Ermittler bestätigen Terrorakt: Flydubai-Copilot griff mit Notaxt an - und hatte Flugverbot im Oman

Plan war ein "Terrorakt"Flydubai-Copilot hatte wegen "radikaler Ideologie" Flugverbot im Oman
03.10.2026, 08:54 Uhr
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Auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv greift ein Copilot aus dem Oman den Piloten mit einer Notaxt an. Der Plan: Er möchte das Flugzeug vorsätzlich zum Absturz bringen. Gerade so können Flugkapitän und Passagiere das Unglück verhindern. In seiner Heimat waren die radikalen Ansichten des Copiloten längst bekannt.
Der Copilot, der den Kapitän eines Flydubai-Flugs nach Israel angegriffen und Flug 1073 in einen Sturzflug geschickt hat, durfte Medienberichten zufolge im Oman nicht mehr fliegen. Grund seien radikale ideologische Ansichten gewesen, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Laut dem US-Sender CNN verlor der Mann deshalb im vergangenen Jahr seine Stelle bei Oman Air, der nationalen Fluggesellschaft des Oman.
Wie das "Wall Street Journal" weiter berichtet, sei der Pilot trotz des Flugverbots anschließend von Flydubai eingestellt worden. Es sei nicht bekannt, ob der Oman andere Länder und Fluggesellschaften über die extremistischen Ansichten des Mannes informiert habe.
Die Ermittlungen zu dem Vorfall werden federführend von den Vereinigten Arabischen Emiraten geleitet. Der Generalstaatsanwalt der VAE teilte am Morgen mit, dass der Copilot den Piloten auf dem Flug nach Israel mit einer Notaxt im Cockpit angegriffen und einen "Terrorakt" geplant habe. Zuvor war bereits berichtet worden, dass der Mann das Flydubai-Flugzeug in Israel zum Absturz zu bringen wollte.
Der amerikanischen TV-Sender ABC News berichtet unter Berufung auf hochrangige Geheimdienst- und Strafverfolgungsbeamte, der Mann sei bereits während seiner Ausbildung zum Copiloten im Besitz extremistischer Materialien gewesen. Er durfte demnach weiterhin in einer Verwaltungsfunktion bei Oman Air arbeiten. Nach seiner Festnahme soll er mit den Ermittlungsbehörden kooperieren.
Die Erkenntnisse decken sich mit Berichten arabischer Medien. Der saudi-arabische Nachrichtensender Al-Arabiya berichtet unter Berufung auf eine informierte Quelle, die Behörden im Oman hätten festgestellt, dass der Copilot extremistische Ansichten vertrete. Der Sender meldet zudem, dass sich der Mann zeitweise in Syrien aufgehalten habe. Das habe die Sorge geweckt, er könnte von radikalen Gruppen beeinflusst worden sein.
Flydubai und die omanische Regierung haben nach Angaben des "Wall Street Journal" nicht auf Nachfragen zu den Erkenntnissen reagiert.
Wie CNN berichtet, existierte unter dem Namen des Copiloten ein LinkedIn-Profil, das inzwischen gelöscht wurde. Auf diesem sollen Stunden nach dem beinahe Absturz der Flydubai-Maschine zwei Posts abgesetzt worden sein, die Verbindungen zur Terrororganisation Al-Kaida nahelegen. Wer diese veröffentlicht hat und ob sie im Voraus geplant wurden, ist unklar. In einem der Posts war laut CNN ein Video enthalten, das mit einem Foto des früheren Al-Kaida-Chefs Ayman al-Zawahiri endet.
Den Angaben zufolge befinden sich sowohl der Pilot von Flug 1073 als auch der Copilot derzeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Pilot liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Wo genau sich der Copilot aufhält, ist unklar.
Die israelischen Sicherheitsbehörden hoffen, dass sie den Mann verhören können. Sie wollen unter anderem herausfinden, ob er als Einzeltäter gehandelt hat oder Teil eines terroristischen Netzwerks war.
Die Flydubai-Maschine war am Mittwoch nach Einschätzung der israelischen Regierung nur knapp einem Terroranschlag entgangen. Das Flugzeug war auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als es massiv an Höhe verlor.
Nach Angaben des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu hatte der Copilot den Piloten mit einem Messer niedergestochen, um das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Augenzeugen zufolge drangen mehrere Passagiere in das Cockpit ein und überwältigten den Copiloten. An Bord der Flydubai-Maschine, die später sicher landen konnte, waren 174 Passagiere.
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