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Monday, October 12, 2026

Merz gegen Weber: EU-Haushalt führt zu Streit zwischen Europarlament und Bundeskanzler

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Merz gegen WeberEU-Haushalt führt zu Streit zwischen Europarlament und Bundeskanzler

12.10.2026, 14:16 Uhr

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Zwischen Merz und Weber herrscht nicht immer Einigkeit (Foto: picture alliance / dts-Agentur)

Der EU-Haushalt ist nicht nur ein Streitpunkt im Europaparlament - auch zwischen CDU und CSU sorgt er für Uneinigkeit. Bundeskanzler Merz will viel weniger Geld im neuen EU-Haushalt als in einem aktuellen Vorschlag vorgesehen. EVP-Chef und CSU-Politiker Weber will dagegen mehr.

EVP-Chef Manfred Weber und die anderen Fraktionsvorsitzenden der Parteien der Mitte im Europaparlament lehnen einen neuen Kompromissvorschlag im Ringen um den neuen langfristigen EU-Haushalt vehement ab - wegen zu großer Kürzungen. "Wir möchten unsere äußerste Bestürzung über die überarbeitete Fassung des Verhandlungsrahmens zum Ausdruck bringen", schreiben die Chefs der konservativen EVP, der sozialdemokratischen S&D, der liberalen Renew und der Grünen in einem gemeinsamen Statement.

Weber geht damit auf Konfrontationskurs zu Bundeskanzler Friedrich Merz von der Schwesterpartei CDU. Der weist den neuen Vorschlag ebenso als inakzeptabel zurück - allerdings wegen zu geringer Kürzungen am ersten Vorschlag der EU-Kommission unter der Leitung von Ursula von der Leyen. Dieser hatte vorgesehen, das Budget für den nächsten Siebenjahreszeitraum im Vergleich zum laufenden Etat deutlich aufzustocken.

In dem Ringen um das nächste langfristige EU-Budget hatte die derzeitige irische EU-Ratspräsidentschaft am Samstag einen neuen Kompromiss präsentiert. Das Konzept sieht vor, das Budget für die Jahre 2028 bis 2034 im Vergleich zum ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission um rund 159 Milliarden Euro zu kürzen. Statt knapp 1,985 Billionen Euro soll der sogenannte mehrjährige Finanzrahmen demnach 1,826 Billionen Euro umfassen.

Man bedauere die von der irischen Ratspräsidentschaft vorgeschlagene erhebliche Kürzung des langfristigen EU-Haushalts, heißt es in dem Statement der EU-Fraktionschefs aus der parlamentarischen Mitte. Die Kürzung gefährde "die Fähigkeit der Union, dauerhaft auf die bevorstehenden Herausforderungen zu reagieren und Europas Rolle in einer zunehmend turbulenten Welt zu behaupten". Der Vorschlag könne keine Grundlage für die Zustimmung des Europäischen Parlaments zum nächsten langfristigen EU-Etat bilden.

Die Fraktionschefs kritisieren zudem die Verteilung der Einsparungen. Besonders stark gekürzt werden soll laut irischem Vorschlag bei Wettbewerbsfähigkeit, Forschung, Verteidigung sowie Außen- und Entwicklungspolitik. Dies schwäche Europas Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit und mindere seinen globalen Einfluss, warnen Weber und seine Amtskollegen. Auch die Bundesregierung kritisiert die Kürzungen in diesen Bereichen.

Deutschland und weitere wichtige Nettozahlerländer wie die Niederlande, Schweden und Österreich hatten eine Kürzung des Haushaltsentwurfs um mehrere Hundert Milliarden Euro gefordert. Sie gehören zu der Staatengruppe, die unter dem Strich mehr in den EU-Haushalt einzahlt, als sie wieder herausbekommt.

Die EVP, zu der die Abgeordneten von CDU und CSU gehören, die sozialdemokratische S&D, die liberale Renew, und die Grünen haben zusammen 454 der 720 Sitze im Europaparlament.

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