Mittwoch: KI-Insolvenz nach Suizid-Klagen, KI-Vereinfachung der App-Entwicklung
Das KI-Unternehmen Character.ai steht aufgrund von Überschuldung vor dem Aus. Damit müssen auch Eltern verstorbener Kinder um ihren Schadenersatz zittern. Der Chatbot der Firma hatte mehrere Kinder in den Suizid getrieben. Googles KI soll hingegen Vibe-Coding vereinfachen. Denn jetzt lassen sich eigene Apps per KI-Prompt gratis und ohne Veröffentlichung im Play Store erstellen. Dafür genügt ein Google-Konto. Die für KI notwendige Hardware wird derweil immer stärker nachgefragt, sodass eine GeForce RTX 5090 inzwischen mindestens 6.500 Euro kostet. Vermutlich verschwindet diese Gaming-Grafikkarte demnächst komplett vom Markt, Nvidia benötigt die Chips für KI-Beschleuniger – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Chatbot-Betreiber Character.ai ist überschuldet und hat in den USA Gläubigerschutz beantragt. Gesucht wird jetzt jemand, der das Unternehmen kauft und weiterführt, andernfalls muss Character.ai zusperren. Disney bietet 20 Millionen US-Dollar für einen Teil der Masse, nämlich ausgewählte Forderungen Character.ais gegen Dritte sowie eine nicht-exklusive Lizenz für bestimmte Immaterialgüterrechte. Dritte sind eingeladen, im Laufe des Insolvenzverfahrens ein Überbot zu legen. Es dürfte eine Mischung aus Schadenersatzforderungen, hohen Kosten und Selbstaufgabe sein, die das vor fünf Jahren gegründete Start-up ruiniert haben. Denn beim Chatbot der Firma hapert es an Sicherheitsvorkehrungen. Mehrere Eltern haben Character.ai verklagt, weil sich die Kinder nach sehr ausgiebigen Chats das Leben genommen haben: KI-Firma Character.ai ist insolvent.
Eine KI für produktive Zwecke hebt Google im Rahmen einiger Neuerungen für den Play Store hervor. Denn das sogenannte Vibe-Coding wurde vereinfacht, die Erstellung von Apps per KI. Mit Google AI Studio lassen sich jetzt eigene Apps ohne Programmierkenntnisse durch Anweisungen an die KI erschaffen, ohne sie im Play Store zu veröffentlichen. Voraussetzung ist lediglich ein Google-Konto, ein Mindestalter von 18 Jahren und die webbasierte Entwicklungs- und Prototyping-Plattform Googles. Dies ist bislang komplett kostenfrei, sodass Nutzer frei experimentieren können. Eine derart entwickelte App ist für den Betrieb auf dem eigenen Mobilgerät gedacht, kann künftig aber auch mit Familien und Freunden geteilt werden. Eine spätere Veröffentlichung ist allerdings ebenfalls möglich: Google erleichtert das kostenlose Erstellen eigener Android-Apps per KI.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Google Ireland Limited) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
KI hat auch bei Nvidia höchste Priorität, sodass die Firma den Fokus angeblich von Gaming- auf Profi-Grafikkarten verlegt. Das Topmodell GeForce RTX 5090 soll weitgehend vom Markt verschwinden. Stattdessen verwendet Nvidia die notwendigen Blackwell-GPUs vom Typ GB202 offenbar lieber für die verwandte RTX Pro 6000 und RTX Pro 5000, wie mehrere Quellen berichten. Die Verlagerung zeichnet sich schon seit Monaten ab: Die Preise der GeForce RTX 5090 klettern immer weiter hoch, gleichzeitig verschlechtert sich die Verfügbarkeit. Das günstigste Exemplar kostet derzeit 6.500 Euro und damit fast das Dreifache von Nvidias unverbindlicher Preisempfehlung. Als 5090-Ersatz soll Nvidia eine GeForce RTX 5080 mit 24 statt 16 GByte für Anfang 2027 vorbereiten: Grafikkarte GeForce RTX 5090 klettert über 6.000 Euro und soll bald verschwinden.
