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Monday, August 17, 2026

BSW-Chef: Keine Politik "gegen Willen des Bundesvorstandes"

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Das BSW fordert für Sachsen-Anhalt einen überparteilichen Ministerpräsidenten mit wechselnden Mehrheiten. "Wir brauchen einen neuen Weg", sagt Parteichef Fabio De Masi über Gespräche mit der AfD.

17.08.2026 | 7:41 min

Im Interview mit dem ZDF-Morgenmagazin bekräftigt Co-BSW-Chef Fabio de Masi die Rücktrittsforderung an den thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU): "Herr Voigt hat plagiiert bei seiner Doktorarbeit, er hat also getäuscht". In der Vergangenheit seien Politiker deswegen zurückgetreten.

Wir können doch nicht - gerade im Hinblick auf den Wissenschaftsstandort Deutschland - einfach darüber hinweggehen, wenn ein Ministerpräsident bei seiner Doktorarbeit nachweislich betrogen hat.

Fabio De Masi, Bundesvorsitzender Bündnis Sahra Wagenknecht

Die Bundesspitze des Bündnis Sahra Wagenknecht will Voigts Rücktritt und ein Ende der Brombeer-Koalition in Thüringen wegen der Plagiats-Affäre um dessen Doktorarbeit. Die Thüringer BSW-Landesgruppe jedoch hält zu Voigt und der Koalition: Landeschefin Katja Wolf hatte erklärt, man arbeite "vertrauensvoll mit Mario Voigt zusammen".

Nach Entzug seines Doktortitels steht Thüringens Ministerpräsident unter Druck. Die BSW-Bundesspitze fordert Voigts Rücktritt - der innerparteiliche Konflikt verschärft sich.

14.08.2026 | 2:30 min

Damit liegen Bundesvorstand und Landesgruppe im offenen Streit. Mit Blick darauf sagt De Masi: "Wenn wir uns dann verhalten wie die etablierten Parteien und sagen, da klebt einfach jemand an seinem Stuhl, wir lassen das einfach so gewähren, dann beschädigen wir unsere Glaubwürdigkeit, dann haben wir keine Chance bei den Wahlen."

Vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt im September wolle man signalisieren, dass es eine Politik "gegen den Willen des Bundesvorstandes" künftig nicht mehr gebe.

Voigt wird vorgeworfen, in seiner Dissertation aus dem Jahr 2008 unsauber gearbeitet zu haben. Die ersten Plagiatsvorwürfe waren kurz vor der Landtagswahl 2024 aufgekommen. Die Technische Universität Chemnitz hatte an ihrer Entscheidung festgehalten, Voigt den Doktortitel zu entziehen. Ein dagegen eingelegter Widerspruch sei per Beschluss zurückgewiesen worden, teilte die Hochschule mit. Voigt hatte alle Vorwürfe bereits bei Bekanntwerden des Titelentzugs im Januar als "nicht nachvollziehbar" bezeichnet.

Quelle: dpa

Nach der Aberkennung seines Doktortitels fordert die BSW-Bundesspitze den Rücktritt von Thüringens Ministerpräsident Voigt (CDU), sowie ein vorzeitiges Ende der "Brombeer-Koalition".

14.08.2026 | 2:37 min

De Masi: AfD nicht unterstützen, aber auch nicht ausgrenzen

Das BSW fordert für Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit wechselnden Mehrheiten regieren soll - auch unter Einbindung der AfD. "Es ist nun mal eine Tatsache, dass die AfD mittlerweile bei Rekordwerten in Sachsen-Anhalt steht", sagt De Masi.

Unterstützen wolle man die AfD nicht - aber einbeziehen, so der BSW-Chef: "Wir werden auf keinen Fall Herrn Schulze unterstützen, das haben wir klargemacht. Wir werden auch keinen AfD-Ministerpräsidenten wählen, sondern wir stehen für einen anderen Weg." Aber: Bei der Frage nach einem überparteilichen Ministerpräsidenten müsse man "natürlich auch mit der AfD sprechen, denn man kann eine Partei, die bei über 40 Prozent steht, nicht dauerhaft aus parlamentarischen Prozessen ausgrenzen".

Das Interview führte ZDF-Morgenmagazin-Moderatorin Mirjam Meinhardt. Autor der Zusammenfassung ist ZDFheute-Redakteur Silas Thelen.

Über dieses Thema berichtete das ZDF-Morgenmagazin am 17.08.2026 ab 05:30 Uhr.

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