News kompakt: Trump reagiert ungehalten auf Leitzinserhöhung
US-Präsident Donald Trump hat die Leitzinserhöhung der Zentralbank Federal Reserve scharf kritisiert. Zugleich forderte er eine Senkung. Die Zinssätze in den Vereinigten Staaten sollten bei einem Prozent oder weniger liegen, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social. Schließlich seien die USA die kreditwürdigste Nation der Welt, behauptete der amerikanische Präsident.

Die Zentralbank in Washington hatte den Leitzins am Mittwoch erstmals seit gut drei Jahren wieder angehoben. Er liegt nun in einer Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent, das ist ein Viertelprozentpunkt mehr als zuletzt. Der von Trump erst in diesem Jahr eingesetzte Fed-Chef Kevin Warsh verwies auf die anhaltend hohe Inflation im Land. Sie ist laut Fachleuten maßgeblich auf den Iran-Krieg zurückzuführen.
US-Parlament billigt schärfere Russland-Sanktionen
Nach langen Verhandlungen hat der US-Kongress verschärfte Sanktionen gegen Russland beschlossen. Das umfassende Gesetzespaket wurde nun auch vom Repräsentantenhaus gebilligt, nachdem der Senat bereits im August zugestimmt hatte. Es zielt darauf ab, der Führung in Moskau die Mittel für die Kriegsführung in der Ukraine zu entziehen. Die Sanktionen richten sich unter anderem gegen die sogenannte Schattenflotte von Öltankern, mit der Russland bestehende Sanktionen umgeht. Zudem wird US-Präsident Trump ermächtigt, hohe Strafzölle gegen Importe aus Ländern zu verhängen, die in großem Umfang russische Energieträger kaufen.

Das Gesetzespaket ist nach dem kürzlich verstorbenen Senator Lindsey Graham benannt, der mehr als ein Jahr lang um Unterstützung für die neuen Sanktionen geworben hatte. Trump muss diese mit seiner Unterschrift noch in Kraft setzen.
Kanadas Premier spricht vor dem Europaparlament
Vor dem Hintergrund einer Annäherung zwischen Kanada und der EU hält Premierminister Mark Carney an diesem Donnerstag eine Rede im Europäischen Parlament in Straßburg. Im Mittelpunkt dürfte der Vorschlag von EU‑Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stehen, Kanada zu einem "assoziierten Mitglied" der Europäischen Union zu machen. Carney hatte zuletzt betont, sein Land strebe keinen EU‑Beitritt an, wolle aber eine "einzigartige Sicherheits‑ und Wirtschaftsallianz". Kanada leidet ebenso wie die EU unter der unberechenbaren Handels- und Außenpolitik von US-Präsident Trump.

Als mögliche Felder einer engeren Kooperation mit Kanada nannte von der Leyen unter anderem Technologiefragen und die Rüstungsgüterproduktion. Wie eine assoziierte EU-Mitgliedschaft konkret aussehen könnte, ließ sie offen.
Italien entlastet Autofahrer bei der Kfz-Steuer
Angesichts hoher Kraftstoffpreise verzichtet Italien ein Jahr lang weitgehend auf die Kraftfahrzeugsteuer. Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni beschloss in Rom, 2027 keine Steuer auf Personenkraftwagen mit einer Leistung von 80 Kilowatt oder weniger zu erheben. Die Regelung gilt auch für alle Motorräder und -roller, die in Italien weit verbreitet sind. Allerdings kann jeder Halter nur ein einziges Fahrzeug geltend machen. Frankreich verlängerte derweil Tankzuschüsse für Landwirte, Fischer und das Baugewerbe bis zum Jahresende.

In Deutschland schlug Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche eine vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe von 19 auf sieben Prozent vor. Finanzminister Lars Klingbeil favorisiert hingegen eine sogenannte Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne, um daraus Entlastungen zu finanzieren.
Nepal-Sturzflut laut Studie durch Klimawandel begünstigt
Die Erderwärmung erhöht die Wahrscheinlichkeit für verheerende Sturzfluten wie die im Himalaya Ende August. Das geht aus einer Analyse der Forschungsinitiative World Weather Attribution (WWA) hervor. Der Klimawandel habe die Frostgrenze nach oben verschoben, wodurch Gletscher zum Schmelzen gebracht würden. Auch dadurch seien die hohen Bergwände in der betroffenen Region in Nepal instabil geworden.

Eine Sturzflut aus Wasser, Schlamm, Eis und Geröll hatte vor drei Wochen im Himalaya ganze Ortschaften mit sich gerissen. Bisher wurden im Katastrophengebiet rund 1400 Todesopfer registriert. Mehr als 5000 Menschen werden noch vermisst. "Ohne wesentlich schnellere Fortschritte beim Übergang zu einer Welt ohne fossile Brennstoffe werden wir in den kommenden Jahren unweigerlich weitere Katastrophen dieses Ausmaßes sehen", betonte Studien-Mitautorin Friederike Otto vom Londoner Imperial College.
UN-Generalsekretär drängt auf globale KI-Regulierung
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, hat vor rasant wachsenden Gefahren durch Künstliche Intelligenz (KI) gewarnt. Mit Blick auf die UN-Generalversammlung kommende Woche in New York forderte er eine stärkere Überwachung der Technologie und rief zu internationaler Zusammenarbeit auf. "KI macht nicht an Grenzen halt, und das Gleiche gilt für ihre Risiken", erklärte Guterres wörtlich. Führende KI-Nationen müssten gemeinsame Leitplanken einziehen, um eine globale Katastrophe zu verhindern.

Manche Experten befürchten, Künstliche Intelligenz könne außer Kontrolle geraten und sogar zur Gefahr für die Menschheit werden. Die Bedenken gehen auch auf Hacking-Vorfälle zurück, bei denen sich KI-Systeme während Testläufen eigenständig mit dem Internet verbanden und andere Plattformen angriffen.
wa/pgr (dpa, afp, rtr, epd)
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