Deutsche Bahn verschiebt zahlreiche Strecken-Sanierungen
Intakte Strecken, pünktlichere Züge: Das war die Idee hinter der großangelegten Generalsanierung der Deutschen Bahn (DB). Doch nun wollen Bahn und Bund bis 2031 deutlich weniger wichtige Strecken instand setzen als bisher geplant. Statt 21 sollen nur noch 13 Strecken umfassend erneuert werden, teilten DB und das Verkehrsministerium mit.
Die übrigen Sanierungen folgen demnach später. "Es werden keine Korridorsanierungen gestrichen, sondern nur verschoben", hieß es. "Die Priorisierung der Korridorsanierungen ab dem Jahr 2032 erfolgt im kommenden Jahr." Bis wann die sogenannten Generalsanierungen aller rund 40 geplanten Strecken abgeschlossen sein werden, ist damit völlig offen. Zuvor war der Plan, dass bis 2036 alles fertig ist.
Zwischen Berlin und Hannover dauert es nun 80 Minuten länger, Grund dafür sind aufwendige Sanierungsarbeiten an der Strecke. Danach soll der Zugverkehr pünktlicher und zuverlässiger laufen.
02.10.2026 | 2:25 minDiese Bahn-Sanierungen verschiebt die DB
Die Verzögerung betrifft folgende acht Strecken, deren Sanierung auf unbestimmte Zeit nach 2031 verschoben wurde:
- Bremen-Bremerhaven (ursprünglich geplant: 9. Juli bis 11. Dezember 2027)
- Koblenz-Mainz (ursprünglich geplant: 4. Februar bis 7. Juli 2028)
- Forbach (Moselle) - Ludwigshafen (ursprünglich geplant: 22. Juni bis 8. Dezember 2029)
- Stuttgart-Ulm (ursprünglich geplant: 11. Januar bis 28. Juni 2030)
- Frankfurt-Heidelberg (ursprünglich geplant: 28. Juni bis 14. Dezember 2030)
- Mannheim-Karlsruhe (ursprünglich geplant: 10. Januar bis 27. Juni 2031)
- Bremen-Hamburg (ursprünglich geplant: 27. Juni bis 13. Dezember 2031)
- Würzburg-Nürnberg (ursprünglich geplant: 27. Juni bis 13. Dezember 2031)
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18.08.2026 | 2:54 minSchon auf der Strecke Hamburg-Berlin gab es Probleme
Beschlossen hatten die Generalsanierungen noch der frühere Bundesverkehrsminister Volker Wissing und der damalige Bahnchef Richard Lutz. Mit viel Aufbruchstimmung startete 2024 die erste der rund 40 Sanierungen auf der sogenannten Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim.
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Doch schon das zweite große Projekt auf der Strecke Hamburg-Berlin wurde sechs Wochen zu spät fertig. Direkt danach kam es zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen. Auch bei der Strecke Nürnberg-Regensburg gab es Probleme.
Züge trotz Sanierungen zu spät
An der schlechten Pünktlichkeit im Gesamtnetz haben die bisherigen Sanierungen nichts geändert. Im ersten Halbjahr 2026 waren weniger als 60 Prozent der Fernzüge pünktlich unterwegs. Die neue Bahnchefin Evelyn Palla kündigte im Juli an, das Konzept der Generalsanierungen grundlegend auf den Prüfstand zu stellen. Einige Wochen später hob Palla den Zeitplan bis 2036 auf.
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04.08.2026 | 43:30 minDiese 13 Zugverbindungen werden saniert
Folgende Strecken sollen wie geplant instand gesetzt werden:
- 2027: Lehrte-Berlin (läuft bereits) - Rosenheim-Salzburg - Fulda-Hanau
- 2028: Köln-Koblenz - München-Rosenheim (1. Etappe) - Hagen-Unna-Hamm - Lübeck-Hamburg
- 2029: Hamburg-Hannover - Würzburg-Ansbach-Treuchtlingen - Aachen-Köln
- 2030: Stendal-Magdeburg - Uelzen-Stendal
- 2031: Lehrte-Groß Gleidingen - München-Rosenheim (2. Etappe)
Was die Sanierung bringen soll
Sanierte Zugstrecken sollten für rund zehn Jahre baufrei bleiben und deutlich weniger störanfällig werden. Nach und nach würde sich die Pünktlichkeit im gesamten Netz auf diese Weise verbessern, war der Plan. Das neue Konzept bleibt mit Blick auf die Baufreiheit nach einer Sanierung vage: Die Strecke solle dann "möglichst bis zu zehn Jahre weitgehend frei von größeren baubedingten Einschränkungen" bleiben, heißt es.
Besser werden sollen die Umleitungen. Insbesondere die Wettbewerber im Güterverkehr hatten zuletzt immer wieder kritisiert, dass Umleitungen nicht ausreichend vorbereitet und kommuniziert worden seien. Neu ist außerdem, dass alle Strecken vollständig für das digitale Zugleitsystem ETCS vorbereitet werden. Bei den für das kommende Jahr geplanten Baustarts passiert das aber noch nicht.
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