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Tuesday, September 29, 2026

Katja Kipping im Frühstart : Paritätischer Wohlfahrtsverband warnt vor Pflegenotstand

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Katja Kipping im Frühstart Paritätischer Wohlfahrtsverband warnt vor Pflegenotstand

29.09.2026, 09:25 Uhr

Die Bundesregierung diskutiert weiter über ein Sparpaket für die Pflegeversicherung. Der Paritätische Gesamtverband ist gegen Kürzungen und befürchtet einen Kollaps des Systems.  

In der Debatte um die Pflegereform fordert die Geschäftsführerin des Paritätischen Gesamtverbandes, Katja Kipping, eine grundlegende Systemänderung. Die Weichen müssten jetzt gestellt werden, um die Pflege zukunftsfest zu machen, sagte Kipping im Frühstart von ntv. "Dazu braucht es den Mut zu einer wirklichen Reform, zu einer Pflegevollversicherung." Damit würden alle Kosten für Pflegebedürftige von den Pflegekassen abgedeckt. Dies sei zwar keine Lösung für sofort, räumte Kipping ein, ohne die Reform aber bleibe man permanent in einem Hamsterrad schlechter Entscheidungen. 

Kipping wandte sich gegen das geplante Reformpaket von Gesundheitsminister Carsten Linnemann. Die Pflege müsse für die Betroffenen bezahlbar bleiben. "Das wird nicht funktionieren, wenn man nur im Kürzungsmodus bleibt." Sie warf dem CDU-Politiker vor, immer höhere Zahlungen der Betroffenen in Kauf zu nehmen und die Bezahlung der Pflegekräfte nicht mehr ordentlich abzusichern. Dies sende ein verheerendes Signal an junge Menschen, die man eigentlich für den Beruf begeistern müsse.  "Damit ist der Pflegenotstand der Zukunft vorprogrammiert." 

Die Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes begrüßte die Forderung der SPD nach einem Deckel für den Eigenanteil der Heimbewohner. "Wir wissen, dass ein Drittel aller Pflegebedürftigen auf Sozialleistungen angewiesen ist, weil sie es anders gar nicht mehr finanzieren können." Ein Deckel müsse aber von weiteren Maßnahmen begleitet werden. So müsse man alle Einkommensarten zur Finanzierung der Pflege heranziehen und die Beitragsbemessungsgrenze anheben. Kurzfristig solle der Bund die fünf Milliarden Euro zurückzahlen, die er in der Corona-Pandemie für Sofortmaßnahmen von den Pflegekassen genommen hatte. 

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