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Saturday, September 12, 2026

Chaos Communication Congress zieht um

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Der Chaos Computer Club (CCC) wechselt den Veranstaltungsort für seinen traditionsreichen Jahresendkongress. Nach acht Ausgaben im Congress Center Hamburg (CCH) zieht der „Chaos Communication Congress“ zum Jubiläum weiter. Die 40. Auflage der Veranstaltung, der 40C3, wird vom 27. bis 30. Dezember 2026 in den Hallen der Messe Hamburg stattfinden. Damit bleibt das Großevent der Hansestadt treu, zieht aber in die direkt benachbarten Messehallen unweit des Schanzenviertels um.

Unter dem am Freitagabend bekanntgegebenen Motto „Model Citizens“ soll der 40C3 als Plattform dienen, um gemeinsam neue gesellschaftliche Modelle zu erarbeiten. Die Veranstalter heben hervor, dass der Kongress angesichts gesellschaftlicher und politischer Veränderungen weiterhin als Gegenentwurf fungieren solle. Unterschiede seien dafür eine Bereicherung. Das Miteinander steht der Ankündigung nach im Mittelpunkt des Events, das als größtes nichtkommerzielles Hackertreffen gilt. Getragen wird das Stelldichein der Szene von Tausenden ehrenamtlichen Helfern („Engeln“) sowie voraussichtlich mehr als 16.000 Teilnehmenden, die das Programm aktiv mitgestalten sollen.

Hauptgrund für den Standortwechsel ist das stetige Wachstum der Community. Das CCH sei schlicht an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen, heißt es beim CCC. Bei der Wiederaufnahme der Präsenzkongresse nach der Corona-Pandemie habe das CCH zwar eine hervorragende Infrastruktur mit fertigen Bühnen und festen Räumen geboten. Zuletzt habe die hohe Personendichte aber dazu geführt, dass Freiräume stark zurückgeschnitten werden mussten. Weder für Vorträge, Ruhezonen noch für dezentrale Projekte und Partys stand ausreichend Fläche zur Verfügung. Wünsche der Community nach eigenen Räumen und Installationen seien daher zwangsweise zunehmend unerfüllt geblieben.

Dass der Kongress inhaltlich maßgebliche Akzente setzt, demonstrierten bereits Highlights der vorangegangenen Ausgabe auf dem 39C3. Dort analysierten Sicherheitsexperten etwa den aktuellen Status quo der IT-Sicherheit: Vom „Cyberdome“ bis hin zur Flut an syntaktischem „AI Slop“. Angesichts drohender Ransomware-Szenarien forderten Hacker augenzwinkernd ein Trainingsprogramm nach Art von „Bundesdatensicherungsspielen“, da regelmäßige und funktionierende Backups in der nahen Zukunft zum extremen Leistungssport zu werden drohten.

Ebenfalls für Aufsehen sorgte etwa eine Demonstration zu humanoiden Robotern, bei der Forscher zeigten, wie anfällig solche Systeme sind: Die vorgeführte Angriffspalette reichte von der Übernahme per Funk bis zum direkten Jailbreak der integrierten KI-Modelle. Auch das Gesundheitssystem geriet erneut ins Visier der IT-Experten: Auf dem 39C3 legte ein Sicherheitsforscher weitere Schwachstellen in der E-Ärztepost KIM offen.

Mit dem Umzug in die Messehallen will die intergalaktische Organisation nun genau diesem breit gefächerten Themenspektrum und der kreativen Experimentierfreude wieder mehr Raum geben. Ziel ist es, dem Chaos mehr dezentrale Gestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen. Die Erfahrungen aus den Jahren in der Messe Leipzig vor Corona sollen dabei helfen, die großen Hallen kreativ zu strukturieren.

Um ein Gefühl der Verlorenheit in den weitläufigen Flächen zu vermeiden, plant der CCC die Einrichtung spezifischer Kieze. Sie sollen Geborgenheit vermitteln und gleichzeitig das Erkunden der Vielfalt der Szene ermöglichen. Schlagartig wird das Areal dem Plan nach nicht komplett „übernommen“: der CCC besteht auf ein behutsames Wachstum, um den kommunikativen Charakter der Veranstaltung zu bewahren.

Auch für das Programm bringt der Raumgewinn laut dem Club Vorteile. Neben den Vorträgen auf der Hauptbühne sollen die dezentralen Gruppen sogenannte Habitate erhalten. Das verspricht mehr Platz für eigene Workshops, Vorträge und Ausstellungsflächen. Werbe- und Verkaufsstände bleiben nach wie vor konsequent ausgeschlossen.

Parallel dazu laufen Aufrufe zur inhaltlichen Mitgestaltung: Über den „Call for Content“ sucht der CCC Referenten. Ein „Call for Art“ soll Kunstschaffende ansprechen. Auch für die musikalische Untermalung auf den Bühnen und im „Punk-Späti“ für „anarchische und antifaschistische Darbietungen in gewohnt herzlich-rauer Atmosphäre“ werden Mitwirkende gesucht.

Trotz der vergrößerten Fläche verspricht der Veranstalter eine stabile Preisstruktur. In Verhandlungen mit der Messe Hamburg habe vereinbart werden können, dass der Wechsel zu keinen Kostensprüngen bei den Tickets führt. Abgesehen von „inflationsbedingten“ Anpassungen sollen die Eintrittskarten für die Teilnehmenden erschwinglich bleiben. Ein Standardticket für den 39C3 schlug mit 190 Euro zu Buche.

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