Gerechtigkeit für wen? Streit um Rente, Pflege, Krankenkasse
Mirko Drotschmann erklärt:Gerechtigkeit für wen? Streit um Rente, Pflege, Krankenkasse
Viele Deutsche finden, dass Lasten ungerecht verteilt sind. Woran machen wir "Gerechtigkeit" bei Rente, Pflege oder den Krankenkassen eigentlich fest - und was könnte sich ändern?
80 Prozent der Deutschen finden laut ZDF-Politbarometer, dass die Lasten ungerecht verteilt sind. @MrWissen2go Mirko Drotschmann erklärt, warum es die eine Gerechtigkeit nicht gibt und worüber bei den Reformen derzeit gestritten wird.
Warum ist Gerechtigkeit gerade so ein großes Thema?
Bei den Landtagswahlen im September wurde in Sachsen-Anhalt die AfD stärkste Kraft, in Berlin die Linke. In Mecklenburg-Vorpommern hat es die CDU zum ersten Mal überhaupt nicht in den Landtag geschafft. Seitdem fordern Politiker der Koalition einen "Gerechtigkeits-Check" für die geplanten Reformen.
Das Problem: Manche finden gerecht, dass belohnt wird, wer mehr leistet. Andere finden, wer mehr braucht, soll mehr bekommen. Und wieder andere wollen, dass alle gleich viel tragen. Alle drei Vorstellungen lassen sich selten gleichzeitig erfüllen.
Worum geht der Streit bei Rente und Pflege?
Bei der Rente ist vor allem die Rente nach 45 Beitragsjahren umstritten. Die Union will sie abschaffen, damit das System für die Jüngeren bezahlbar bleibt. Ostdeutsche Ministerpräsidenten und die SPD halten dagegen: Wer 45 Jahre eingezahlt hat, soll sich darauf verlassen können. Bei der Pflegeversicherung sollen Kinderlose künftig einen höheren Beitragszuschlag zahlen.
Ist es gerecht, dass Privatversicherte schneller einen Termin bekommen?
Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat selbst von einem "Gerechtigkeitsproblem" gesprochen, wenn gesetzlich Versicherte wochenlang auf Arzttermine warten. SPD und Sozialverbände fordern deshalb eine Bürgerversicherung, in die alle einzahlen. Die Ärzteschaft warnt dagegen, dass ohne das Geld der Privatversicherten am Ende alle schlechter versorgt wären.
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