Trotz Ermittlungen: Krach will SPD-Spitzenkandidat in Berlin bleiben
Ermittlungen kurz vor Berlin-Wahl Krach will an SPD-Spitzenkandidatur festhalten
Stand: 10.09.2026 • 14:19 Uhr
Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Krach will ungeachtet der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover gegen ihn weiter Wahlkampf machen. Die Vorwürfe wies er erneut vehement zurück.
Der unter Druck stehende Berliner SPD-Landeschef Steffen Krach hält an seiner Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl fest. Er werde in den Tagen bis zum 20. September weiter wie bisher Wahlkampf machen, sagte der 47-Jährige am Donnerstag auf einer Pressekonferenz.
Durchsuchungen in Berlin und Hannover
Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Hannover gegen Krach ermittelt und es an drei Orten Durchsuchungen hab - in seiner Berliner Privatwohnung sowie in Büros in Berlin und Hannover. Die Staatsanwaltschaft nannte keine Details zu den Ermittlungen. Hintergrund sind nach Angaben Krachs mögliche Bestechlichkeit in einem Vergabeverfahren für ein früheres Krankenhaus in Lehrte in der Region Hannover. Krach war als Regionspräsident in Hannover und Aufsichtsratschef des Klinikkonzerns an den Vorgängen beteiligt.
Spender im Bieterverfahren unterlegen
Der SPD-Spitzenkandidat erläuterte Informationen, die teils schon am Mittwochabend bekannt geworden waren. Ein Bieter habe der Berliner SPD Ende Dezember 2025 - während des noch laufenden Verfahrens - eine Spende von 9.900 Euro überwiesen, so Krach. Davon habe er am 7. Januar erfahren und nur wenig später die Weisung erteilt, die Spende nicht anzunehmen und zurückzuüberweisen, so Krach. Das sei am 9. Januar passiert. Dem rbb liegen Belege zur Rücküberweisung vor. Noch vor dieser Spende hatte Krach sich für diesen Bieter stark gemacht - aus rein "inhaltlichen" Gründen, wie er am Donnerstag bekräftigte. Er habe das Angebot als besser für einen neuen Gesundheitsstandort in der Region Hannover erachtet. Mit dem Firmeninhaber hatte Krach nach eigenen Angaben während des Vergabeverfahrens keinerlei Kontakt. Dieser Bieter habe am Ende des Verfahrens auch nicht den Zuschlag bekommen. Dem NDR zufolge gab es Ermittlungen gegen eben diesen Bieter wegen des Verdachts auf wettbewerbsbeschränkende Absprachen. Krach sagte am Donnerstag, diese Vorwürfe hätten am Ende auch den Aufsichtsrat bewogen, den Zuschlag einem anderen Bieter zu geben.
"Ich habe nichts zu verbergen", betonte der 47-Jährige mehrfach. Er werde alles dafür tun, um die Sache schnell aufzuklären. Er forderte aber auch weitere Informationen von der Staatsanwaltschaft ein. Sein Anwalt sei mit der Staatsanwaltschaft im Gespräch. Zum Zeitpunkt des Zugriffs in seiner Wohnung - so kurz vor der Berlin-Wahl wollte Krach explizit nichts sagen. "Die Bewertung überlasse ich Ihnen, den Medien und den Berlinerinnen und Berlinern", sagte er. Ihm sei es immer wichtig gewesen, transparent zu sein. "Deswegen trifft mich der Vorwurf, den es jetzt gibt und den ich mit aller Deutlichkeit zurückweise, auch persönlich und ich werde alles dafür tun heute, morgen und in den nächsten Wochen und Monaten schnell aufzuklären", so Krach. Er spüre trotz der Ermittlungen Unterstützung aus der SPD, sagte Krach. Er habe sowohl von der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus als auch der SPD-Landesspitze Rückhalt erfahren. Auch mit dem SPD-Bundesvorsitzenden Lars Klingbeil sei er in Kontakt gewesen und habe auch hier Rückhalt bekommen.
Sendung: rbb24 spezial, 10.09.2026, 12:00 Uhr Video: rbb24 spezial 10.09.2026, Arndt Breitfeld
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