ESPNInternational break preview: USMNT's next generation, Messi's farewell, AFCON qualifyingThe Jerusalem PostFormer England soccer star Wayne Rooney says grandma was Polish Jew during Auschwitz visitESPN DeportesAlemania toma ventaja minutos después de que anularon gol a Países BajosDaily MaverickRUBBER-STAMPED (PART 2): Testing the teeth of CT’s planning tribunal: Penalties, objections and refusals in 1,328 rulingsRTP DesportoJoão Félix marca para Portugal em AlvaladeColliderEvery Rush Instrumental, RankedBusiness AMIndonesië neemt Italiaans vliegdekschip in dienst onder de naam KRI Sriwijaya-100DeadlineTamera Mowry-Housley To Guest Star On ‘Scrubs’ Season 2Anime News NetworkDisney+, Hulu Raise Monthly Pricing on Streaming Plans in U.S. AgainThe Hollywood ReporterTamera Mowry-Housley Boards ‘Scrubs’ Season 2VarietyTamera Mowry-Housley Joins ‘Scrubs’ Reboot Season 2Football ItaliaReport Chiesa was targeted by Inter if Roma bought Luis Henrique
The Daily Newsstand · Free, Always
Thursday, September 24, 2026

Sozialdemos am Wochenende: Gewerkschaften kümmern sich wenigstens

Translate

Am Wochenende starten deutschlandweit Demos gegen Sozialabbau – organisiert von den Gewerkschaften. Die haben leider keinen guten Stand.

D ie Busse sind bestellt, die Werbung läuft – am Samstag planen die Gewerkschaften in 15 Städten Demonstrationen gegen die Sozialkürzungen. Bestenfalls werden über 100.000 Demonstrierende dabei sein. Sehr schön. Aber das reicht nicht – nicht nur mit Blick auf die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder von rund 5,4 Millionen. Sondern auch mit Blick auf die 36 Millionen Beschäftigten.

Offensichtlich wird immer noch nicht begriffen, dass gegen Kürzungen und steigende Kosten vor allem eines hilft: sich gewerkschaftlich organisieren, höhere Löhne erkämpfen, soziale Errungenschaften verteidigen. Für die Beschäftigten macht das sonst niemand. Kein Arbeitgeber verschenkt freiwillig Geld, egal wie hoch Mieten sind und Benzinpreise steigen. Erst recht nicht in Ostdeutschland, wo es besonders wenig Gewerkschaftsmitglieder gibt.

Die höheren Löhne in der Gastronomie fallen nicht vom Himmel, die haben die Gewerkschaften rausgehandelt. Auch einen Sozialplan gibt es stets nur mit Betriebsrat. Anständige Rente, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bezahlter Urlaub: zäh erkämpft. Aber auch abschaffbar – die Angriffe darauf sind da. Höchste Zeit, dass sich das Millionen Trittbrettfahrer klarmachen, die nicht in der Gewerkschaft sind, aber jede Lohnerhöhung und alle sozialen Goodies danklos mitnehmen.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.

Nun sind Gewerkschaften auch selbst schuld daran, dass sie so unattraktiv scheinen. Ihre gruselige Sprache, die Hierarchien, zu wenige Frauen in den Führungspositionen – unbedingt verbesserungswürdig. Und ja, in den Gewerkschaften gibt es auch AfD-Wähler. Aber sie sind die Einzigen, die da sind, wo Politik und Medien sich selten finden: mitten in den Betrieben. Wer ihnen nicht mehr als eine schmuddelige Nebenrolle in der sozialen Debatte zugesteht – wie das auch Medien tun –, schaut nicht genau hin. Und spielt so das Spiel der Arbeitgeber und Konzerne, die vergnügt schweigen. Deren größte Hoffnung: schwache Gewerkschaften. Den Gefallen sollte man denen nicht tun.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

View the original on taz →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.