"Überraschende" Vergeltung: Irans neuer Verteidigungsminister warnt USA vor Bombenangriff

"Überraschende" VergeltungIrans neuer Verteidigungsminister warnt USA vor Bombenangriff
18.10.2026, 13:17 Uhr

Nachdem Irans Verteidigungsminister im Krieg gegen die USA getötet wird, wählt Teheran nun einen Nachfolger. Kaum im Amt droht der erfahrene Raketenexperte Trump mit Vergeltung. Anlass sind Berichte über mögliche US-Angriffe mit der "Mutter aller Bomben".
Der Iran bekommt einen mit der Raketenproduktion erfahrenen Funktionär als neuen Verteidigungsminister. Im Parlament (Madschles) stimmten 237 der 290 Abgeordneten für den Rüstungsexperten Mehrdad Achlaghi Ketabtschi, wie der staatliche Rundfunk berichtete. Präsident Massud Peseschkian hatte ihn Anfang Oktober offiziell nominiert.
Der 68-Jährige folgt auf den früheren Minister Asis Nasirsadeh, der am 28. Februar in Teheran bei dem von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran getötet wurde. Seitdem hatte ein General der Revolutionsgarden, Madschid Ebn-ol-Resa, das Amt in der Krisenzeit kommissarisch geführt. Der neue Verteidigungsminister ist iranischen Angaben zufolge ein erfahrener Experte aus der Rüstungsindustrie. Er leitete unter anderem die staatliche Luftfahrtindustrieorganisation (AIO), die an der Entwicklung und Produktion von Raketensystemen beteiligt ist.
Kurz nach seiner Bestätigung richtete der neue Ressortchef scharfe Drohungen an die USA. Der US-Präsident solle sich darauf konzentrieren, seine Truppen sicher aus der Region abzuziehen, sagte Achlaki Ketabtschi. "Wenn er eine einzige Bombe abwirft, wird er sehen, wie viele seiner Soldaten die Region in waagerechter Position verlassen müssen."
Ketabtschi von EU und USA sanktioniert
Der neue Minister reagierte damit auf einen CNN-Bericht, wonach die USA Angriffspläne gegen iranische Energie- und Atomanlagen entwickelt hätten. Diese könnten den Einsatz der größten nicht-nuklearen Bombe im US-Arsenal beinhalten, auch bekannt als "Mutter aller Bomben". Sollte der "amerikanische Feind" eine weitere Fehlkalkulation begehen, werde die Antwort "überraschend und umfassend" ausfallen, sagte Achlaki Ketabtschi weiter.
Ketabtschi ist mit internationalen Sanktionen belegt. Die Europäische Union etwa verhängte Strafmaßnahmen im Zusammenhang mit seiner Rolle bei der AIO. Die EU wirft ihm außerdem vor, an der Beschaffung verbotener Güter sowie an Technologien zur Unterstützung des iranischen Nuklearprogramms beteiligt gewesen zu sein. Auch die UN und die USA hatten Sanktionen gegen ihn verhängt.
Die Modernisierung des Raketenprogramms hat für Teheran hohe Priorität. Seit Jahren setzt die iranische Staatsführung zur militärischen Abschreckung auf die Produktion ballistischer Raketen. Auch im Krieg gegen Israel und die USA erfolgten die iranischen Gegenangriffe auf Israel und US-Stützpunkte in der Region vor allem mit Raketen.
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