Illegal deponierter Abfall: Starben deshalb Tausende Forellen?

«Causa Blausee»
Illegal deponierter Abfall: Starben deshalb Tausende Forellen?War illegal deponierter Abfall für das Fischsterben verantwortlich? Fünf Jahre nach Bekanntwerden des Falls beginnt der erste Prozesstag zur «Causa Blausee».
Darum geht's
Am Mittwoch beginnt der erste Prozesstag in der «Causa Blausee».
- Am Mittwoch beginnt vor dem Wirtschaftsstrafgericht Bern der Prozess zur Causa Blausee.
- Im Steinbruch Mitholz sollen über 4000 Tonnen verschmutztes Material als sauberer Aushub deklariert worden sein.
- Dem Beschuldigten werden Betrug, Urkundenfälschung und Sachbeschädigung mit rund 835’000 Franken Schaden vorgeworfen.
- Das Urteil soll am 10. November eröffnet werden.
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04.11.2026
Mi 08:49
Gerichtsverhandlung wird eröffnet
Die Verhandlung vor dem kantonalen Wirtschaftsstrafgericht in Bern ist eröffnet. Zum Auftakt wird ein ehemaliger Mitarbeiter des betroffenen Transportunternehmens befragt. Der vorgeladene Mann macht jedoch von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und schweigt.
04.11.2026
Mi 07:43
Hat illegal deponierter Abfall das Fischsterben verursacht?
Zehntausende tote Forellen, illegal deponierte Abfälle und der Vorwurf eines Betrugs über 90’000 Franken: Am Mittwoch beginnt vor dem kantonalen Wirtschaftsstrafgericht der erste Prozess zur Hauptfrage im Fall Blausee.
Im Zentrum steht ein Transportunternehmer aus der Agglomeration Bern. Seine Chauffeure sollen während Jahren verschmutzte Bauabfälle aus dem Kanton Zürich in den Steinbruch Mitholz gebracht und dort als sauberen Aushub deklariert haben. So sollen sie Deponiegebühren gespart haben, 8 statt 20 Franken pro Tonne. Dabei liegt der Steinbruch in einer Grundwasserschutzzone, in der nur unverschmutzter Aushub zur Wiederauffüllung verwendet werden darf.
Unterhalb des Steinbruchs liegt die Forellenzucht Blausee, in der Zehntausende Fische starben. Deren Besitzer vermuten, dass Giftstoffe aus dem Steinbruch für den Tod der Fische verantwortlich sind. Die Steinbruchbetreiberin Vigier bestreitet diesen Zusammenhang.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmer Betrug, mehrfache Urkundenfälschung, qualifizierte Sachbeschädigung im Wert von 835’000 Franken und Verstösse gegen das Gewässerschutzgesetz vor. 13 Lastwagenfahrer wurden bereits rechtskräftig verurteilt. Für den Unternehmer gilt die Unschuldsvermutung.
Flurin Pestalozzi (flu) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Korrespondent in Bern.
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