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Friday, October 16, 2026

Provokant schön

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Tätowierte Gesichter, Teufelshörner, die implantiert werden, oder chirurgisch geformte Elfenohren: Body Modifications fallen auf und können polarisieren. Wenn Menschen ihren Körper bewusst verändern, ist das für viele der beste Ausdruck des eigenen Selbst.

Tattoos: zur Identitätsverstärkung oder Heilung

Tattoos auf Rücken, Armen und Beinen sind weitverbreitet und damit längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Aber einige gehen weiter und wollen mehr: Marcel aus Wien lässt seinen Körper nahezu vollständig tätowieren, Tobi lässt sich die Zunge spalten und Teufelshörner einsetzen, Mandy bekommt Elfenohren, Sabrina erhält nach ihrer Brust-OP im Rahmen ihrer Krebserkrankung ihr Körpergefühl wieder zurück, und für Diakon Rainer geht seine Liebe zu Gott buchstäblich unter die Haut. Sie alle haben ihre Körper modifiziert. Aus Spaß, als Kunstwerk, zur Identitätsverstärkung oder zur Heilung.

"Also, die typischen Vorurteile, die ich eigentlich mitbekomme mit meinem Aussehen, sind arbeitslos, irgendwie kriminell oder gewalttätig und drogenabhängig": So beschreibt Tierpfleger Tobi die Reaktionen auf seine fast 400 Tattoos, Implantate und die gespaltene Zunge.

Marcel ist in den sozialen Medien bekannt als "Eternal Exodia" und hat dafür mehr als 730 Stunden auf dem Tätowierstuhl verbracht. Er richtet sein gesamtes Leben konsequent auf seinen außergewöhnlichen Look aus, hat seinen Körper zum Kunstwerk gemacht: "Warum ich es mache? Weil ich das gesamte Kunstwerk sehe. Ich sehe mich in den Spiegeln und denke mir, so was gibt es nur einmal auf der Welt."

Wunsch nach Individualität

Tattoo-Legende Henk Schiffmacher blickt auf über fünf Jahrzehnte in der Branche zurück und hat beobachtet, wie aus einer kleinen Subkultur ein weltweites Geschäft wurde.

Mandy erfüllt einen lange gehegten Traum und lässt sich an den Ohren operieren. Jetzt haben sie die Form von Elfenohren.

Für Sabrina wird ein medizinisches Tattoo nach ihrer Krebserkrankung zum wichtigen Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Körpergefühl.

Und Rainer Fuchs trägt seinen Glauben dauerhaft auf der Haut und erlebt als Diakon, wie seine Tattoos Türen öffnen, die anderen Kirchenvertreterinnen und -vertretern oft verschlossen bleiben.

Wie viel Schmerz muss man aushalten, um endlich so auszusehen wie Marcel? Und was war die größte Angst, bevor Tobi sich das Auge tätowieren ließ? Sie zeigen, wie viel Zeit, Geld und Überwindung hinter ihren Veränderungen stecken, und erzählen, weshalb sie diesen Weg trotzdem immer wieder gehen.

"Make me beautiful" fragt, warum der Wunsch nach Individualität für manche Menschen unter die Haut geht und was ihre persönlichen Geschichten über den gesellschaftlichen Blick auf Schönheit, Normalität und Anderssein erzählen.

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