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Tuesday, October 13, 2026

heise+ | Bit-Rauschen: EU-CPU rechnet los, Raspberry Pi will mit Rüstung wachsen

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Nach acht Jahren Vorlauf legt der „Europrozessor“ Rhea1 der französischen Firma SiPearl praktisch los. SiPearl lieferte ein Exemplar des nach dem Fluss Seine benannten Referenzserver an HPE aus. Er kommt im Projekt OpenCUBE zum Einsatz. Außerdem bestückt die Firma Bull jetzt ihre Rhea1-Einschübe, die im Supercomputer Jupiter am Forschungszentrum Jülich mitrechnen sollen. Damit können jetzt Programmierer und Forscher endlich den ersten einigermaßen konkurrenzfähigen Serverprozessor nutzen, der seit mehreren Jahrzehnten in Europa entwickelt wurde. Allerdings fertigt TSMC in Taiwan den Chip und die britische Firma ARM, die die Blaupausen für die Neoverse-V1-Prozessorkerne lieferte, gehört mehrheitlich dem japanischen Konzern SoftBank. Aber immerhin ist ein neuer Anfang gemacht.

Gute Nachrichten sendet auch die britische Firma Raspberry Pi Holdings plc, die ihren Gewinn im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres verdreifachte. Der Umsatz stieg um 90 Prozent, die Anzahl der verkauften Produkte aber nur um 17 Prozent. Raspberry Pi hat die Preise vieler Varianten seiner Einplatinencomputer deutlich erhöht und damit auch die Gewinnmarge gesteigert. Die Käufer machten das mangels Alternativen mit, weil Raspberry Pi liefern kann – denn anders als viele Konkurrenten haben die Briten Ende 2025 rechtzeitig zu Beginn der RAM-Krise langfristige Lieferverträge für Speicherchips geschlossen. Die Raspi-Macher stellten zudem mehr Entwickler ein und erweitern ihre Führungsriege, um neue Märkte zu erschließen, vor allem Industriekunden. Aber man hofft auch auf Rüstungsprojekte. Die ARM-Prozessoren der Einplatinencomputer stammen zwar vom US-Unternehmen Broadcom, aber die Fertigung erfolgt in Wales – nicht in der EU, aber in Europa. Und die Mikrocontroller RP2040 und RP2350 wurden in Großbritannien entwickelt.

Aufmacher: Prozessor-Kolumne Bit-Rauschen

Nervöse Stimmung herrscht bei manchen KI-Giganten beziehungsweise deren Aktionären. Der Aktienkurs von Oracle schmolz im Vergleich zum September 2025 auf weniger als die Hälfte. Denn es sind deutliche Probleme bei manchen der waghalsigen Finanzkonstruktionen zu erkennen, mit denen der Bau gigantischer KI-Rechenzentren bezahlt werden soll. Das zeigt das Beispiel des „Project Jupiter“ zum Bau eines riesigen KI-Rechenzentrums in New Mexico. Es ist Teil des gigantischen „Stargate“-Konzepts der Kooperationspartner OpenAI, Oracle und SoftBank, zu dem auch ein Campus bei Abilene in Texas gehört.

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