ESPNConnelly: These top teams should be on upset alert this weekendESPN DeportesPrimer vistazo a los enfrentamientos de las Series DivisionalesThe Jerusalem PostShmini Atzeret haftarah: The Temple Mount is no longer silentRTP DesportoSeleção portuguesa a norte prepara-se para a receção de domingo à NoruegaDaily MaverickSAPS IN CRISIS: 800 dockets for one detective, undermined forensic services — Auditor-General’s critical SAPS findingsPunchJigawa NYSC coordinator warns corps members against cultismInquirer8 arrested for alleged illegal fuel trading in TarlacBollywood HungamaEXCLUSIVE: BIG BREAKTHROUGH for Salman Khan’s Maatrubhumi as it gets government clearance; revised film shows India-China ties in a positive lightZDF heuteAktuelle Pressemitteilungen des ZDFThe RegisterCalifornian accused of shipping $300M worth of Nvidia chips to China without Uncle Sam’s approvalVanguard2027: Results transmission, violence, intimidation, security collusion top risks, say stakeholdersBillboardBehind Music Companies’ Stock Market Stumble: ‘They Are Caught in Crosswinds’
The Daily Newsstand · Free, Always
Friday, October 2, 2026

Depression: Autoritäre Erziehung macht Kinder krank

Translate

Alle Eltern kennen das: das Kind bekommt eine Aufgabe und lässt sich davon ungefähr so beeindrucken, als hätte man mit dem Toaster gesprochen. Irgendwann ist der elterliche Puls bei 180 und es gibt Geschrei. Ist nicht schön, passiert aber.

Problematisch wird es dann, wenn der Erziehungsstil hauptsächlich von derart negativen Interaktionen geprägt ist. Eine aktuelle Studie aus China kommt zu dem Schluss, dass harte, autoritäre Erziehung das Risiko für depressive Symptome und aggressives Verhalten bei Kindern erhöht. Damit bestätigen die Forschenden etwas, das andere Experten und Expertinnen ebenfalls beobachten.

Eine harte, autoritäre Erziehung ist mehr als einzelne Ausraster. Vielmehr gehe es hier "um unterschiedliche Formen von Gewalt, Disziplin und Kontrolle", sagt Psychiater und Psychologe Stephan Bender.

Gewaltvolle Erziehung erhöht das Risiko für Depressionen

Schläge oder körperlicher Zwang seien dabei nur eine Form der Gewalt. Die andere ist psychischer Natur: verletzende Kritik, aggressive Sprache, Manipulation oder Liebesentzug. Gut möglich, dass Kinder dann zwar auf der Stelle gehorchen, aber dieser angstgetriebene Gehorsam hat einen Preis. "Eine gewaltvolle Erziehung fördert Ohnmachtssituationen und die sind ein wichtiger Risikofaktor für Depressionen", sagt Bender im DW-Gespräch. "Eine chronisch zu harsche Erziehung ist durchaus eine chronische Traumatisierung."

Kinder, die immer wieder die Erfahrung machten, dass sie als Person mit ihren Gefühlen nicht berücksichtigt würden, könnten ihre Emotionen schlechter wahrnehmen und regulieren, sagt Bender. Wer mit Gewalt und ohne Freiheiten erzogen werde, erlebe sich auch nicht als selbstwirksam. Selbstwirksamkeit meint die Überzeugung, durch eigene Fähigkeiten Herausforderungen zu überwinden und Ziele zu erreichen. 

Damit diese Überzeugung ausgebildet werden kann, müssen Kinder lernen, dass sie Probleme eigenständig und erfolgreich bewältigen können. Selbstwirksamkeit ist wichtig, um mit Emotionen umgehen und das eigene Verhalten steuern zu lernen, und um Selbstvertrauen zu entwickeln. Eine Erziehung, die auf Gewalt und Zwang beruht, verhindere das, sagt Bender, der die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes und Jugendalters am Universitätsklinikum in Köln leitet. 