Nach dem Angriff auf Kühlsysteme warnt das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik nicht nur den Einzelhandel vor Attacken. „Dieser Angriff hätte jedes Land treffen können und kann auch jetzt jederzeit Nachahmer finden“, sagt BSI-Präsidentin Claudia Plattner. „Derartige Einfallstore laden regelrecht zu Sabotage ein.“ Das BSI fordere Betreiber solcher Anlagen auf, ihre Systeme sicher zu betreiben. Dazu hat die IT-Sicherheitsbehörde des Bundes praxisnahe Empfehlungen für „Betreiber kleiner und kleinster industrieller Anlagen“ veröffentlicht, also etwa Energieerzeugungsanlagen wie vernetzte Solarwechselrichter, Kühlsysteme, einzelne Windkraftanlagen, Trinkwasserversorgungsstellen oder vergleichbare Einrichtungen. Diese unterliegen grundsätzlich keinen speziellen IT-Sicherheitsvorschriften: BSI gemahnt auch Betreiber kleiner vernetzter Anlagen.
Europäische Netzbetreiberverbände planen, sich mit einer gemeinsamen Initiative in Brüssel für einen geregelten Übergang von Kupfer- zu Glasfasernetzen zu engagieren. Dazu haben sich sechs Verbände, darunter drei deutsche, zur Digital Networks Alliance Europe (DNA Europe) zusammengeschlossen. Zu den Gründungsmitgliedern der Allianz zählen neben den deutschen Verbänden ANGA, Bundesverband Breitbandkommunikation und Verband der Anbieter im Digital- und Telekommunikationsmarkt auch der schwedische Verband Svenska Stadsnätsföreningen sowie die europäischen Interessenvertretungen Fibre Council Europe und European Competitive Telecommunications Association. Der Zusammenschluss der Netzbetreiber ist ein weiteres Indiz dafür, dass in Brüssel die Lobby-Schlacht um den Digital Networks Act (DNA) der EU in vollem Gange ist: Netzbetreiber gründen Allianz DNA Europe.
Auch noch wichtig:
- In Kürze soll der Lander Griffin-1 mit Material für die Mondstation zum Mond fliegen. Laut NASA ist er startbereit: Mondlandefahrzeug Griffin-1 ist bereit für den Flug zum Mond.
- Apple bringt erstmals eigenes HomeKit-Zubehör heraus – indirekt in Zusammenarbeit mit zwei Herstellern. Wann die Hardware nach Europa kommt, bleibt im Dunkeln: Apple zeigt Smart-Home-Hardware – vorerst ohne EU.
- Die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg will dem Datenschutzbeauftragten des Landes im nächsten Haushalt 40 Prozent der Stellen streichen: Grün-Schwarz will Datenschutzbehörde in Baden-Württemberg verkleinern.
- An die 100 Millionen US-Dollar in Kryptowährung sind Nutzern bestimmter Hardware-Wallets gestohlen worden. Denn wer den Bildschirm auslesen kann, gewinnt: Kryptodiebe verkaufen Hardware-Wallets mit heimlicher eSIM.
- „Halo“ oder „Black Ops“ laufen als inoffizielle Ports im Browser, offenbar mit KI-Hilfe dekompiliert. Publisher reagieren mit Takedowns: KI-Modelle dekompilieren Spiele für Dutzende Browser-Ports.
- Seit dem Wochenende funktioniert Software von Kaspersky gar nicht oder nur noch eingeschränkt. Auffallend ist die zeitliche Nähe zu Ausfällen bei Yandex: Auffallende Nähe der Störung bei Kaspersky zu Attacken auf russische Rechenzentren.
- „Wir wollen keine SUVs mehr“. Mit der Studie F3VER gibt DS auf dem Pariser Autosalon einen Ausblick auf einen Schrägheck-Kleinwagen auf STLA-One-Basis: DS macht Schluss mit SUV und besinnt sich beim nächsten Kleinwagen auf alte Stärken.
- Apple hat am Dienstag eine neue Multimediabox vorgestellt. Die Hardware sieht aus wie zuvor, wurde aber grunderneuert – und verteuert: Apple stellt neues Apple TV 4K vor – mit Siri AI.
- Nach langer Wartezeit hat Apple sein neues Heimgerät fertig. Damit kommt nach der Apple Watch eine neue Modellreihe hinzu. EU-Bürger brauchen allerdings Geduld: Apples neue Heimzentrale HomeView in zweifacher Ausführung.
- KI-Modelle können unvermittelt von sicheren zu gefährlichen Ausgaben wechseln. Eine neue mathematische Formel soll helfen, diesen Kipppunkt früh zu erkennen: Physiker finden Formel, wann lokale KI-Modelle plötzlich gefährlich werden.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.