Auch deutsche Bundespolitik: Apple bestätigt Spyware-Warnung
Apple hat sich zu der am Wochenende bekannt gewordenen Spyware-Warnmeldung auf den iPhones deutscher Politiker geäußert. Der Konzern bestätigte gegenüber heise Mac & i, dass es diese am 29. Oktober gegeben hat. Allerdings waren nicht nur Personen in Deutschland betroffen. Stattdessen bekamen Nutzer in 99 Ländern weltweit die Information, dass Apple festgestellt hat, dass diese womöglich durch eine „Mercenary Spyware“, also ein Söldner-Schadprogramm zu Spionagezwecken, das zumeist gezielt eingesetzt wird, angegriffen wurden. Die „Apple Threat Notifications“ verschickt der Konzern regelmäßig, sobald ihm entsprechende Anhaltspunkte vorliegen; er verrät aber nie, was genau diese waren und um welche Spyware es sich handelt. Damit bleiben Betroffenen nur wenige Möglichkeiten, zu reagieren – außer sich klarzumachen, dass ihr iPhone womöglich kompromittiert wurde.
Wenig detaillierte Informationen
Solche Warnmeldungen hat Apple mittlerweile in insgesamt 150 Ländern abgesetzt. Zuletzt erfolgte dies im August. Dem Konzern zufolge geht es bei den Benachrichtigungen darum, Nutzer zu informieren, die möglicherweise gezielte Opfer solcher Angriffe sind, die oftmals von regierungsnahen Stellen und Spionageeinrichtungen kommen. Sie richten sich üblicherweise gegen exponierte Personen, also Politiker, Medienvertreter oder Aktivisten. Solche Attacken bedingen Apple zufolge große Ressourcen (also Kosten) und nehmen nur eine kleine Anzahl von Personen ins Visier. Der Konzern betont, dass normale User fast nie betroffen sind.
Apple macht keine näheren Angaben zu solchen Angriffen und begründet das unter anderem damit, dass Angreifer sonst Detektionsmethoden umgehen könnten. Der einzige direkte Ratschlag – neben der Tatsache, dass Nutzer ihren Geräten nicht mehr vertrauen sollten – ist, den Lockdown-Modus zu aktivieren. Dieser verhindert dann gegebenenfalls neuerliche Attacken, sollte sich eine Spyware nicht im Gerät festgesetzt haben. Betroffene sollten Fachleute kontaktieren. Apple verweist unter anderem auf die Digital Security Hotline der Organisation Access Now.
BSI: Betroffene, bitte melden
Die Besonderheit an dieser Runde der Apple-Threat-Notifications war, dass offenbar eine größere Anzahl an deutschen Politikern betroffen ist. Bekannt ist bislang, dass es sich um Bundestagsabgeordnete und sogar Regierungsmitglieder handelt. Zahlen wurden auch vom zuständigen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nicht genannt. Nachfragen dazu beantwortete das BSI gegenüber Heise Mac & i nicht konkret. Dem BSI sei bekannt geworden, dass mehrere Mitglieder des Deutschen Bundestages sowie weitere Personen des öffentlichen Lebens über Endgeräte der Firma Apple eine herstellerseitige Bedrohungsbenachrichtigung erhalten hätten, so eine Sprecherin. „Es handelt sich dabei um kommerziell entwickelte Spähsoftware, die in der Vergangenheit häufig im Auftrag staatlicher Akteure gegen einzelne, gezielt ausgewählte Personen eingesetzt wurde.“
Das BSI verwies auf eine frisch aufgesetzte Informations-Website zum Thema. Das Bundesamt schätzt, dass die Angriffe über Zero-Click-Verfahren auf den Geräten erfolgten, etwa über präparierte Nachrichten, die nicht geöffnet werden müssen. „Die Betroffenen bemerken davon in der Regel nichts. Ist ein Gerät kompromittiert, können Angreifer auf Nachrichten – auch innerhalb verschlüsselter Messenger-Dienste – sowie auf Anrufe, Kontakte, Kalender, Standort, Kamera und Mikrofon zugreifen.“ Menschen, die Warnhinweise erhalten haben, müssten davon ausgehen, dass ihr Gerät „möglicherweise kompromittiert“ wurde. Betroffene wurden aufgefordert, sich direkt an das BSI zu wenden. Mitgliedern des Deutschen Bundestages habe man am 30. Oktober ein Informationsschreiben zugesendet, um sie für die Gefahr zu sensibilisieren.
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