„Destiny 2“ und „Marathon“: So will Bungie das Comeback schaffen
Bungie will aus „Destiny 2“ entfernte Kampagnen, Zielorte und Raids wieder ins Spiel holen. Außerdem soll der Extraction-Shooter „Marathon“ zu einem umfangreicheren Survival-Spiel ausgebaut werden, kündigte die neue Studioleitung an. Es ist der Versuch eines Comebacks für das kriselnde Spielestudio.
„Wir sind mit ‚Destiny‘ nicht fertig“, schreiben Studiochef Poria Torkan und Produktchef Josh Deane in einem Blog-Eintrag. Die beiden räumen offen Fehler ein: Bungie habe in den vergangenen Jahren nicht nur das Vertrauen der Spieler verloren, sondern auch großartige Kollegen und den Blick für Prioritäten. „Wir bitten euch nicht, dem zu vertrauen, was wir heute sagen“, heißt es in dem Beitrag. Vertrauen müsse sich das Studio über die Qualität seiner Spiele und verlässliche Entscheidungen erst wieder verdienen.
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Alte Inhalte kehren zurück
Bungie hatte ab 2020 zahlreiche Inhalte in den sogenannten Content Vault verschoben und damit aus „Destiny 2“ entfernt. Die Studioleitung räumt nun ein, dass diese Entscheidung dem Vertrauen der Spieler nachhaltig geschadet hat. Die zurückgeholten Kampagnen, Zielorte und Raids sollen allen Spielern zur Verfügung stehen.
Mit dem Wiederherstellen alter Dateien ist es laut Bungie aber nicht getan. Seit der Erweiterung „Beyond Light“ habe sich „Destiny 2“ so stark verändert, dass Beleuchtung, Begegnungen, Gegner und weitere Systeme überarbeitet werden müssten. Einen Zeitplan nennt Bungie nicht, weitere Details sollen in den kommenden Monaten folgen. Die Wiederherstellung sei nur der erste Schritt, schreiben Torkan und Deane.
„Marathon“ wird umgebaut
Auch bei „Marathon“ gibt sich Bungie selbstkritisch: Der Shooter sei von Kritikern gut aufgenommen worden, habe aber weniger Spieler erreicht als erhofft. Bungie will das Spiel deshalb über die Genre-Grenzen hinaus entwickeln, die sich das Studio selbst gesetzt hat, und zu einem tiefergehenden Survival-Spiel ausbauen. Künftig soll es Inhalte für kooperatives PvE, kompetitives PvP und den bisherigen PvPvE-Modus geben.
Bungie nennt außerdem vier Zusagen, an denen sich das Studio messen lassen will: eine langfristige Zukunft für „Destiny“, ein wachsendes „Marathon“, mehr Transparenz bei den Entwicklungsprioritäten und eine verlässlichere Kommunikation, vor allem wenn sich Pläne ändern. Gemeinsam mit dem Community-Team soll ein Format entstehen, in dem Bungie regelmäßig über den Stand berichtet. Intern habe man bereits Prioritäten vereinfacht, konkurrierende Projekte reduziert, Entscheidungen näher an die Entwicklerteams verlagert und den Erfolg stärker an der Zufriedenheit der Spieler ausgerichtet.
Studio unter Druck
Bungie braucht den Neuanfang: Ende Juni hatte Sony einen Großteil des „Destiny“-Teams entlassen. Es war bereits die dritte Entlassungsrunde seit der Übernahme durch Sony im Jahr 2022. Torkan leitet das Studio seit dem Abgang von Justin Truman.
Das Ende von „Destiny 2“ hatte Bungie im Mai verkündet, am 9. Juni erschien mit „Monument of Triumph“ das letzte große Update. „Marathon“ erschien im März für PC, Playstation 5 und Xbox Series X/S. Beim Anspielen hinterließ der Extraction-Shooter einen zwiespältigen Eindruck, kommerziell blieb er hinter den Erwartungen zurück. Sony hatte Bungie 2022 für 3,6 Milliarden US-Dollar gekauft.
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