FIFA-Präsident Infantino unter Beschuss: Bundesliga und andere Top-Fußballligen stellen Forderungen
"Die langjährigen Grundlagen des Fußballs wurden in den letzten Jahren durch ein grundlegendes Führungsproblem bedroht, da der FIFA-Präsident ausbeuterische Ideen aktiv gefördert hat, anstatt sie zu verhindern", schreiben die Fußball-Bundesliga, die italienische Serie A, Spaniens La Liga und die englische Premier League in einem gemeinsamen Brief.
Der Name von FIFA-Präsiden Gianni Infantino, dem die Kritik gilt, wird in dem zweiseitigen Schreiben allerdings nicht genannt.
Kritik an "unerbittlichem Expansionismus"
Als Gründungsmitglieder der Europäischen Ligen und der Weltliga-Vereinigung erheben die vier Top-Ligen ihre Stimme, "weil wir verstehen, wie sich der unerbittliche Expansionismus der FIFA auf alle auswirkt", heißt es in dem Schreiben. Es trägt den Titel: "Um den Fußball zu vereinen, muss sich die FIFA reformieren."

Infantino war nach der Fußball-WM im Sommer stark unter Druck geraten, weil er die Vermarktung der WM-Rechte durch externe Investoren beabsichtigt hatte. Auch sein Führungsstil wurde scharf kritisiert. Der Schweizer hatte darauf zuletzt reagiert und erstmals Gespräche über mögliche Reformen in der FIFA angeboten. Die Ligen geben sich damit nicht zufrieden.
"Eine grundlegende Reform der Führungsstrukturen ist unerlässlich, um klare verfassungsrechtliche Grenzen innerhalb der FIFA wiederherzustellen", heißt es in ihrem Brief. Anders als viele Fußballverbände, wie die Europas Fußballverband UEFA um Präsident Aleksandar Ceferin fordern sie allerdings nicht den Rücktritt Infantinos.
Infantino: Wiederwahl im März?
Die Ligen möchten explizit drei Punkte von der FIFA-Führung erfüllt sehen: echte Mitsprache für betroffene Interessengruppen bei Entscheidungen, die Sicherstellung evidenzbasierter Entscheidungsfindung und den Schutz der FIFA als Hüter des Fußballs vor den kommerziellen Interessen.
Der am 18. März in Rabat (Marokko) gewählte Präsident soll innerhalb von 100 Tagen eine unabhängige Kommission einrichten und innerhalb von sechs Monaten einen öffentlichen Bericht vorlegen.
Infantino hatte eine unabhängige externe Überprüfung der FIFA-Governance sowie Konsultationen über eine Stärkung der Entscheidungsprozesse angeboten, einschließlich der Rolle des Präsidenten. Allerdings machte er gleichzeitig klar, dass er als FIFA-Präsident weitermachen will und eine vierte Amtszeit anstrebt. Die Wahl soll beim FIFA-Kongress im März 2027 stattfinden. Einen Gegenkandidaten gibt es bislang nicht.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.