"Endlich Licht am Horizont": Baubranche verbucht Rekordzuwachs bei Neuaufträgen

"Endlich Licht am Horizont"Baubranche verbucht Rekordzuwachs bei Neuaufträgen
23.10.2026, 10:52 Uhr

Staatliche Großaufträge zeigen Wirkung: Im August zählt die Baubranche so viele eingegangene Aufträge wie seit Jahren nicht. Besonders im Straßenbau verzeichnen die Betriebe ein deutliches Plus. Doch ein "Aufschwung in der Breite" ist es laut Zentralverband nicht.
Die deutsche Bauwirtschaft hat im August dank einiger Großprojekte ein Rekordplus im Neugeschäft erzielt. Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe wuchs um 23,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Bedingt durch mehrere Großaufträge war dies der höchste saisonbereinigte Anstieg zum Vormonat im Bauhauptgewerbe seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1991", hieß es dazu. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich zeigt sich ebenfalls ein deutlicher Anstieg: Von Juni bis August lag der Auftragseingang um 7,6 Prozent über dem Niveau der drei Monate zuvor.
"Wir sehen endlich Licht am Horizont", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes, Tim-Oliver Müller. Er verwies auf Großprojekte, etwa im Bahnbau - aber auch im Wohnungsbau. "Es dauert sicherlich etwas, bis insbesondere Großprojekte in der Branche und damit auch nachhaltig im Umsatz ankommen", betonte Müller. Für das laufende vierte Quartal und insbesondere für das kommende Jahr sei die aktuelle Entwicklung aber eine gute Nachricht.
Die Bestellungen im Hochbau - zu dem auch der Wohnungsbau gehört - legten im August um 12,4 Prozent zu. Der Tiefbau - der von staatlichen Aufträgen etwa für den Straßenbau geprägt ist - meldete sogar ein Plus von 31,6 Prozent.
Auch der Umsatz legte im August zu. Er stieg um 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 10,9 Milliarden Euro. Inflationsbereinigt bleibt davon ein Plus von 4,9 Prozent übrig. Die Zahl der im Bauhauptgewerbe tätigen Personen nahm um 1,5 Prozent auf rund 548.000 Personen zu. Alle Angaben des Statistikamtes beziehen sich auf Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr tätigen Personen.
Kein "Aufschwung in der Breite"
Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa, dämpfte jedoch die Erwartungen und betonte, dass die Zahlen keinen "Aufschwung in der Breite" signalisierten. "Der kräftige Anstieg beim Auftragseingang geht vor allem auf den Tiefbau mit wenigen Großaufträgen in einzelnen Bundesländern zurück, insbesondere in Bayern", erklärte er.
Mehrere Branchenverbände kritisierten ebenso, dass die Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität der Bundesregierung kaum in der Breite ankämen. Insbesondere die kleineren Unternehmen des Baugewerbes fürchten, bei den Großaufträgen der öffentlichen Hand leer auszugehen. Dabei habe der Mittelstand noch Kapazitäten, so Pakleppa. Im Hochbau seien die Geräte nur zu 45 Prozent ausgelastet.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.