Sexualdelikte meist verjährt: 29 mutmaßliche Opfer erheben Vorwürfe gegen Ex-BVB-Manager

Ein früherer Manager von Borussia Dortmund soll mehrere Jugendliche missbraucht haben, diese Vorwürfe werden im vergangenen Jahr bekannt. Inzwischen melden sich immer mehr mutmaßlich Betroffene - doch Vieles ist verjährt. Der Fußball-Bundesligist erntet Kritik.
Ein Jahr nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe gegen einen langjährigen Manager von Borussia Dortmund steht der Fußball-Bundesligist wieder in der Kritik. Die vom Klub angestoßene Aufarbeitung verlaufe schleppend und nicht zufriedenstellend, heißt es vom Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Die Staatsanwaltschaft Hagen ermittele in vielen Einzelverfahren gegen den Ex-Manager, 29 potenziell Geschädigte gibt es demnach. Doch 23 Verfahren wurden eingestellt. Der Staatsanwaltschaft zufolge liegt das "überwiegend" am langen Zeitraum der mutmaßlichen Taten zwischen den 1980er-Jahren und 2017. Entweder seien Verjährungsfristen eingetreten oder Vorwürfe waren damals noch nicht strafbar. Das Sexualstrafrecht wurde nach und nach reformiert.
"Das Alter der potenziell Geschädigten liegt zwischen zwölf und 24 Jahren", sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hagen dem RND. Es könnten noch weitere Verfahren hinzukommen.
Aufarbeitung liegt bei Wirtschaftsprüfern
Im Oktober 2025 war bekannt geworden, dass der langjährige Manager des BVB in den 1990er-Jahren einen Nachwuchsspieler bedrängt und missbraucht haben soll. Der damalige BVB-Manager habe sich den jungen Spieler mit dem Satz gefügig gemacht: "Du willst doch Profi werden." Der Manager habe sich dem Spieler mehrfach genährt und "verquickte Profi-Karriere bzw. deren Versagung mit Liebesdiensten", hieß es in einem Schreiben des Opferanwalts laut "Bild" schon bei der Konfrontation mit dem BVB im Jahr 2010.
Es wurde auch deutlich, dass es sich nicht um einen Einzelfall gehandelt haben soll. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe, es gilt die Unschuldsvermutung.
Das RND sprach nun mit einem potenziell Betroffenen, der sich über das Vorgehen der Aufarbeitung ärgert. Der BVB hatte eine Aufarbeitung extern bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO und der Strafrechtskanzlei Knauer beauftragt. Anders als im Strafrecht sind hier Verjährungen nicht relevant. Doch offenbar hakt es bei der Aufarbeitung. Ein Betroffener sagte dem RND, erst habe es Monate gedauert, bis sich jemand bei ihm gemeldet hat. Dann sei das Gespräch sehr "kühl" gewesen. "Ich verstehe nicht, warum ein solches Unternehmen mit der Aufarbeitung beauftragt ist. Mit Depressionen geht man ja auch nicht zum Finanzamt", zitiert das RND. BVB und BDO wollen sich laut Zeitung nicht zur Untersuchung äußern, sondern erst nach deren Abschluss Stellung nehmen.
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