Laschet stützt Merz - und rügt die CDU-Ministerpräsidenten
Sehen Sie hier die Sendung "maybrit illner" vom 10. September 2026.
10.09.2026 | 61:58 minMehr Rückendeckung brauche der Kanzler, fordert Armin Laschet bei "maybrit illner" - und zwar aus der eigenen Partei.
Dass Merz sich explizit selbst einen Anteil am historisch schlechten CDU-Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt zugeschrieben hatte und angekündigt habe, seinen Stil zu verändern, hält Laschet für "ehrenwert". Ganz anders beurteilt er die weitgehende Abwesenheit der CDU-Ministerpräsidenten bei der jüngsten Tagung des Parteipräsidiums.
Ich wäre als Ministerpräsident, wenn ein anderer Bundesvorsitzender in so einer schwierigen Lage gewesen wäre, hingegangen.
Armin Laschet, CDU-Politiker
Erst recht, weil einige Landeschefs zugleich ebenfalls in Berlin waren, "hätte man da gut hingehen können - und sollen". Man müsse sich in der CDU stärker als Team begreifen.
Trotz der Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt sei die Unions-Fraktion „sehr stabil und sehr entschlossen“, so CDU-Fraktionschef Thorsten Frei.
09.09.2026 | 4:39 minJournalist: "Die schwierigen Entscheidungen kommen noch"
"Jetzt steht zwischen Friedrich Merz und dem Scheitern nichts mehr. Er muss das Blatt wenden, oder er wird gehen", sagt der Journalist Robin Alexander.
Wenn die anstehende Wahl in Mecklenburg-Vorpommern für die CDU dramatisch verloren gehe, wäre dies wie ein Gefühlsverstärker für alle Unzufriedenen in Berlin.
Und die schwierigen Entscheidungen kommen noch.
Robin Alexander, Journalist
Die Regierung müsse noch eine Menge Reformen mit einer dünnen Mehrheit durchbringen.
Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt ziehen SPD und Union unterschiedliche Konsequenzen. Laut ZDF-Korrespondentin Andrea Maurer könnte es nun schwer werden, die geplanten Reformen zu verabschieden.
10.09.2026 | 0:53 minÖzdemir fordert "positive Erzählung"
Es könne kein Weiter-so geben, sagt Cem Özdemir (Grüne), Ministerpräsident in Baden-Württemberg. Es gelte, die Inhalte der Politik und die Art, wie Politik gemacht wird, grundsätzlich in Frage zu stellen.
Wir werden alles unterstützen, was die Regierung an Vernünftigem macht. Aber sie muss es jetzt halt auch mal machen.
Cem Özdemir, Ministerpräsident Baden-Württembergs
Seine Kritik: "Wir arbeiten uns komplett an der Agenda ab, die die AfD vorgibt. Aber ich höre keine positive Erzählung." Die Politik solle aufhören, das Land in die Tonne zu treten. Viel zu viel werde bei Entscheidungen danach geschaut, was der Person oder der Partei nutzt. Dabei müsse das Land zuerst kommen.
Nach dem Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt tritt die AfD im Bundestag selbstbewusst und laut auf. Bundeskanzler Merz und die anderen Fraktionen halten dagegen.
09.09.2026 | 2:55 minJuristin wünscht sich Diskussion um AfD-Themen
Bei der Ursachenforschung der AfD-Erfolge habe man sich laut der Rechtswissenschaftlerin Frauke Rostalski zu oft mit der These begnügt, dass mit den Menschen etwas nicht stimmt. Dabei seien die Gründe, warum die AfD gewählt wird, eindeutig zu identifizieren. Es gehe den Wählern um Themen wie Einwanderung und innere Sicherheit sowie die fehlende Aufarbeitung der Corona-Zeit.
Anstelle gesellschaftlicher Brandmauern würde sich Rostalski ernsthafte Diskussionen um Sachargumente wünschen. Dafür müsse man einander erst einmal wieder als gleichberechtigte Gesprächspartner anerkennen.
Die AfD habe auf die Verlustängste der Menschen in Sachsen-Anhalt eine positive Erzählung aufgesetzt, sagt die Journalistin Sabine Rennefanz. Dieser Ansatz gelinge den Mitte-Parteien nicht mehr.
„Alles keine guten Aussichten für die Reformvorhaben“: Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt setzt die Bundesregierung zusätzlich unter Druck, sagt ZDF-Korrespondent Mathis Feldhoff.
08.09.2026 | 2:51 minGemischte Ansichten zu AfD-Verbotsverfahren
Gemischt sind die Reaktionen auf ein mögliches AfD-Verbotsverfahren. "Ich bin sehr skeptisch, was das Verbot der ganzen Partei angeht", sagt Rennefanz. Was passiere eigentlich am Tag danach mit den Volksvertretern, und was passiere auf den Straßen? Zudem müsse man dann sehr vielen Wählern mitteilen, dass ihre Stimmen im Grunde illegitim seien.
Rechtswissenschaftlerin Rostalski geht davon aus, dass ein Verbotsverfahren keinen Erfolg haben würde. Laschet hält den Versuch politisch für unklug. Özdemir wirbt für Verbotsverfahren in den Bundesländern, wo die Partei erwiesenermaßen verfassungsfeindlich ist. Journalist Alexander erinnert an Merz' Aussage, die AfD bereite ethnische Säuberungen zu: "Wenn er das ernst meint, muss er das prüfen lassen beim Verfassungsgericht."
Über dieses Thema berichtete "maybrit illner" am 10.09.2026 ab 22:15 Uhr.
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