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Friday, November 6, 2026

Autoproduktion legt kräftig zu: Deutsche Industrieproduktion trotzt Krisen und wächst überraschend

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Autoproduktion legt kräftig zuDeutsche Industrieproduktion trotzt Krisen und wächst überraschend  

06.11.2026, 10:49 Uhr

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Die deutsche Industrie zeigt erste Erholungen - vor allem dank der Autobauer. (Foto: picture alliance/dpa)

Nach zwei schwachen Monaten meldet sich Deutschlands Autoindustrie mit einem kräftigen Produktionsplus zurück. Auch die deutsche Industrie insgesamt wächst wieder. Ökonomen schöpfen Hoffnung auf eine Erholung - doch in einigen Branchen hält die Krise an.

Überraschend ist die deutsche Industrie im September trotz Einschränkungen durch die Dürre und negativer Folgen der Kriege im Iran und der Ukraine weiter gewachsen. Der erwartete leichte Dämpfer blieb damit aus. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,7 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Maßgeblich war demnach der Zuwachs in der Automobilindustrie - hier stieg die Produktion um 17,1 Prozent im Vormonatsvergleich.

Allerdings wurde der Wert für den Vormonat deutlich nach unten revidiert. Das Wachstum lag im August bei 1 Prozent und nicht wie ursprünglich gemeldet bei 2 Prozent. Die vergleichsweise hohe Revision sei auf ergänzte Angaben von Unternehmen im Baugewerbe zu Umsatzsteuervoranmeldungen zurückzuführen, hieß es vom Statistischen Bundesamt zur Begründung. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich lag die Produktion im dritten Quartal von Juli bis September um 0,4 Prozent niedriger als im zweiten Quartal.

Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte, die zuletzt deutliche Stimmungsaufhellung in der Industrie, die hohen Auftragsbestände und das Auslaufen von produktionsdämpfenden Sondereffekten sprächen für eine Belebung der Industriekonjunktur zum Jahresende. "Angesichts des nach wie vor schwierigen geopolitischen Umfelds und der zwischenzeitlich erneut deutlich gestiegenen Weltmarktpreise für Energie bleibt die Erholung jedoch mit Risiken behaftet."

Wachstum bei der Autoindustrie

"Der Anstieg der Industrieproduktion zeigt: Die Erholung der deutschen Industrie und damit der deutschen Wirtschaft ist intakt", erklärte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien. Allerdings brächten die Wahlergebnisse in den USA auch ein Risiko für den Boom beim Bau von Rechenzentren mit sich. In vielen US-Bundesstaaten haben die Demokraten gewonnen, die tendenziell dem Bau von Rechenzentren skeptischer gegenüberstehen. Auch eine Reihe von Volksentscheiden gegen Rechenzentren waren erfolgreich. "Das könnte die deutschen Exporte in die USA etwas dämpfen, da zuletzt deutsche Unternehmen als Lieferanten von elektronischer Ausrüstung und Ausrüstungen für die Energieversorgung stark von dem KI-Boom in den USA profitiert hatten", sagte der IMK-Ökonom.

Die positive Entwicklung der Produktion im September ist aus Sicht des Statistischen Bundesamtes maßgeblich auf den Zuwachs in der Automobilindustrie um 17,1 Prozent zurückzuführen. Hier habe die Produktion in den beiden Monaten zuvor unter anderem aufgrund von Produktionsumstellungen und Werksferien auf einem niedrigen Niveau gelegen. Auch der Anstieg in der Pharmaindustrie um 8,0 Prozent, die nach zwei schwächeren Monaten stieg, stützte. Negativ wirkte sich der Rückgang in der Bauproduktion (-2,6 Prozent) aus. Auch im Maschinenbau (-6,5 Prozent) fiel die Produktion.

IMK-Direktor Dullien, erklärte: "Damit zeigt sich nun, dass die Produktionsschwäche in der Kfz-Produktion im Juli und August zu einem spürbaren Teil der besonderen Lage der Sommerferien und Werksferien geschuldet war und der unterliegende Trend etwas besser als von einigen befürchtet war."

Aufträge wichtig für das Wirtschaftswachstum

Für die weitere Entwicklung der Industrieproduktion sind aus Sicht von Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank die Auftragseingänge und der Auftragsbestand die entscheidenden Größen. Beide zeigten zuletzt eine freundliche Tendenz. Das verarbeitende Gewerbe habe als Ganzes also ausreichend Aufträge, um das deutsche Wirtschaftswachstum zu beschleunigen.

Selbst von der Automobilindustrie gebe es wieder positive Nachrichten, ergänzte er. Zwar werden die Restrukturierungen aus seiner Sicht noch einige Zeit benötigen, doch der gute Auftragseingang im September nähre die Hoffnung, dass auch bei den Automobilherstellern die Talsohle durchschritten werde. "Die Produktion wird in den kommenden Quartalen das Wirtschaftswachstum in Deutschland stützen", sagte Gitzel.

Der deutsche Industriesektor hatte im September wieder mehr Bestellungen erhalten und sich damit etwas vom Auftragseinbruch im August erholt. Das Neugeschäft legte um 4,4 Prozent zu. "Robuste Auftragseingänge und die in verschiedenen Industriezweigen bereits prall gefüllten Orderbücher dürften ein gutes Fundament für eine weitere Stabilisierung der Produktion sein", meint Marc Schattenberg, Volkswirt bei Deutsche Bank Research. Das spiegelten auch die zuletzt deutlich optimistischeren Stimmungsindikatoren wider. Allerdings dürften zunächst die hohen Öl- und Gaspreise sowie der strukturelle Wandel in Schlüsselindustrien einer noch kräftigeren Erholung im Wege stehen, so der Experte.

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