Umweltminister Schneider fordert anderen Umgang mit Wasser
Niedrige Pegelstände in Deutschland:Umweltminister Schneider fordert anderen Umgang mit Wasser
Angesichts der niedrigen Pegelstände deutscher Gewässer hat Umweltminister Carsten Schneider die Bundesländer zu massiven Investitionen in die Wasserinfrastruktur aufgerufen.
Der Rhein leidet unter extremer Trockenheit, Grund dafür sind ausbleibende Niederschläge und fehlendes Schmelzwasser. Der Pegel liegt in Kaub bei nur zwei Zentimetern, Besserung ist nicht in Sicht.
28.09.2026 | 2:17 minBundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) mahnt angesichts der Trockenheit in diesem Jahr ein Umdenken beim Umgang mit Wasser in Deutschland an. "Die Zeiten, in denen wir uns in Deutschland über Wasser keine Gedanken machen mussten, sind endgültig vorbei. Deutschland braucht einen anderen Umgang mit Wasser", sagte Schneider dem "Kölner Stadt-Anzeiger".
Die niedrigen Pegelstände in Flüssen wie dem Rhein hatten in diesem Sommer für eine erhebliche Einschränkung der Binnenschifffahrt gesorgt. Die Lage am Rhein und am Bodensee nannte Schneider eine dramatische Belastung für Natur und Wirtschaft. Sie sei aber nur ein sichtbares Zeichen einer größeren Entwicklung.
Am Montag findet in Berlin im Bundesumweltministerium eine Konferenz zu Wasserpolitik statt. Teil daran nimmt auch EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall.
Die Pegelstände haben Tiefstwerte erreicht, was Schiffe dazu zwingt, weniger Fracht mitzunehmen. Es bräuchte eine längere Regenperiode, um die Situation zu entspannen.
01.10.2026 | 2:01 minWasserpolitik muss sich ändern
Schneider sagte weiter, Wasser möglichst schnell abzuleiten und nasse Flächen trockenzulegen, sei Wasserpolitik der letzten Jahrhunderte gewesen. "Heute ist die Aufgabe, Wasser so gut wie möglich in der Landschaft zu halten. Wenn die Gebirge mit ihren Gletschern als Wasserlieferanten ausfallen, müssen die Flüsse, Auen, Wälder und Böden umso mehr zu Wasserspeichern werden", erklärte Schneider.
Dies bedeute zum Beispiel, trockene Moore wieder zu vernässen, Flüssen mehr Raum zu geben und Wälder zu stabilen Mischwäldern umzubauen. Auch die technische Wasserinfrastruktur müsse fit gemacht werden.
Die Länder tun gut daran, die Mittel aus dem Sondervermögen zu einem guten Teil in die Wasserinfrastruktur zu investieren.
Carsten Schneider, Bundesumweltminister
Der Bund hat den Ländern aus dem Sondervermögen für Infrastruktur 100 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.
Wassermangel wird zum Risiko für ganze Wirtschaftsbranchen. Nicht nur, weil niedrige Pegelstände Logistikketten unterbrechen. Auch wegen des Klimawandels fehlt insgesamt Wasser.
26.08.2026 | 2:49 minQuelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtete "heute in Deutschland" am 28.09.2026 ab 14 Uhr.
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