Klopps Kader, Kanadas Nähe zu Europa und Spritpreis-Debatte
Guten Abend,
die Erwartungen an Jürgen Klopp bei seiner ersten Kadernominierung als Bundestrainer waren groß - und für viele hat er sie sogar übertroffen. Auf jeden Fall setzte er heute Maßstäbe: mit einem Doppel-Kader und auch politischen Botschaften. Im Europaparlament zeigte Kanadas Premierminister Mark Carney, wie nah sein Land an die EU heranrückt. Und die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer bewertete die verschiedenen Vorschläge, wie Autofahrerinnen und Autofahrer angesichts der hohen Spritpreise entlastet werden könnten - und warb für ihre eigene Idee.
Klopps Kader: Überraschende Nominierungen und klare Botschaften
- Das ist passiert: Der neue Bundestrainer Jürgen Klopp geht in seine ersten Länderspiele mit einem Doppel-Kader: Das DFB-Aufgebot für vier Spiele zum Nations-League-Auftakt umfasst insgesamt 44 Spieler, darunter gleich 16 mögliche Debütanten. Dafür fehlen unter anderem Deniz Undav und Leroy Sané, die bei der Fußball-WM im Sommer noch dabei waren.
- Das ist der Hintergrund: Die DFB-Elf spielt am 24. September zunächst in den Niederlanden und am 27. September gegen Griechenland - für diese beiden Partien hat Klopp einen ersten Kader nominiert. Für die Spiele gegen Serbien am 1. Oktober und in Griechenland am 4. Oktober gibt es ein zweites Aufgebot. Es ist aber geplant, dass aus dem ersten 24-Mann-Kader einige Spieler auch bei den anderen Partien dabei sind.
- Das sagt Klopp: Die Zusammenstellung des Kaders habe Spaß gemacht, er sei "ganz happy". Er wolle so viele Spieler wie möglich kennenlernen und so viele Eindrücke wie möglich von ihnen bekommen. Und der Bundestrainer wird auch politisch: "Ich würde mir oder uns gerne die Fahne zurückholen." Er wolle "Nationalstolz nicht den falschen Leuten überlassen". Klopp sprach stattdessen von "positivem Patriotismus".
- Das sagt ZDF-Sportreporter Nils Kaben: Klopp habe seine Nominierung "nachvollziehbar erklärt". Es sei eine neue Strategie, aber sie klinge "unheimlich logisch". Mein Kollege lobte zudem, es gebe wenig Pressekonferenzen, bei denen jemand wirklich etwas erklären wolle, Menschen mitnehme und nicht versuche, mit Nebelkerzen um sich zu werfen. "Hut ab", so das Urteil von Nils Kaben zu dem Auftritt des neuen Bundestrainers.
Die wichtigsten Aussagen aus der Pressekonferenz können Sie noch einmal in unserem Liveblog nachlesen, mein Kollege Frank Hellman analysiert die Nominierungen und den Auftritt Klopps:
Sie können sich auch die gesamte Pressekonferenz und die Analysen noch einmal in kompletter Länge ansehen:
ZDFheute live am 17.09.2026
17.09.2026 | 105:58 minKanada und EU: Ein neues Bündnis bahnt sich an
- Das ist passiert: Kanadas Premierminister Mark Carney hat sich offen für die Idee einer Art EU-Sondermitgliedschaft gezeigt. "Wir begrüßen diesen Vorstoß", sagte Premierminister Mark Carney in einer Rede vor dem Europäischen Parlament in Straßburg. Umfragen zeigten, dass eine überwältigende Mehrheit der Kanadierinnen und Kanadier deutlich engere Beziehungen unterstützten.
- Das ist der Hintergrund: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte in ihrer diesjährigen Rede zur Lage der Union dafür geworben, Kanada zum ersten "assoziierten Mitglied" der Europäischen Union zu machen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete dies als "lächerlich". Er warnte, falls er es als "feindseligen Akt" empfinden sollte, würde er hohe Zölle verhängen oder den Handel mit Europa in vielen Bereichen einstellen. Zwischen Kanada und den USA schwelt ein Handelsstreit.
- Das sagt Carney zur engeren Bindung an die EU: Es gehe nicht darum, einen dritten Block zu schaffen, der zu einem Rivalen der Großmächte werden solle. Man strebe nicht nach Macht, um andere zu beherrschen. "Wir wollen widerstandsfähiger werden, damit niemand unsere offenen Märkte kontrollieren, unsere Souveränität beeinträchtigen, unsere territoriale Unversehrtheit bedrohen oder unsere Freiheiten, unsere Demokratien und unsere Rechtsstaatlichkeit untergraben kann", erklärte Carney.
Europa und Kanada sind jeweils für sich stark. Gemeinsam sind sie noch stärker.
Mark Carney, Premierminister Kanadas
Sehen Sie hier die komplette Rede Carneys im EU-Parlament:
phoenix, 17.09.2026
17.09.2026 | 34:09 minSpritpreis-Entlastungen: Wirtschaftsweise Schnitzer ordnet die Ideen ein
- Das ist passiert: In der Politik wird weiter darüber diskutiert, wie Autofahrerinnen und Autofahrer angesichts der hohen Spritpreise entlastet werden können. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Entlastungen angekündigt. Die konkreten Maßnahmen sind aber noch offen.
- Das ist der Hintergrund: Es liegen verschiedene Vorschläge für Entlastungen vor. Sie reichen von Steuersenkungen über einen Spritpreisdeckel bis hin zur Übergewinnsteuer.
- Das sagt die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer: Im ZDF-Morgenmagazin bewertet Schnitzer die verschiedenen Vorschläge. An der Idee, die Mehrwertsteuer zu senken, kritisiert sie unter anderem das Gießkannenprinzip. Auch von einem Spritpreisdeckel rät sie ab, weil dieser ein "falsches Signal" setze. Eine Übergewinnsteuer würde nach Ansicht Schnitzers zwar als "gerecht erscheinen", doch bei der Erhebung stecke "der Teufel im Detail". Die Wirtschaftsweise wirbt stattdessen für eine "Direktauszahlung" an Menschen, die es brauchen.
Lesen Sie hier im Detail, was Schnitzer sagt oder schauen Sie sich das Interview im ZDF-Morgenmagazin in voller Länge an:
ZDF-Morgenmagazin, 17.09.2026
17.09.2026 | 6:06 minZDFheute Update am Abend:Die Nachrichten des Tages kompakt zum Feierabend
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ZDFheute, 17.09.2026, 17:00
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