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Wednesday, October 7, 2026

Anwälte fordern milderes Urteil: Christa Pike spricht nach gescheiterter Hinrichtung offenbar wieder

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Anwälte fordern milderes UrteilChrista Pike spricht nach gescheiterter Hinrichtung offenbar wieder

07.10.2026, 00:48 Uhr

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Christa Pike foltert und ermordet eine 19-Jährige, woraufhin die US-Amerikanerin zum Tode verurteilt wird. Doch sie überlebt den Hinrichtungsversuch und kommt gefesselt auf die Intensivstation. Ihre Erholung sei laut ihren Anwälten "medizinisch beispiellos".

Nach einem gescheiterten Hinrichtungsversuch ist die zum Tode verurteilte Christa Pike nach Angaben ihrer Anwälte wieder bei Bewusstsein und kann sprechen. Die 50-Jährige werde weiter intensivmedizinisch behandelt. Ihre Prognose sei noch unklar, mindestens sei aber mit einer langen Genesungszeit zu rechnen.

Pike habe bei dem Hinrichtungsversuch schwere Schäden an den Armen erlitten, erklärten ihre Anwälte. Die US-Amerikanerin sei demnach mit Handschellen und Fußfesseln an das Krankenhausbett gefesselt. Ihre Erholung sei "medizinisch beispiellos", hieß es in der Stellungnahme. Pike war nach Angaben ihrer Anwälte zuvor bewusstlos gewesen und wurde in einem Krankenhaus im Raum Nashville im Bundesstaat Tennessee künstlich beatmet.

Der zum Tode verurteilten US-Amerikanerin wurden vergangene Woche nach Angaben der Behörden die im Hinrichtungsprotokoll vorgesehenen zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht - doch sie überlebte. Zeugen berichteten, sie hätten sie noch längere Zeit schwer atmen hören können. Einer ihrer Anwälte sagte später sogar, er habe Pike nach der ersten Medikamentengabe noch sprechen und singen gehört. Schließlich wurde sie mit einem Krankenwagen in eine medizinische Einrichtung außerhalb des Gefängnisses gebracht.

Noch wenige Stunden vor dem Hinrichtungsversuch war unklar, ob die Todesstrafe überhaupt vollstreckt wird: Ein Bundesberufungsgericht hatte die Hinrichtung zunächst kurzfristig gestoppt. Pikes Anwälte wollten erreichen, dass sich die Gerichte erneut mit der Frage beschäftigen, ob schwere Missbrauchs- und Gewalterfahrungen aus ihrer Kindheit und psychische Erkrankungen bei früheren Entscheidungen über ihr Todesurteil ausreichend berücksichtigt worden waren.

Der Bundesstaat Tennessee wandte sich daraufhin an den Supreme Court. Das höchste US-Gericht hob den Aufschub noch am selben Tag wieder auf und machte damit den Weg für die Hinrichtung frei. Einen weiteren Antrag Pikes gegen die Vollstreckung hatte der Supreme Court bereits am Vortag abgelehnt.

Erste Frauen-Hinrichtung seit 200 Jahren in Tennessee

Die genaue Ursache für die gescheiterte Hinrichtung ist weiter unklar. Pikes Anwälte berichteten von erheblichen Problemen beim Legen der Venenzugänge. Einer ihrer Arme habe sich während der Hinrichtung violett verfärbt, später habe es Blasen und Verbrennungen an Einstichstellen gegeben. Pikes Anwälte forderten im Anschluss, ihre Todesstrafe in lebenslange Haft umzuwandeln, und kündigten weitere rechtliche Schritte an. In ihrer neuen Stellungnahme bekräftigten sie die Forderung an Tennessees Gouverneur, Pikes Todesstrafe in eine lebenslange Haft ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung umzuwandeln.

Die Strafvollzugsbehörde erklärte zuvor, das Hinrichtungsprotokoll sei vollständig abgearbeitet worden. Nach Angaben des Death Penalty Information Center ist in der jüngeren US-Geschichte kein vergleichbarer Fall bekannt, in dem die vorgesehenen Hinrichtungsmedikamente verabreicht wurden und der Gefangene dennoch weiterlebte.

Pike war 1996 für den Mord an der damals 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Das Opfer war 1995 in einem abgelegenen Gebiet nahe Knoxville über längere Zeit gefoltert und schließlich von Pike getötet worden. Ihre Hinrichtung wäre die erste einer Frau in Tennessee seit mehr als 200 Jahren gewesen.

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