EU verhängt Rekord-Sanktionen gegen Putins Kriegswirtschaft
Die Europäische Union verhängt neue Sanktionen gegen eine Rekordzahl von Unterstützern der russischen Kriegsmaschinerie. Die EU-Außenminister beschlossen, knapp 1.600 Personen, Unternehmen und andere Organisationen mit Strafmaßnahmen zu belegen, wie die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas mitteilte.
Dies ist die bislang größte Erweiterung unserer Sanktionsliste seit Beginn des Krieges durch Russland. Europa zeigt erneut eine geeinte Front.
Kaja Kallas, EU-Außenbeauftragte
Mehr als die Hälfte der Sanktionsziele stehe in Zusammenhang mit der Produktionskette für ballistische Raketen, schreibt Kallas auf der Plattform X. Zudem geht es beispielsweise um Drohnenhersteller und Werften, die U-Boote warten. Die Strafmaßnahmen umfassen das Einfrieren von Vermögenswerten sowie das Verbot, Gelder oder andere wirtschaftliche Ressourcen bereitzustellen. Gegen Personen werden außerdem EU-Einreiseverbote verhängt.
Wir machen es Russland deutlich schwerer, langsamer und teurer, die Waffen herzustellen, mit denen es Ukrainer tötet.
Kaja Kallas, EU-Außenbeauftragte
Mitteilung von EU-Chefdiplomatin Kallas
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Wadephul: Beispielloser Sanktionsschlag gegen Moskau
Bundesaußenminister Johann Wadephul sprach von einem "beispiellosen Sanktionsschlag" gegen die Kriegswirtschaft von Kremlchef Wladimir Putin.
"Wir erschweren es für Putin damit, seinen völkerrechtswidrigen Invasionskrieg fortzusetzen - und seinen zynischen Versuch, die ukrainische Zivilbevölkerung mit mörderischem Bombenterror zu zermürben", erklärte der CDU-Politiker, der wegen einer Klausur der Spitze seiner Partei in Berlin nicht selbst an den Beratungen in Luxemburg teilnehmen konnte. Wadephul fügte hinzu: "Wir erhöhen den Druck, bis Putin bereit ist, ernsthaft über Frieden in der Ukraine zu verhandeln."
Die Botschaft ist klar: Russland kann und wird diesen Krieg nicht gewinnen.
Johann Wadephul, Bundesaußenminister
Die EU plant neue Sanktionen gegen Russland. Zugleich hoffe man, dass der Diesel-Deal mit den USA "verpufft". "Mehr Geld in Putins Kriegskassen, das will nun keiner", so ZDF-Korrespondent Andreas Stamm.
12.10.2026 | 2:17 minKallas kritisiert Trumps Diesel-Deal mit Russland
EU-Chefdiplomatin Kallas sagte in Luxemburg, Sanktionen hätten Russland bereits eine Billion Euro entzogen, dieses Geld stehe nun nicht zur Finanzierung des Krieges zur Verfügung. Auch die Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte zur Umgehung von Sanktionen erschwerten es dem Land erheblich, den Krieg zu finanzieren.
Kallas will die Sanktionen auch als Zeichen gegen die umstrittene Diesel-Vereinbarung von US-Präsident Donald Trump mit Russlands Präsident Putin verstanden wissen. Kallas und andere europäische Spitzenpolitiker hatten die Vereinbarung am Wochenende als "völlig falsches Signal" kritisiert.
- Warum Trumps Deal Putin politisch den Rücken stärkt
- Selenskyj: Angriffe auf Kraftwerk trotz "Energie-Waffenruhe"
"Die Europäer müssen ihre eigene Stimme erheben", fordert Grünen-Politiker Omid Nouripour mit Blick auf die geplanten Sanktionen gegen Russland. Europa müsse den Druck auf Russland weiter ausbauen.
12.10.2026 | 4:20 minDas Aussetzen von Sanktionen gegen russische Diesellieferungen verschaffe Moskau zusätzliche Einnahmen, um seinen Krieg zu finanzieren, sagte Kallas. Bei russischen Angriffen seien zuletzt innerhalb von nur zwei Tagen mehr als 80 ukrainische Zivilisten getötet worden. Zugleich habe Russland seine hybriden Angriffe gegen Europa verstärkt - sowohl gegen EU-Mitgliedstaaten als auch gegen Verbündete in der Nato.
Sanktionen nach Wahlen in besetzten Gebieten
Neben den Sanktionen gegen den militärisch-industriellen Komplex Russlands beschlossen die Außenminister am Montag in Luxemburg auch Strafmaßnahmen gegen mehrere Dutzend Verantwortliche für die Organisation von Wahlen in besetzten Gebieten der Ukraine.
Sie waren bereits im September in einer Erklärung der EU-Außenbeauftragten im Namen der 27 Mitgliedstaaten angekündigt worden. In dem Text hieß es, weder die auf ukrainischem Gebiet abgehaltenen Wahlen noch deren Ergebnisse würden jemals anerkannt.
Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:
Russland greift die Ukraine an
:Aktuelles zum Krieg in der UkraineSeit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das gemeinsame ZDF-Morgenmagazin am 12.10.2026 ab 05:30 Uhr.
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