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Friday, October 23, 2026

Gescheiterte Linux-Konsole: Atari beendet Support für VCS

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Mit der Retro-Konsole VCS wollte Atari Ende der 2010er-Jahre an die Erfolge des beliebten Atari 2600 anknüpfen. Heraus kam eine überambitionierte Mischung aus offenem Unterhaltungssystem, Retro-Konsole und Linux-Rechner, die schnell zum Ladenhüter wurde und Ataris ohnehin schon angeschlagenes Geschäft zusätzlich belastete. Jetzt stellt Atari Vertrieb und Support endgültig ein.

Am 1. Februar 2027 kappt der Hersteller die Verbindung zum hauseigenen Store für digitale Spiele. Nutzer sollen noch bis zum 31. Januar 2027 einkaufen können, danach ist Schluss mit neuer digitaler Software aus dem offiziellen Store. Bereits gekaufte und heruntergeladene Spiele sollen aber weiterhin spielbar bleiben. Sobald der Store seine Pforten schließt, will Atari die Funktionen des Betriebssystems per Update vollständig auf die Konsole verlagern. Anmeldung, Authentifizierung und Software werden nicht mehr von den Servern abhängig sein.

Zusätzlich soll die App „Atari Home Brew“ auf alle Geräte installiert werden. Darüber sollen Nutzer künftig auch ohne den offiziellen Store neue Spiele installieren und Entwickler ihre Projekte weiterhin unabhängig von Atari mit der Community teilen können. Weitere Informationen und Anleitungen für die OS-Migration hat Atari für Anfang 2027 angekündigt. Ist dieser Umbau abgeschlossen, endet auch der Produktsupport.

Der Atari VCS war seit jeher ein Problemkind für das Unternehmen. Die Crowdfunding-Kampagne spülte 2018 zwar rund drei Millionen US-Dollar in die Atari-Kassen. Es kam aber zu Entwicklungsproblemen, mehreren Verschiebungen und einem Rechtsstreit mit dem Hardware-Architekten des VCS. Unterstützer erhielten ihre Geräte erst 2020. Im Folgejahr startete der VCS offiziell in Nordamerika, Australien und Neuseeland, verkaufte sich aber außerhalb der eigenen Fangemeinde schlecht. Einen offiziellen Europastart gab es nie.

Frühe Tests fielen verhalten aus und kritisierten vor allem den Preis von knapp 400 US-Dollar für Konsole, Joystick und Gamepad sowie das Softwareangebot. Laut Ataris Halbjahresbericht sank der Hardwareumsatz, der auch Spielmodule umfasst, von 2,3 Millionen Euro in den Monaten April bis September 2021 auf 200.000 Euro im gleichen Zeitraum 2022. Bereits 2022 setzte Atari die direkten Fertigungsverträge aus. Der Direktverkauf des VCS endete 2025.

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