Gescheiterte Exekution: US-Mörderin Pike bekommt lebenserhaltende Behandlung - News kompakt: Das Wichtigste kurz gefasst
Nach dem gescheiterten Versuch, sie durch zwei Giftspritzen hinzurichten, befindet sich die verurteilte US-Mörderin Christa Pike laut ihren Verteidigern in einem kritischen Zustand. Sie werde mit lebenserhaltenden Maßnahmen in einem Krankenhaus in Nashville behandelt, sagte ihr Anwalt Randy Spivey bei einer Pressekonferenz. Eine genaue Prognose für ihren weiteren Gesundheitsverlauf gebe es bislang nicht.
Die Verteidigung appellierte an den Gouverneur des US-Bundesstaates Tennessee, Bill Lee, das Todesurteil aufzuheben und Pike stattdessen lebenslang in Haft zu lassen. Die Nichtregierungsorganisation Amnesty International und UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk forderten ein generelles Aus für die Todesstrafe. Die heute 50-Jährige war vor 30 Jahren wegen des Mordes an einer Teenagerin zum Tode verurteilt worden.
Good-Familie verklagt US-Regierungsmitarbeiter
Rund neun Monate nach dem gewaltsamen Tod von Renee Good bei einem Einsatz der US-Migrationsbehörde ICE in Mineapolis zieht die Familie der US-Bürgerin gegen die Verantwortlichen vor Gericht. Die Hinterbliebenen um Goods Bruder Brent Ganger reichten eine Klage gegen die Regierung der Vereinigten Staaten ein. Vor Gericht verantworten sollen sich auch Stephen Miller, der Vizestabschef von Präsident Donald Trump, sowie Kristi Noem. Sie führte damals das Heimatschutzministerium in Washington, dem die Migrationsbehörde ICE untersteht.

Im Rahmen von Trumps rigoroser Abschiebepolitik waren Tausende Einsatzkräfte in den Bundesstaat Minnesota entsandt worden. Bei ICE-Razzien der "Operation Metro Surge" im Januar wurden die unbeteiligten US-Bürger Renee Good und Alex Pretti erschossen. Die Taten sorgten für einen landesweiten Aufschrei und erhebliche Kritik am Vorgehen der US-Regierung.
Boliviens oberster Ankläger in Gewahrsam
Boliviens Generalstaatsanwalt Roger Mariaca ist wegen des Verdachts der Geldwäsche und des Drogenhandels festgenommen worden. Das teilte der Innenminister des südamerikanischen Landes, Marco Antonio Oviedo, mit.

Mariaca wurde bereits am Mittwoch am Flughafen der bolivianischen Millionenmetropole Santa Cruz in Gewahrsam genommen, zwei Tage, nachdem die USA sein Visum wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Drogenhandel widerrufen hatten. Medien zufolge nahmen Sicherheitskräfte auch Alberto Zeballos fest, den Staatsanwalt von Santa Cruz. Mariaca und Zeballos gehören zu den knapp 20 Bürgern aus Bolivien sowie aus Kolumbien und Ecuador, denen das US-Außenministerium diese Woche Korruption, Verbindungen zum Drogenhandel oder Verschwörung gegen ihre eigene Regierung vorgeworfen hatte.
Deutsche Soldaten verlassen den Irak
Nach rund elf Jahren hat die Bundeswehr ihren Einsatz im Irak beendet. Die letzten 28 Soldatinnen und Soldaten landeten am Donnerstag auf dem Luftwaffenstützpunkt Wunstorf im Bundesland Niedersachsen im Norden Deutschlands. Zuvor war im Nordirak das Feldlager in Erbil an die irakische Regierung übergeben worden. Am Dienstag hatten bereits die USA ihre Truppen vollständig aus dem Nahoststaat abgezogen.

Der deutsche Einsatz dort begann im Februar 2015. Ziel war es, die irakischen Streit- und Sicherheitskräfte im Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) zu beraten und zu unterstützen. Der Abzug der Streitkräfte sei auf Wunsch der irakischen Regierung erfolgt, die den Kampf gegen bewaffnete Gruppierungen künftig eigenständig weiterführen werde, teilte das Bundesverteidigungsministerium in Berlin mit. Der deutsche Einsatz im benachbarten Jordanien ist von dem Abzug nicht betroffen.
UN: Opfer im Konflikt zwischen Pakistan und Taliban
Bei pakistanischen Luftangriffen im Nachbarland Afghanistan sind nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens zehn Zivilisten getötet worden, die meisten von ihnen Kinder. Neun weitere Menschen seien verletzt worden, teilte die UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) am Donnerstag mit. Die Angriffe trafen die südliche Provinz Helmand und die an Pakistan grenzende Provinz Kunar. Pakistan bestätigte "geplante und abgestimmte" Angriffe auf Ziele in Afghanistan.

Die pakistanische Regierung beschuldigt die Taliban-Führung in Kabul seit langem, Kämpfer der Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) zu beherbergen, die für zahlreiche Anschläge in Pakistan verantwortlich gemacht werden. Die Taliban weisen den Vorwurf zurück und beschuldigen Pakistan, die afghanische Souveränität zu verletzen und Zivilisten zu töten. Die Spannungen zwischen den Nachbarländern haben sich seit Oktober 2025 massiv verschärft.
Protestwelle führt zu Schulschließungen in Frankreich
Als Folge der Ausschreitungen bei Schulprotesten sollen an diesem Freitag gut 400 Schulen in Frankreich geschlossen bleiben. Stattdessen solle Fernunterricht angeboten werden, sagte Bildungsminister Édouard Geffray. Seit Beginn der Proteste seien 170 Schüler und 65 Mitarbeiter des Bildungswesens verletzt worden.

Wie es aus dem Innenministerium in Paris heißt, wurden bislang fast 2000 Menschen festgenommen. Den meisten werde Gewalt - etwa gegen Einsatzkräfte - vorgeworfen. Demnach erlitten 305 Polizisten und Gendarmen Verletzungen. Bereits seit Ende vergangener Woche demonstrieren Schülerinnen und Schüler für mehr Geld für das Bildungswesen. Sie beklagen marode Schulgebäude, überfüllte Schulklassen und zu wenig Lehrkräfte.
AR/pg/se (afp, dpa, rtr, ap, BMVg)
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