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Thursday, September 24, 2026

Traumstürmer aus Siegburg: "Noch kann Jürgen Klopp sich bei mir melden"

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Joy-Lance Mickels steht vor seinem ersten Pflichtspiel für Ruanda und schließt damit die Tür zur deutschen Nationalmannschaft. Die stand ohnehin nie offen. Der Stürmer aus Siegburg ist in seiner neuen Heimat längst ein Popstar.

Während Jürgen Klopp mit 44 Spielern den deutschen Fußball neu sortieren will, erfüllt sich für Joy-Lance Mickels ein ganz anderer Nationalteam-Traum: Der Stürmer aus Siegburg bei Bonn spielt künftig für Ruanda und nicht für Deutschland.

Mickels war nicht dabei, als Klopp in der vergangenen Woche seinen XXL-Kader benannte. Gerechnet hatte damit ohnehin niemand, nicht einmal der Spieler. Dabei hätte der 32-Jährige aus Siegburg doch zu Klopp gepasst. Der ehemalige Jugendspieler von Borussia Mönchengladbach spielt seit fünf Jahren - mit einer kurzen Unterbrechung - bei Sabah FK in Aserbaidschan und ist dort mittlerweile der Star der Liga. Sein Lebensweg über die viertklassigen Regionalligen West und Nordost, die zweite niederländische Liga bis in die Champions League ist spektakulär.

Es wäre die ultimative Krönung seines Karrierewegs gewesen, doch für das DFB-Team wird er nicht mehr spielen. Traurig darüber ist Mickels nicht. Er hat auch so seine Erfüllung gefunden. Seit März dieses Jahres läuft er für Ruanda auf, das Land seiner Großmutter - und ist davon mehr als nur begeistert.

Die unglaubliche Geschichte der Mickels

"Ich habe mir immer wieder die FIFA-Regularien durchgelesen", erklärt Mickels im Podcast von ntv Sport. "Ich könnte immer noch für Deutschland spielen. Noch habe ich kein offizielles Spiel für Ruanda gemacht. Deswegen: Wenn Klopp mich wirklich wollen würde, dann könnte er mich immer noch einladen. Aber am 25. September ist das dann offiziell vorbei. Dann werde ich ein Pflichtspiel für Ruanda absolvieren."

Dann geht es für Mickels in der Qualifikation für die Afrikameisterschaft in der ruandischen Hauptstadt Kigali gegen Liberia. Es ist der Auftakt einer langen Reise, die den Stürmer im Sommer 2027 zum Africa Cup of Nations in Kenia, Tansania und Uganda führen soll. Er ist nicht der einzige Mickels, der dem 128. der Weltrangliste dabei helfen soll. Mit dabei sind auch sein Zwillingsbruder Joy-Slayd und sein ein Jahr jüngerer Bruder Leroy-Jacques.

Slayd hat es nach Stationen in der Regionalliga West, in Norwegen, der Schweiz und Aserbaidschan nun nach Malta gezogen. Mit seinen beiden Treffern in den Freundschaftsspielen gegen Grenada und Estland im März 2026 rückte er in Ruanda sofort ins Rampenlicht. "Man wird dort wie ein Popstar behandelt", sagt Lance Mickels. "Besonders natürlich mein Bruder nach seinen Toren. Auf der Straße erkennt uns jeder Mensch. Dieses Gefühl, mal zu erfahren, wie es ist, ein großer Star zu sein: Das ist schon sehr, sehr geil."

Der verrückte Weg in die Champions League

In Baku bei seinem Klub Sabah sei das ähnlich, aber "Ruanda ist da noch einmal eine ganz andere Skala", sagt Mickels im Podcast. Ändern könnte sich das jedoch mit Toren in der Königsklasse. Dort ging das Debüt des aserbaidschanischen Klubs bei Manchester United zwar mit 0:4 in die Hose. Aber noch hat er mindestens sieben weitere Chancen, unter anderem gegen Borussia Dortmund am 20. Oktober. Dabei ist die Geschichte des Klubs noch sehr jung. Gegründet wurde Sabah FK erst im Jahr 2018.

Der Weg danach führte steil nach oben, Mickels half dabei. Zweimal gewann Sabah den aserbaidschanischen Pokal. In der vergangenen Saison gewann der Verein aus Masazir, einer Stadt nördlich der Hauptstadt Baku, erstmals die heimische Premyer Liga. Und es kam noch besser. Während in Nordamerika noch die WM lief, ging es für den jungen Klub an die Ränder des europäischen Fußballs. Qualifikation für die Champions League, die harte Tour.

Gleich vier Qualifikationsrunden gegen The New Saints aus Wales, KuPS aus Finnland, den dänischen Meister Aarhus GF und Hapoel Beer Sheva aus Israel später stand Sabah in der Hauptrunde der Königsklasse. Einer der Helden? Mickels. Gleich vier Treffer gelangen ihm, dazu eine Vorarbeit. Nach insgesamt 14 Pflichtspielen der noch jungen Saison kommt der Mittelstürmer auf acht Treffer und einen Assist.

Was in Manchester passierte

Obwohl der Weg zu den unglaublichen Zahlen des Vorjahres - 28 Tore und zehn Assists in 36 Spielen - noch weit ist, befindet sich Mickels bereits wieder in Topform. Bei seinem Debüt in der Champions League im Old Trafford gegen Manchester United stand er kurz vor seinem ersten Treffer in der Königsklasse. Ein Tor dort, im Stadion seiner Jugendhelden, hätte ihm alles bedeutet.

Podcast ntv Sport

Sie können den Podcast von "ntv Sport" mit Joy-Lance Mickels sowie alle weiteren Folgen in der ntv-App, bei RTL+, Apple Podcasts und Spotify hören. Für alle anderen Podcast-Apps können Sie den RSS-Feed verwenden.

"Ich war sehr verärgert, dass ich diese Chance nicht gemacht habe", sagte Mickels. Es sei das Stadion, in dem sein Idol Cristiano Ronaldo gespielt habe - und andere Ikonen wie Wayne Rooney. "Deswegen wäre es umso schöner gewesen." Doch dort in Manchester zu spielen, sei einfach eine "sehr große Ehre".

Eine Ehre, die am heutigen Donnerstag auch Klopps Debütanten beim Länderspiel in den Niederlanden erfahren werden. Für Mickels erfüllt sich dann am Freitag sein großer Traum von einem Pflichtspiel für Ruanda, dem Land, in dem der Junge aus Siegburg ein Popstar ist.

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