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Wednesday, September 16, 2026

Sommer 2026 – historischer Höchststand an Hitzetoten

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Der Sommer 2026 war der wärmste in Europa sei Beginn der Aufzeichnungen und hat damit das bisherige Rekordhitzejahr 2003 vom Spitzenplatz vertrieben. Das hat das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus ermittelt. 

Und auch Deutschland verzeichnet Rekorde: "Beispiellos" nennt der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Anzahl der heißen Tage im Sommer 2026. "Im Deutschlandmittel wurden rund 22 heiße Tage mit mindestens 30 Grad Celsius und etwa fünf sehr heiße Tage mit mindestens 35 Grad Celsius ermittelt", schreibt der DWD in einer Pressemitteilung Ende August. 

Und noch ein deutscher Rekord: Die geschätzte Zahl der Hitzetoten war diesen Sommer so hoch wie noch nie - mindestens 16.300 Menschen starben bis Ende August.  

Geht Deutschland das Wasser aus?

Wie wird die Zahl der Hitzetoten ermittelt? 

Die wenigsten Menschen sterben direkt an der Hitze, durch einen Hitzschlag beispielsweise. Die Todeszahlen ergeben sich vielmehr durch einen statistischen Zusammenhang zwischen den Sterbefallzahlen, die das Statistische Bundesamt in Deutschland erhebt, und den Temperaturen innerhalb eines bestimmten Zeitraums, die der Deutsche Wetterdienst misst. 

In Deutschland wird ab einer Wochenmitteltemperatur von 20 Grad Celsius mit hitzebedingten Sterbefällen gerechnet. Die Wochenmitteltemperatur ist der Durchschnitt aller stündlich gemessenen Temperaturen in einer Woche, inklusive der Nachtstunden. 

Was sind Gründe für einen Hitzetod? 

"Nicht allein die Spitzenwerte auf dem Thermometer waren entscheidend, sondern vor allem, wie lange die Hitze anhielt und dass es nachts kaum abkühlte", sagt Andreas Matzarakis, Professor für Umweltmeteorologie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg.  

In heißen Nächten schlafen viele Menschen schlechter. Genügend Schlaf ist allerdings wichtig, damit der Körper den Hitzestress des Tages kompensieren kann.

Wie stark die Belastung durch Hitze ist, hänge zudem nicht allein von der Lufttemperatur ab, sagt Matzarakis. Auch Luftfeuchte, Sonneneinstrahlung und Wind spielten eine Rolle – die sogenannte gefühlte Temperatur. Schwüle und Windstille bei gleichzeitig moderaten Temperaturen könnten ebenfalls eine hohe Belastung für den Körper sein. 

Besonders von Hitzestress betroffen sind ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen, aber auch Schwangere und Säuglinge. Hitze kann zudem negativ mit Medikamenten wie Blutdrucksenkern oder Antidepressiva interagieren. 

Weniger privilegierte Menschen gehören ebenfalls zu den stärker gefährdeten Gruppen. "Sie leben häufiger in weniger gut isolierten Wohnungen oder gehen einer Arbeit draußen nach", sagt Martin Röösli, Umweltwissenschaftler am Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut Basel. 

Bringt der Super El Niño das globale Wetter durcheinander?

"Harvesting-Effekt" erklärt die Zahl der Hitzetoten nicht ausreichend 

Ein großer Teil der Hitzetoten habe wahrscheinlich – aufgrund ihres Alters und Erkrankungen - nur noch eine kurze Lebenserwartung gehabt. Dennoch gebe es wissenschaftlichen Konsens, "dass ein Teil der Verstorbenen noch lange hätte leben können und einfach zum Zeitpunkt der Hitzewelle in einem fragilen Zustand war", sagt Röösli. 

Auch Alexandra Schneider, Meteorologin und Epidemiologin am Helmholtz Zentrum München, sagt, dass es sich bei den während der Hitze verstorbenen Menschen sehr wahrscheinlich nicht um einen reinen "Harvesting-Effekt" handelt. Dieser Effekt beschreibt, "dass eine Hitzewelle vor allem sehr vulnerable Personen einige Tage oder Wochen früher sterben lässt, so Schneider. 

Dann allerdings müsste es in den Wochen darauf eine deutliche Untersterblichkeit geben, was bisher aber nicht zu sehen sei. Deshalb gehe sie davon aus, dass ein relevanter Teil der Menschen noch Monate bis Jahre hätte leben können. 

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