Großbritannien: Burnham bietet Deutschland Kampfjet-Kooperation an
Britischer Premier in Berlin Burnham bietet Deutschland Kampfjet-Kooperation an
Stand: 08.10.2026 • 17:14 Uhr
Bei seinem Besuch in Berlin hat der neue britische Premier Burnham die Absicht einer engen Zusammenarbeit mit Deutschland unterstrichen. Für Überraschung sorgte ein Angebot im Verteidigungsbereich.
Großbritanniens Premierminister Andy Burnham hat Deutschland bei seinem Antrittsbesuch in Berlin überraschend die gemeinsame Entwicklung eines neuen Kampfjets angeboten. Er habe seine Offenheit signalisiert, dass sich Deutschland an dem Projekt beteiligen könne, sagte Burnham bei seinem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz im Kanzleramt. "Das ist etwas, das wir in der kommenden Zeit vorantreiben möchten."
Konkret geht es ihm zufolge um eine Beteiligung am GCAP-Programm. GCAP (Global Combat Air Programme) ist ein geplanter neuer Tarnkappen-Bomber, an dem sich Großbritannien, Italien und Japan beteiligen. Ein gemeinsames Kampfjet-Projekt Deutschlands mit Frankreich war erst in diesem Sommer nach langen Streitigkeiten gescheitert. Seitdem läuft die Suche nach einer Alternative.
Kensington-Vertrag tritt in Kraft
Die Verteidigungskooperation ist Teil des neuen deutsch-britischen Freundschaftsvertrages, der bereits im Juli 2025 beim Antrittsbesuch des Kanzlers in London unterzeichnet worden war. Der sogenannte Kensington-Vertrag sieht eine engere Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen von Außen- und Sicherheitspolitik wie auch der Wirtschaft vor. Es sind aber auch Erleichterungen wie etwa eine Visafreiheit für Klassenfahrten von Schülergruppen geplant.
Merz sprach von einem historischen Tag. "Dieser Vertrag eröffnet Großbritannien und Deutschland neue Möglichkeiten in der Zusammenarbeit", sagte er. "Nachdem Großbritannien die Europäische Union leider verlassen hat, machen wir jetzt wenigstens bilateral einen Vertrag."
Burnham erklärte: "In herausfordernden Zeiten - und es sind herausfordernde Zeiten - brauchen wir eine Zusammenarbeit von höchster Güte mit unseren engsten Partnern, und Deutschland ist in der Tat einer unserer engsten Partner." Der Kensington-Vertrag werde die Sicherheit in Europa verbessern, die Wirtschaft beider Länder wachsen lassen und den Lebensstandard der Bevölkerung erhöhen, sagte er.
Erste EU-Reise als Premier
Burnham kündigte konkret auch eine engere Zusammenarbeit etwa bei der Abwehr hybrider Bedrohungen an. Sowohl Deutschland als auch Großbritannien seien damit konfrontiert, "und es ist sinnvoll, diesen Bedrohungen gemeinsam zu begegnen" und sich gegenseitig bei ihrer Abwehr zu unterstützen, erklärte er.
Burnhams Besuch in Berlin war in seinem neuen Amt die erste Auslandsreise in ein EU-Land, nachdem er zuvor bereits die Ukraine und die USA besucht hatte. Als erster britischer Premier seit dem Brexit vor etwa zehn Jahren hatte er in den vergangenen Wochen zudem konkret von der Möglichkeit zur Rückkehr in die EU gesprochen.
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