Doku mit Mindesthaltbarkeitsdatum: Wiki.js markiert jetzt veraltete Seiten
Das Entwicklerteam hinter Wiki.js hat die stabile Version 3.0 der freien Wiki-Software veröffentlicht. Für das neue Major-Release wurden sowohl das Backend als auch das Frontend vollständig neu geschrieben, um grundlegende Architekturprobleme der Vorgängerversion 2.x zu beheben. Auf diesem neuen Fundament führt Wiki.js 3.0 unter anderem eine gemeinsame Dokumentenbearbeitung in Echtzeit, eine mandantenfähige Multi-Site-Verwaltung und dynamische Inhaltsblöcke ein.
Echtzeit-Kollaboration, neue Editoren und Inhaltsblöcke
Bei der Textverarbeitung setzt der Markdown-Editor – ebenso wie der AsciiDoc-Editor – ab sofort auf die aus Visual Studio Code bekannte Monaco-Engine und bringt diverse neue Werkzeuge mit. Komplett neu entwickelt wurde der visuelle Editor, der formatierte Inhalte im Hintergrund nun direkt als Markdown abspeichert. Zudem lassen sich Dokumente in fast allen Editoren gemeinsam in Echtzeit bearbeiten. Dabei sind die Cursor-Positionen und Änderungen der anderen Beteiligten sichtbar.
Ergänzend zu klassischen Textdokumenten führt Version 3.0 vier neue Seitentypen ein: Mit „Drawing“ lassen sich über das integrierte Open-Source-Werkzeug Excalidraw direkt im Wiki Skizzen, Formen und Freihandzeichnungen anfertigen. „Live Notes“ entspricht funktional dem Markdown-Editor, ist aber auf das gemeinsame Verfassen von Notizen ausgelegt. Über „Feedback Boards“ können Teams Ideen einreichen, kommentieren und per Abstimmung bewerten, während der Typ „Blog“ das Veröffentlichen klassischer Blogbeiträge innerhalb des Wikis erlaubt. Lediglich bei den Feedback-Boards und dem Blog-Modul gibt es keine Echtzeit-Zusammenarbeit.
Statische Einträge lassen sich in Version 3.0 durch sogenannte „Content Blocks“ um dynamische Inhalte erweitern. Wiki.js liefert über 25 dieser Bausteine mit, die in den drei Haupteditoren (Markdown, Visual und AsciiDoc) zur Verfügung stehen. Dazu gehören unter anderem Ordnerübersichten, Diagramme, interaktive Karten, Bildergalerien, Infoboxen, ein PDF-Viewer, Spoiler-Kästen oder das Einbetten von Inhalten anderer Wiki-Seiten. Administratoren und Entwickler können darüber hinaus eigene Blöcke erstellen und im Wiki bereitstellen.
Multi-Site-Betrieb und Lifecycle-Regeln
Für den Betrieb größerer Umgebungen bietet Wiki.js 3.0 eine Multi-Site-Funktion. Eine einzelne Instanz der Software kann damit mehrere eigenständige Wiki-Sites bereitstellen. Während die Benutzer- und Gruppenverwaltung zentral über die gesamte Instanz hinweg geteilt wird, bleiben sämtliche Inhalte und Einstellungen pro Site getrennt. Das vereinfacht die Rechteverwaltung, da Administratoren einer Benutzergruppe gleichzeitig Berechtigungen für eine oder mehrere Sites zuweisen können. Jede Site erhält einen eigenen Hostnamen und lässt sich individuell mit eigenem Theme, Storage-Backend, Login-Verfahren und spezifischen Editor-Vorgaben konfigurieren.
Um die Qualität und Aktualität umfangreicher Dokumentationen zu sichern, führt das Update Regeln für Freigaben und den Lebenszyklus von Seiten ein. Über Freigaberegeln können Administratoren festlegen, dass bestimmte Nutzergruppen – bis hin zu Gästen – Änderungen zwar vorschlagen dürfen, eine andere Gruppe diese aber vor der Veröffentlichung prüfen und freigeben muss. Lifecycle-Regeln lösen hingegen automatisierte Aktionen anhand definierter Trigger aus. So lässt sich beispielsweise einrichten, dass Artikel, die seit drei Monaten nicht mehr aktualisiert wurden, automatisch ein Veraltet-Warnbanner erhalten und die jeweiligen Seitenverantwortlichen zur Überprüfung benachrichtigt werden.
Überarbeitete Dateiverwaltung und Diskussionen
Auch die Arbeit an bestehenden Texten im Team wurde ausgebaut. Jede Seite verfügt nun über einen eigenen „Talk“-Reiter, in dem Nutzer allgemeine Kommentare hinterlassen und auf bestehende Beiträge antworten können. Für direktes Text-Feedback lassen sich zudem Annotationen an spezifische Abschnitte oder einzelne Formulierungen im Artikel heften, anschließend überprüfen und nach der Bearbeitung als erledigt markieren.
Für die Organisation von Seiten und Mediendateien gibt es einen neuen Dateimanager, über den sich Elemente zentral durchsuchen und verwalten lassen. Ein integrierter Bildeditor erlaubt schnelle Anpassungen direkt im Browser: Grafiken lassen sich dort zuschneiden, skalieren, drehen, farblich anpassen oder unkenntlich machen. Ferner kehrt die Funktion „Visualize Pages“ zurück, mit der sich Seiten und ihre Verknüpfungen untereinander grafisch darstellen lassen. Sie steht sämtlichen Nutzern für alle Seiten zur Verfügung, auf die sie Zugriff haben. Gelöschte Seiten landen neuerdings in einem Papierkorb und können von dort bei Bedarf wiederhergestellt werden.
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