Astronomisches Ereignis: Mit dem Äquinoktium beginnt der Herbst - und der Frühling

Astronomisches EreignisMit dem Äquinoktium beginnt der Herbst - und der Frühling
22.09.2026, 17:11 Uhr
Von Jana Zeh
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Zweimal im Jahr kommt es zu einem astronomischen Ereignis, das einen außergewöhnlichen Namen trägt: Äquinoktium, einfachheitshalber auch als Tagundnachtgleiche bezeichnet. Mit dem Äquinoktium wird sowohl der Herbst als auch der Frühling eingeleitet.
Der Herbst beginnt auf der Nordhalbkugel in der Nacht zum 23. September mit einem astronomischen Ereignis: dem sogenannten Äquinoktium. Diese Bezeichnung ist der Fachbegriff für die Tagundnachtgleiche. So werden einfachheitshalber die beiden Tage eines Jahres bezeichnet, bei denen die Dauer des Tages, also von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, und die der Nacht nur gering voneinander abweicht - also fast gleich lang sind. Es gibt die Frühlings- und die Herbsttagundnachtgleiche.
Der genaue Zeitpunkt für dieses astronomische Ereignis wurde von Fachleuten in diesem Jahr für 2.05 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit errechnet. In diesem Moment überquert die Sonne den Himmelsäquator von Norden nach Süden. Was auf der Nordhalbkugel den Herbstbeginn markiert, ist auf der Südhalbkugel der Erde der Beginn des Frühlings.
Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen wechseln sich ab
Die Jahreszeiten entstehen durch die Neigung der Erdachse und die daraus resultierende unterschiedliche Einstrahlung während des Umlaufs der Erde um die Sonne. Während sich die Erde in 365 Tagen einmal um die Sonne bewegt, bleibt der Neigungswinkel der Erde von rund 23,5 Grad immer gleich. Diese Schieflage in Bezug auf die Sonne hat zur Folge, dass mal die Nordhalbkugel und mal die Südhalbkugel der Sonne mehr und länger zugewandt ist.
Treffen die Strahlen der Sonne in einem steilen Winkel auf die Südhalbkugel, dann ist dort Sommer und gleichzeitig auf der Nordhalbkugel Winter - und umgekehrt. Nicht der Abstand zur Sonne entscheidet über die Jahreszeiten, wie manchmal fälschlicherweise angenommen wird, sondern Einfallswinkel und Dauer der Sonnenstrahlung auf die jeweilige Hemisphäre.
Mit der Sommersonnenwende, ebenfalls ein astronomisches Ereignis, wird der Sommer eingeläutet. Ab diesem Zeitpunkt werden die Tage wieder kürzer, und zwar bis zur Tagundnachtgleiche. In diesem Jahr war der Zeitraum zwischen Sommersonnenwende und Herbsttagundnachtgleiche genau 93 Tage und 15 Stunden lang. Herbst und Frühling sind die Übergangszeiten zwischen Winter und Sommer. Diese Jahreszeiten werden durch Herbst- und Frühlingstagundnachtgleiche eingeläutet.
Tagundnachtgleiche ist nur in einer Region gegeben
Obwohl die Bezeichnungen Äquinoktium oder Tagundnachtgleiche versprechen, dass der Tag und die Nacht mit zwölf Stunden genau gleich lang sind, ist das genau genommen nur direkt am Äquator so. Der lichte Tag ist an anderen Orten auf der Nordhalbkugel zwischen 8 und 14 Minuten länger als die darauffolgende Nacht.
Das hat zwei Hauptursachen:
Die Lichtbrechung: Da die Atmosphäre der Erde das Licht der Sonne bricht, sieht man das Sonnenlicht bereits, obwohl sich die Sonne noch unter dem Horizont befindet.
Da die Zahlen für die Berechnungen für Auf- und Untergang der Sonne auf ihren Mittelpunkt gelegt werden, kommt es zu einer zeitlichen Verschiebung. Der obere Rand der Sonne ist früher sichtbar und verschwindet beim Untergang später als in den Berechnungen angegeben.
Auch das tatsächliche Gleichgewicht der Tages- und Nachtstunden hat einen Namen. Es wird Äquilux genannt. In Berlin beispielsweise sind Tag und Nacht erst am 25. September exakt gleich lang.
Übrigens: An jedem Äquinoktium gibt es die schnellsten Sonnenuntergänge im Jahr. Da die Sonne an diesen Tagen in einem extrem steilen Winkel, also fast senkrecht auf den Horizont trifft, verschwindet sie auch besonders schnell hinter dem Horizont.
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