl aus der Union als auch der SPD kommen Vorschläge - strittig ist allerdings, welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte jüngst Entlastungen angekündigt. Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) forderte eine schnelle Entscheidung. Das Ziel sei klar: "Die Spritpreise müssen runter und gerade die Pendlerinnen und Pendler müssen entlastet werden."

Eine Senkung der Mehrwertsteuer, wie zuletzt von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vorgeschlagen, haben unter anderem der Bauernverband und der Spediteursverband BGL kritisiert. Diese helfe nicht, da die Mehrwertsteuer für die Betriebe ein durchlaufender Posten sei.

Schnitzer zu Spritpreis-Entlastungen

:Wirtschaftsweise spricht sich für "Direktauszahlung" aus

Die Spritpreise steigen weiter und die Regierung diskutiert Entlastungen. Was ist sinnvoll und was nicht? Einschätzungen der Wirtschaftsweisen Monika Schnitzer im ZDF-Morgenmagazin.

mit Video6:06

Symbolbild: Eine Zapfpistole wird  beim Tanken an einer Tankstelle benutzt

Interview

Die möglichen Optionen werden aktuell sowohl in Politik, Wirtschaft als auch in der Wissenschaft diskutiert. Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer plädiert für eine direkte, gezielte Unterstützung. Dann hätte man den richtigen Anreiz zum Sparen und würde trotzdem die Autofahrerinnen und Autofahrer entlasten, die es wirklich brauchen, sagte Schnitzer zu ZDFheute.

Quelle: dpa, AFP, ZDF

Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem heute Xpress am 17.09.2026 ab 06:30 Uhr.

View the original on ZDF heute

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.