Bärbel Bas tritt als Ministerin und SPD-Chefin zurück - News kompakt: Das Wichtigste kurz gefasst
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas hat überraschend ihren Rücktritt erklärt. Sie gebe auch ihr Amt als Co-Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) auf, teilte Bas mit. Nach dem Tod ihrer Stieftochter brauche sie Zeit, um die Trauer zu verarbeiten, schrieb die 58-Jährige. Diese Zeit wolle sie sich ausreichend nehmen.
Bas kritisierte ausdrücklich auch öffentliche Angriffe auf sie, die "aus den Reihen des Koalitionspartners" gekommen seien. Diese seien in einer für sie schwierigen Zeit "weiter forciert" worden, erklärte die Ministerin. Politiker der konservativen Unionsparteien CDU und CSU hatten ihr zuletzt vorgeworfen, Gesetzentwürfe zu geplanten Reformvorhaben zu verschleppen.
USA warnen vor Flügen nach Saudi-Arabien
Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat Fluggesellschaften zur Vorsicht bei Flügen nach oder über Saudi-Arabien aufgerufen. Grund dafür seien Sicherheitsrisiken durch anhaltende militärische Aktivitäten und Störungen von Navigationssystemen, teilte die Behörde in Washington mit.

Die Warnung folgt auf die jüngsten Angriffe auf den internationalen Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad. Dabei waren am Wochenende etliche Menschen getötet worden, zahlreiche weitere erlitten Verletzungen. Auch der Flughafen von Dammam wurde zuletzt ins Visier genommen. Zu den Attacken bekannte sich die proiranische Huthi-Miliz aus dem Jemen.
In Riad sitzt derzeit die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche fest. Aufgrund der Sperrung des Flughafens könne die für diesen Montag geplante Rückreise nicht wie vorgesehen stattfinden, räumte ihr Ministerium in Berlin ein.
Russland soll Brexit-Referendum beeinflusst haben
Beim Brexit-Referendum vor zehn Jahren gab es nach Angaben des britischen Premiers Andy Burnham eine Einmischung Russlands. Dies habe ihm die Regierungszentrale in der Londoner Downing Street auf Nachfrage klar bestätigt, sagte Burnham. Wie genau die russische Einmischung aussah, wollte er nicht mitteilen. Spekulationen darüber gab es schon seit langem.
Bei seinem Besuch in Berlin vergangene Woche habe er mit Bundeskanzler Friedrich Merz über das Thema gesprochen, berichtete der Labour-Politiker. Auch in Deutschland gebe es sicherlich russische Desinformation, mit der Einfluss auf die Politik genommen werde, fügte Burnham hinzu.

Die Briten hatten bei dem Referendum 2016 mit knapper Mehrheit für den Austritt aus der EU gestimmt. 2020 wurde der Brexit schließlich vollzogen. Burnham selbst schloss einen Wiedereintritt des Vereinigten Königreichs nicht aus.
Reigen der Nobelpreis-Verkündungen geht zu Ende
In Stockholm wird an diesem Montag das letzte Nobelpreis-Geheimnis dieses Jahres gelüftet: Die Königlich Schwedische Akademie gibt bekannt, wer die Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaften erhält. Vergangene Woche waren bereits die diesjährigen Nobelpreisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden verkündet worden.

Der Wirtschaftspreis, der erst seit 1969 verliehen wird, geht als einzige Auszeichnung nicht auf das Testament des Dynamit-Erfinders Alfred Nobel zurück. Im vergangenen Jahr wurden der US-Israeli Joel Mokyr, der Franzose Philippe Aghion und der Kanadier Peter Howitt für ihre Forschungen zu nachhaltigem Wachstum ausgezeichnet. Überreicht werden die Nobelpreise traditionell am 10. Dezember, dem Todestag von Nobel.
Steinmeier sieht Hunger durch Klimawandel begünstigt
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat auf dramatische Folgen des Klimawandels für Menschen in Kriegs- und Krisengebieten hingewiesen. Sie litten ganz besonders unter Ernteausfällen, sagte Steinmeier in einer Ansprache zur Eröffnung der Woche der Welthungerhilfe. "Auf Hunger folgt Gewalt, auf Gewalt folgt Hunger", fügte der Bundespräsident hinzu. Wetterextreme häuften sich - in Deutschland, in Europa und weltweit, stellte Steinmeier fest. "Wo Regen ausbleibt, brennen Wälder, trocknen Flüsse aus, verdorren Felder, gehen Ernten verloren."

Als erfolgreiche Maßnahme gegen den "Teufelskreis" aus Hunger und Gewalt führte der Bundespräsident ein Projekt in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) an. Dort sei es gelungen, "eine zertifizierte Produktion von Saatgut aufzubauen, die Herstellerinnen und Hersteller auszubilden und sie in einem Netzwerk zusammenzubringen". Die Welthungerhilfe unterstütze allein in Zentralafrika mehr als 300 dieser Netzwerke.
Homosexuelle im Senegal immer mehr unter Druck
Im westafrikanischen Senegal sind Homosexuelle zunehmend Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Personen aus der LGBTQ-Gemeinschaft würden stigmatisiert, verhaftet und zu HIV-Tests gezwungen, berichtet die Organisation Human Rights Watch. Viele Menschen sähen sich gezwungen, ihren Alltag einzuschränken und auf die Wahrnehmung ihrer Rechte zu verzichten. Auch die Afrikanische Vereinigung zur Verteidigung der Menschenrechte (RADDHO) beklagte, dass Inhaftierungen, Gewalt und Misshandlungen von Homosexuellen im ganzen Land stark zugenommen hätten.

Hintergrund ist eine in diesem Jahr erfolgte Gesetzesverschärfung. So wurde unter anderem die Höchststrafe für einvernehmliche gleichgeschlechtliche Handlungen auf zehn Jahre verdoppelt. Human Rights Watch veröffentlichte seinen neuen Bericht auch mit Blick auf die Olympischen Jugendspiele, die von Ende Oktober bis Mitte November in Senegals Hauptstadt Dakar stattfinden.
Papst kündigt baldige Lungen-OP in Rom an
Anderthalb Jahre nach seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche muss sich Papst Leo XIV. einer Operation an der Lunge unterziehen. Der Eingriff sei bereits in dieser Woche in der römischen Gemelli-Klinik geplant, bestätigte der Vatikan. Bei einer Untersuchung der Lunge hätten Ärzte einen Knoten festgestellt, hatte der Papst am Sonntag selbst mitgeteilt. Der Knoten sei in einem "frühen Stadium" entdeckt worden und "gut lokalisiert". Die Mediziner hielten einen Eingriff für ratsam, berichtete der 71-Jährige. Weitere Einzelheiten wurden bisher nicht bekannt.

Die Genesung nach der OP soll nach Angaben des Vatikans etwa eine Woche dauern. Für November hat Papst Leo eine längere Südamerika-Reise geplant, die ihn nach Uruguay, Argentinien und Peru führen soll.
wa/pg/gri (dpa, afp, rtr, kna, epd)
Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht aktualisiert.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.