Mit ganz unterschiedlichen Folgen für die Kinder. In seinem Klinikalltag sieht Stephan Bender, dass Jungen eher zur sogenannten Externalisierung neigen: Das empfundene Leid wird nach außen getragen und äußert sich häufiger in einem gestörten Sozialverhalten bis hin zu kriminellem Verhalten.

Mädchen dagegen würden eher internalisieren, sagt der Psychiater und Psychologe Bender: "Das heißt, die bekommen emotionale Probleme, Depression, Angststörungen oder auch Essstörungen, vor allem ab der Pubertät." 

Ist Depression eine echte Krankheit?

Hinweise auf epigenetische Veränderungen durch autoritäre Erziehung

Evelien van Assche ist Psychiaterin und leitende Oberärztin der Klinik für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum in Münster. Sie hat Hinweise darauf gefunden, dass sich eine autoritäre Erziehung in der DNA verankert und so das Risiko für eine spätere Depression erhöhen könnte.

Die Psychiaterin untersuchte im Rahmen ihrer Promotion, ob sich eine autoritäre Erziehung in der Epigenetik der jugendlichen Probanden widerspiegelt. Die Epigenetik beschäftigt sich mit der Verbindung von Umwelteinflüssen auf die DNA: Sie bestimmt mit, wann welche Gene an- oder ausgeschaltet werden. Dies geschieht unter anderem durch die sogenannte Methylierung der Gene. Dabei handelt es sich um eine Genregulation, die Einfluss darauf, welche körperlichen oder psychischen Merkmale ausgeprägt werden. 

Grundlage für van Assches Studie waren vorangegangene Untersuchungen mit eineiigen Zwillingen, von denen einer eine Depression hatte. Zwei unabhängige Gruppen fanden heraus, dass der Zwilling mit der Depression eine größere Bandbreite an DNA-Methylierung aufwies als der gesunde. "Wir haben diese Analyse mit unserer Stichprobe wiederholt", sagt van Assche im DW-Gespräch. 

Mit einem ähnlichen Ergebnis: Die Jugendlichen, die ihr Elternhaus als eher gewaltvoll beschrieben, zeigten ebenfalls eine größere Methylierungsvarianz als die Kontrollgruppe. Van Assche selbst sagt, dass ihre Untersuchungen Hinweise liefern, mehr nicht. Aber eben Hinweise, die sich mit den Ergebnissen anderer Untersuchungen decken.

Was Kinder brauchen: Nähe, klare Regeln und Grenzen?

Evelien van Assche sagt, wesentlich ist, dass die Eltern emotional verfügbar seien: den Kindern zuzuhören, ihre Sorgen und Ängste ernst zu nehmen. "Wenn ich grundsätzlich eine gute Beziehung habe, dann hat vereinzeltes Sauersein natürlich eine andere Gewichtung."

Neben der emotionalen Validierung des Kindes seien aber auch Regeln und Grenzen wichtig für Kinder, sagt die Psychiaterin. Diese Erwartungen müssten offen und klar kommuniziert werden und bei Grenzüberschreitungen mit angemessenen Konsequenzen geahndet werden.

"Je jünger die Kinder sind, desto größer ist die Rolle, die die Eltern spielen", sagt Stephan Bender von der Uniklinik Köln. Deshalb hat sein Team Trainings konzipiert, in denen Eltern lernen, wie sie ihre Kinder in verschiedenen Situationen am besten unterstützen können.

Evelien van Assche ist es wichtig, zu betonen, dass die meisten Eltern vieles richtig machen. Evelien van Assche ist es wichtig, zu betonen, dass die meisten Eltern vieles richtig machen. Aber entscheidend für die Psyche der Kinder sei die Beziehung zu den Eltern. Ein weiterer Grund, seinen Kindern gut zuzuhören. 

View the original on DW Deutsch →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.