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Tuesday, September 22, 2026

ADAC-Winterreifentest 185/65 R15: Neun von 16 Reifen nicht empfehlenswert

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Der ADAC hat 16 Winterreifen der verbreiteten Dimension 185/65 R15 getestet. Diese Dimension passt unter anderem auf Kleinwagen wie VW Polo, Skoda Fabia (Test), Opel Corsa, Renault Clio, Hyundai i20 (Test) oder Peugeot 208 (Test). Das Ergebnis fällt laut Automobilklub deutlich schlechter aus als bei Reifen für Mittelklassefahrzeuge: Nur zwei Modelle erhielten das Urteil „gut“, neun Reifen stufte der ADAC als nicht empfehlenswert ein.

Testsieger ist der Continental WinterContact TS 870 mit der Gesamtnote 2,2 (2,0 für die Fahrsicherheit; die Gesamtnote berücksichtigt auch die Umweltbilanz). Er lasse sich auf trockener Fahrbahn präzise fahren, verfüge auf Nässe über hohe Reserven und zeige auch auf Schnee gute Eigenschaften. Knapp dahinter landet der Michelin Alpin 7 mit der Note 2,5. Beide Reifen gelten als uneingeschränkt empfehlenswert. Fünf weitere Modelle erreichten ein „befriedigend“, darunter der Hankook Winter i*cept RS3 (3,1) als bester dieser Gruppe.

Am anderen Ende der Skala stehen drei Reifen mit dem Urteil „mangelhaft“: der Sunny Winter-max NW611 (Note 4,8) sowie der Atlas Polarbear HP und der Rockblade Rock 868S (jeweils 5,5). Bei diesen Modellen sind die Sicherheitsreserven bei Brems- und Ausweichmanövern auf winterlicher oder nasser Fahrbahn laut ADAC erheblich geringer als bei den empfehlenswerten Reifen. Auffällig: Alle drei mangelhaften Reifen gehören mit Preisen zwischen 24 und 26 Euro zu den günstigsten im Testfeld. Der Continental kostet mit 80 Euro mehr als das Dreifache.

Sechs weitere Reifen erhielten nur das Urteil „ausreichend“ und gelten ebenfalls als nicht empfehlenswert. Darunter finden sich auch Produkte der Markenhersteller Bridgestone, Nokian und Vredestein. Bei gut einem Drittel des Testfelds stellte der ADAC bei milderen Temperaturen Schwächen bei der Fahrsicherheit auf trockener Fahrbahn fest.

ADAC Winterreifentest Dimension 185/65 R15

ADAC Winterreifentest-Ergebnistabelle für die Dimension 185/65 R15

(Bild: ADAC)

Ein besonderer Fall ist der Bridgestone Blizzak LM 005, der trotz einer starken Nassnote von 1,4 insgesamt nur auf ein „ausreichend“ (3,8) kommt. Auf trockener Fahrbahn fahre er sich unpräzise, beim Handling auf Schnee biete er vergleichsweise wenig Haftung, so der ADAC. Hinzu kommt: Bridgestone bietet in dieser Dimension offenbar weiterhin den älteren Blizzak LM 005 an, während das neueste Winterreifenmodell des Herstellers in der Größe 185/65 R15 nicht verfügbar sei. Eine offizielle Stellungnahme von Bridgestone dazu liegt nicht vor. Als mögliche Gründe gelten eine zu geringe erwartete Absatzmenge oder die Konzentration der aktuellen Produktgeneration auf größere, stärker nachgefragte Dimensionen.

Der ADAC vermutet grundsätzlich, dass kleinere Reifendimensionen bei der Entwicklung nicht dieselbe Priorität erhalten wie größere Volumen- oder Premiumgrößen. Das zeige sich auch bei der prognostizierten Laufleistung: Im Schnitt schaffen die getesteten Kleinwagenreifen rund 31.000 Kilometer, während Reifen für Mittelklassefahrzeuge im Vergleichstest auf mehr als 45.000 Kilometer kamen. Der Bridgestone bildet mit rund 22.000 Kilometern das Schlusslicht.

Damit stellt sich auch die Kostenfrage anders dar, als es der reine Kaufpreis vermuten lässt: Ein günstiger Reifen mit kurzer Lebensdauer kann über mehrere Reifensätze gerechnet teurer sein als ein teureres Modell mit höherer Laufleistung. Eine belastbare Gesamtkostenrechnung müsste allerdings auch Montage-, Lager- und Wechselkosten sowie den tatsächlichen Verbrauchseinfluss berücksichtigen.

Der ADAC betont, seine Reifentests vollständig unabhängig und ohne Einflussnahme durch Hersteller durchzuführen. Die Testreifen werden in kleinen Mengen bei bis zu sechs Einzelhändlern im freien Handel eingekauft und anonymisiert geprüft. Referenzreifen, Mehrfachbewertungen durch unabhängige Testfahrer und standardisierte Verfahren sollen die Ergebnisse absichern.

Allerdings finden einzelne Prüfungen auf Testgeländen von Reifenherstellern statt, die Trockenprüfungen auf einem Bridgestone-Gelände in Italien, Nassfahrten auf einer Continental-Strecke in Deutschland. Der ADAC erklärt dazu, dass auf fremden Geländen ausschließlich eigene Mitarbeiter für Testvorbereitung und Fahrten zuständig seien und die Reifen außerhalb der Testzeiten unter Verschluss lagerten. Die Nutzung von Herstellerstrecken ist kein Beleg für Manipulation, aber erklärungsbedürftig.

Wer bereits Winterreifen montiert hat, sollte zudem das Restprofil im Blick behalten. Wie gefährlich abgefahrene Winterreifen sind, zeigt ein weiterer ADAC-Test: Schon bei 4 mm Restprofil sinkt die Sicherheit deutlich, bei 2 Millimetern verlängert sich der Nassbremsweg um etwa 17 Prozent.

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