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Saturday, September 12, 2026

Roboterkoch brät am Bahnhof: Modellversuch in Leipzig

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Ein Greifarm schnappt sich die Pfanne, dosiert Zutaten grammgenau, rührt um und spült am Ende sogar selbst ab. Im neuen Restaurant „Robyn's“ am Leipziger Hauptbahnhof kocht kein Mensch mehr am Herd: Zur Eröffnung am 16. September gehen dort verschiedenste frisch zubereitete Gerichte in zwei bis sechs Minuten über die Theke – von veganen Bowls bis Kaiserschmarrn.

„Der Gast wählt am Touchpad das Essen aus und der Roboter bereitet alles frisch zu. In zwei bis sechs Minuten ist das Gericht fertig“, erläuterte Gründer Florian Schneider. Nach seinen Angaben ist es das erste Restaurant in Deutschland, in dem ein Roboter frische Speisen ohne menschliche Hilfe zubereitet. Die Gäste können dem stählernen Koch hinter der Scheibe bei der Arbeit zuschauen. Der Greifarm holt sich zunächst eine Pfanne, die Zutaten kommen auf das Gramm genau hinein und werden auf einem von acht Kochfeldern gegart. Das Essen wird in einer To-go-Bowl aus Pappe herausgegeben. Der Roboter kümmert sich auch um den Abwasch, räumt die Spülmaschine ein und aus.

Axel Klein, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Sachsen (Dehoga), hält das Restaurant für eine gute Ergänzung im gastronomischen Angebot. „Innovationen sind immer gefragt, das sollte man mal ausprobieren. Da ist natürlich auch Show dabei, aber die Menschen werden interessiert zuschauen. Das wird funktionieren. Vor allem am Bahnhof, wo es um schnelles Essen geht.“

Der autonome Küchenroboter ist vom Hamburger Unternehmen goodBytz gemietet und kann je nach Gericht zwischen 80 und 120 Bowls pro Stunde zubereiten. Die Rezepturen kommen von einem ehemaligen Sternekoch, wie Schneider erläuterte. Rund 100.000 Euro hat der Gastronom investiert und sieht Leipzig als Modellversuch. „Um profitabel zu sein, müssen wir etwa 150 Gerichte am Tag verkaufen. Wenn es funktioniert, wollen wir natürlich wachsen.“

Den Standort in den Promenaden des Hauptbahnhofes der Messestadt sieht der 50-Jährige als optimal an. „Es ist eine hochfrequente Lage, jeden Tag kommen hier sehr viele Menschen vorbei.“ Das Konzept ist auch eine Antwort auf ein drängendes Problem in der Gastronomie: das Personal. Es wird nur ein Mitarbeiter im Geschäft sein, wie Schneider erklärte. Dieser muss die Magazine mit den Zutaten immer wieder bestücken und dient den Kunden vor allem in der Anfangszeit als Ansprechpartner und erklärt die Vorgänge.

Es gebe einen Trend zum effizienteren Arbeiten mit geringen Kosten, betonte Sachsens Dehoga-Chef Klein. „Hier wird Personal gespart, schließlich wird die Ressource Mensch immer teurer.“ Auch bei der Hygiene sieht Klein keine Probleme. Das zuständige Veterinäramt wird die Abläufe kontrollieren. „Der Roboter bekommt klare Standards programmiert, die er dann ausnahmslos ausführen wird. Er wird auch nicht krank oder überträgt Keime durch eine leichte Erkältung oder einen Schnupfen.“

Für die Getränke im „Robyn's“ ist ein weiterer Roboter eines Schweizer Unternehmens zuständig. Hinter einer Scheibe werden vom Greifarm 35 Getränke zubereitet – zehn verschiedene Kaffees, frische Limonaden und alkoholfreie Mocktails.

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