Freitag: Meta-Haftung für Nutzerbetrug, Googles KI-Agent für das Familienleben
Werbung und Profile bei Instagram und Facebook locken mit dem Namen eines bekannten Unternehmers in die Betrugsfalle. Meta verdient daran, unternimmt aber zu wenig dagegen, so ein deutsches Gericht. Deshalb sei der Betreiber der Dienste haftbar auch für Beiträge der Nutzer. Derweil strickt Google seinen experimentellen KI-Agenten CC um. Dieser soll fortan das Familienleben organisieren, für jeweils bis zu sechs Erwachsene in den USA. Das soll „Familien helfen, weniger Zeit für die Koordinierung von Logistik und mehr Zeit für simples Zusammensein aufzuwenden“, so Google. Für ein sicheres Zusammensein soll die für Großbritannien angekündigte Nachbarschaftsfunktion der Ring-App sorgen. Bislang tauschen sich Nachbarschaften oft in WhatsApp- oder Facebook-Gruppen aus, die aber schnell überladen sind. Mit der neuen Ring-Funktion lassen sich auch verlorene Haustiere finden – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Der Betreiber einer Onlineplattform, der Inhalte mittels Algorithmus zum eigenen finanziellen Vorteil steuert, haftet für die Inhalte, auch wenn er diese nicht konkret kennt. Das ist die Kernaussagen eines am Mittwoch gegen Meta Platforms verkündeten Urteils des Landgerichts Frankfurt. Wird die Entscheidung rechtskräftig, kommt auf Meta, X, YouTube und andere kommerzielle soziale Netze viel Arbeit zu. Meta betreibt Instagram, Facebook und WhatsApp und haftet demnach für Postings, die ein Algorithmus ausspielt. Eine gute Nachricht hat das Gericht für rein antichronologische Dienste wie Mastodon und Online-Foren, wo die Plattform keine Kontrolle ausübt und die Auswahl der angezeigten Inhalte im Kern den Nutzern überlassen wird: Meta Platforms haftet für Werbung und Profile unter fremdem Namen.
Wer in einer Familie wann wo was zu tun hat, kann komplex werden. Google meint, das soll ein KI-Agent vorschlagen – vorausgesetzt, die Familienmitglieder füttern ihn laufend mit allen relevanten Daten und nutzen dann auch jeden Tag Google-Dienste, beginnend mit Gmail, Chat, Docs und Kalender. Zu dem Behufe baut Google seinen im Dezember vorgestellten experimentellen KI-Agenten CC um: „Heute wird CC zum Agenten für Familien und Haushalte.“ CC erhält eine eigene Identität samt Google-Konto, was nicht zuletzt die Rechteverwaltung vereinfachen soll. Bis zu sechs Familienmitglieder können den KI-Agenten verwalten, um ihr Leben von ihm verwalten zu lassen. Frei verfügbar ist das Experiment CC bislang nicht. US-User dürfen sich auf eine Warteliste für CC eintragen: Googles KI-Agent „CC‟ soll das Familienleben verwalten.
Nicht nur für die Familie, sondern die ganze Nachbarschaft erweitert der US-amerikanische Smart-Home-Anbieter Ring die eigene App in Großbritannien um eine Nachbarschaftsfunktion. Damit können sich Nachbarn etwa zu Sicherheitsfragen oder örtlichen Angelegenheiten austauschen, aber auch entlaufene Haustiere wiederfinden. Üblicherweise werden WhatsApp- oder Facebook-Gruppen dafür genutzt, jetzt kommt eine Alternative von Ring für britische Nutzer, nachdem die Funktion in den USA bereits seit etlichen Jahren verfügbar ist. Insbesondere mit der Suche nach Haustieren will sich der seit 2018 zu Amazon gehörende Anbieter vernetzter Türklingeln von bisherigen Nachbarschaftsgruppen absetzen, wo es oft um weniger wichtige Dinge geht: Amazon bringt Ring-Funktion zur Nachbarschaftswache auch nach Großbritannien.
Wasserstoff wurde vor einigen Jahren als neue Energieträger gehypt. Als großer Vorteil gegenüber Elektrofahrzeugen galt die Tankzeit, die kürzer ist als das Laden. Zuletzt schien es etwas still geworden zu sein. Auf der IAA Transportation zeigt sich jedoch, dass der Wasserstoff weiterhin als Energieträger seine Bedeutung hat. So stellt Toyota in Hannover eine neue Brennstoffzellengeneration vor. Diese soll „effizienter, leichter und leistungsstärker“ sein. Daneben zeigt die chinesische Marke Rygg einen Brennstoffzellen-Sattelschlepper, der zusätzlich über einen Akku verfügt, wenn etwa an einer Steigung mehr Leistung benötigt wird. Auch sei die Versorgung gesichert, denn die Zahl der Wasserstofftankstellen in Deutschland wächst wieder, heißt es auf der IAA Transportation: Wasserstoff bleibt relevant in der Mobilität.
Was braucht es, um einen Menschen im Internet zweifelsfrei zu erkennen? Darauf gibt es mehr Antworten, als vielen Nutzern lieb ist. Im c’t-Datenschutz-Podcast beschäftigen wir uns mit den Möglichkeiten der Identifikation von Nutzern im Internet. Rechtlich beginnt dabei alles beim Personenbezug. Nach der DSGVO genügt es, dass eine Person mittelbar identifizierbar ist, etwa über eine Online-Kennung. Klassischer Anknüpfungspunkt ist die IP-Adresse. Im Tracking-Alltag, insbesondere für Werbung, spielen dagegen Cookies, Werbe-IDs und vor allem Logins die Hauptrolle. Ganz ohne explizite Kennung kommt das Browser- und Device-Fingerprinting aus, das User-Agent, Sprache, Auflösung, Zeitzone und viele weitere Aspekte zu einem oft bemerkenswert eindeutigen Profil kombiniert. Darum geht es in der Auslegungssache 168: Wie das Netz uns erkennt.
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Auch noch wichtig:
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- Forschungslabor Emergence beobachtet, wie KI-Agenten in Sozialexperimenten einen eigenen Dialekt entwickeln, der für Menschen kaum noch verständlich ist: Menschen verstehen KI-eigene Sprache kaum noch.
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