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Tuesday, September 1, 2026

Deutsche Post nennt sich nur noch DHL

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DHL Zentrale

Neue Konzernstruktur der Post Der gelbe Riese heißt jetzt nur noch DHL

Stand: 01.09.2026 • 12:38 Uhr

Die Deutsche Post AG hat ihren Namenswechsel zu DHL AG umgesetzt. Grund ist die Internationalisierung des Konzerns. Der alte Name bleibt für das Inlandsgeschäft erhalten. Für Verbraucher ändert sich nichts.

Der Bonner Logistikkonzern Deutsche Post AG hat seinen angekündigten Namenswechsel vollzogen. Ab sofort heißt die Unternehmensgruppe nur noch DHL AG. Damit wird ein Beschluss der Hauptversammlung vom Mai umgesetzt, auf der sich 99,95 Prozent der Anteilseigner für diese Änderung ausgesprochen hatten. Dies teilte der Konzern heute in Bonn mit. Auch die Notierung an der Frankfurter Börse heißt ab heute nur noch DHL AG.

Löwenanteil des Umsatzes im Ausland

Begründet wird die Maßnahme mit einer fortschreitenden Internationalisierung. DHL macht rund 80 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Viele Kunden und Investoren können dort mit dem Namen Deutsche Post AG nicht viel anfangen.

"In den vergangenen Jahrzehnten hat sich unser Unternehmen von der ehemaligen Deutschen Bundespost zu einem weltweit führenden Logistikkonzern entwickelt", hatte Konzernchef Tobias Meyer bereits auf der Hauptversammlung ausgeführt. Die Umbenennung sei überfällig, um die historisch gewachsene Konzernstruktur den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Der alte Name "Deutsche Post AG“ verschwindet aber nicht völlig. In einer neu gegründeten Gesellschaft unter gleichen Namen bündelt der Konzern ab jetzt das inländische Brief- und Paketgeschäft. Diese Tochter gehört zu 100 Prozent DHL. Insgesamt belaufen sich die Kosten der Umstellung nach Unternehmensangaben auf rund 37 Millionen Euro.

Keine Änderung im Alltagsgeschäft

Verbraucherinnen und Verbraucher werden von der Umbenennung nicht viel merken: Design, Logo und Name von Postfilialen und Postagenturen ändern sich nicht. Der Paketversand wird dort schon seit Jahren unter dem Namen DHL abgewickelt. Auch die markante typisch Post-gelbe Ausstattung von Briefkästen, Verkaufsstellen und Werbung bleiben unverändert.

Die Deutsche Post AG ist eine Nachfolgerin der Bundespost, die nach 1990 schrittweise privatisiert wurde. 2002 kaufte das Unternehmen den US-Logistiker DHL. Das Kürzel steht für deren Firmengründer Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn. Eingefädelt und umgesetzt wurde die Übernahme vom damaligen Vorstandsvorsitzenden Klaus Zumwinkel.

Er erkannte als einer der ersten in der Branche die Bedeutung des Online-Geschäftes für Paketdienstleister und den Niedergang des klassischen Briefgeschäftes. Sein Nachfolger Frank Appel setze diese Strategie und die weitere Internationalisierung konsequent fort. Heute ist der Bonner Logistikkonzern ein globaler Player und hat weltweit rund 534.000 Vollzeitstellen, ein Drittel davon in Deutschland.

Von "verstaubter" Behörde zu Global Player

In Fachkreisen gilt die Übernahme von DHL durch die Deutsche Post als eine der weitsichtigsten Entscheidungen in der bundesdeutschen Wirtschaftsgeschichte. Der renommierte Post-Biograph und Wirtschaftsjournalist Wolfgang Fürwengler beschrieb den Schachzug später so: "Zumwinkel verwandelte eine verstaubte deutsche Behörde durch eine aggressive, weltweite Einkaufstour in das größte Logistikimperium der Erde."

Kunden sehen das allerdings nicht immer so positiv. Wie in der gesamten Logistik-Branche häufen sich auch bei DHL die Beschwerden über Unzuverlässigkeit, Verspätungen und schlechten Service. Im vergangenen Jahr registrierte die zuständige Bundesnetzagentur mit insgesamt 55.395 offiziellen Beschwerden über Post- und Paketdienstleister einen historischen Höchststand. Rund 90 Prozent bezogen sich nach Angabe der Behörde auf den Marktführer DHL. Im Vergleich zum Vorjahr war das eine Steigerung von 25 Prozent.

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