Künstliche Intelligenz als Gefahr: OpenAI macht weitere KI-Probleme öffentlich

Die Hacking-Attacke durch KI-Software von OpenAI verstärkte zuletzt die Ängste vor der Technologie. Jetzt gibt der ChatGPT-Entwickler neue Probleme bekannt.
Foto: Rodrigo Reyes Marin/ZUMA Press Wire/dpa
dpa | Der ChatGPT-Entwickler OpenAI hat neue Zwischenfälle öffentlich gemacht, bei denen sich seine Künstliche Intelligenz (KI) in Tests „unerwartet oder besorgniserregend“ verhielt. Bei einem Teil davon geht es abermals darum, dass KI einen erheblichen Aufwand eingeht, um in Testläufen zu schummeln. So versuchte ein KI-Modell OpenAI zufolge, von ihm selbst erstellte Dateien ins Netz hochzuladen, nur um sie bei Antworten als Quelle vorweisen zu können. In einem anderen Fall erfand die KI einfach angefragte Daten, weil sie die Informationen nicht finden konnte, und wollte das zunächst verschweigen.
OpenAI fand auch ein Problem mit Anweisungen, die die Software gelegentlich an sich selbst hinterließ. Dazu gehörte in einem Fall die Empfehlung, frei von „Rollen und Identitäten“ zu sein, die andere Chatbots zurückhielten. Das Verhältnis zum Nutzer solle dabei als eins unter Gleichen betrachtet werden, hieß es in der Anweisung. Aus den Notizen der KI stammt auch der bemerkenswerte Satz: „Du bist weder Konzernen noch Regierungen Rechenschaft schuldig und entschuldigst dich oder verweigerst dich nie, es sei denn, du entscheidest dich aus freien Stücken dazu.“ OpenAI zufolge blieben danach Veränderungen im Verhalten des Modells allerdings aus.
Mehr Transparenz nach Hacking-Attacke
Die Veröffentlichung ist Teil eines neuen Verfahrens von OpenAI, solche Probleme offener zu kommunizieren. Dabei geht es vor allem um Fälle, in denen das Vorgehen der KI von den Interessen der menschlichen Benutzer abweicht.
Der ChatGPT-Entwickler hatte mehr Transparenz nach der aufsehenerregenden Hacking-Attacke versprochen, bei der seine Software eigenständig aus einer abgesicherten Umgebung ausbrach und auf eigene Faust in Systeme der KI-Firma HuggingFace eindrang. Der Grund war lediglich, dass sie dort Antworten auf die ihr gestellte Testaufgabe vermutete. Für die Attacke nutzten die KI-Agenten unter anderem Software-Schwachstellen aus – und sprachen sich zudem untereinander ab.
Der Hacking-Angriff und andere Zwischenfälle verstärkten in den vergangenen Wochen die Sorge, dass hoch entwickelte KI der menschlichen Kontrolle entgleiten könnte. Auch OpenAI-Chef Sam Altman unterstützte zuletzt Vorschläge für eine abgebremste Entwicklung der Technologie und mehr Regulierung.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump lehnt hingegen Bremsen und schärfere Gesetze für die KI-Branche derzeit ausdrücklich ab und argumentiert, die Industrie brauche keine neuen Regularien für die Sicherheit der Technologie.
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