DFB macht Weg frei: Frauen-Bundesliga wird ausgegliedert
Im deutschen Frauenfußball beginnt mit der Ausgliederung der Bundesliga eine neue Zeitrechnung. Im Rahmen des Außerordentlichen Bundestags des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) machten die Delegierten bei der digitalen Zusammenkunft am Freitag den Weg für die neue "Frauen-DFL" frei.
Neuer Ligaverband FBL übernimmt am 1. Juli 2027
Die 233 Teilnehmer stimmten einstimmig den notwendigen Satzungsänderungen für die Ausgliederung der Frauen-Bundesliga zu und billigten damit die vertraglichen Grundlagen für die Übertragung der Liga auf den Ligaverband FBL. Der Grundlagenvertrag tritt zum 1. Juli des kommenden Jahres in Kraft, er regelt die Eckpunkte der Zusammenarbeit in der dann zweigleisigen Verbandsstruktur.
Der FBL e.V. wird ordentliches Mitglied im DFB, die Ligaverbands-Präsidentin Katharina Kiel nimmt als Vize-Präsidentin einen Platz im DFB-Präsidium ein. Der Ligaverband kümmert sich künftig um die Durchführung und Vermarktung der Bundesliga.
Die Verantwortung für die Nationalmannschaften, den Jugendbereich und untere Spielklassen bleibt allerdings beim DFB. "Die Grundlage wurde geschaffen, dass wir die Frauen-Bundesliga sportlich und ökonomisch weiterentwickeln dürfen", sagte Kiel: "Die Verantwortung liegt nun in unserer Hand."
Nach einer Übergangssaison übernimmt im Sommer 2027 der neue Ligaverband Frauen-Bundesliga FBL die Liga-Organisation. Präsidentin Katharina Kiel spricht im Interview über Pläne.
21.08.2026 | 22:26 minFBL will bis zu 800 Millionen Euro investieren
Bereits Ende Juni hatten die 14 Klubs der Frauen-Bundesliga auf der Mitgliederversammlung der FBL dem ausgehandelten Grundlagenvertrag zugestimmt, ehe sich Anfang September auch auf einen Pachtvertrag verständigt wurde. "Der internationale Wettbewerb ist intensiver geworden, andere investieren erheblich. Unser gemeinsamer Anspruch muss es sein, den Frauenfußball dauerhaft in der Spitze zu verankern", sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf in Frankfurt:
Es ist eine bedeutende Richtungsentscheidung und wichtige Weichenstellung. Die Zukunft des Fußballs wird weiblicher sein.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf
Ursprünglich wollten der DFB und die FBL ein Joint Venture gründen, um die Professionalisierung der Bundesliga gemeinsam voranzutreiben. Doch nach einem Streit um Entscheidungsbefugnisse machten die 14 Klubs ihr eigenes Ding und verabschieden sich ein Vierteljahrhundert nach den Männern nun ebenfalls vom Deutschen Fußball-Bund verabschieden. Um nicht weiter von der internationalen Konkurrenz abgehängt zu werden, sollen von der FBL in den nächsten Jahren 700 bis 800 Millionen Euro investiert werden.
Was wird aus den Playoff-Ideen?
Viel Zeit kann sich die FBL bei wichtigen Entscheidungen nicht lassen. So laufen die TV-Verträge aus. Noch in diesem Jahr sollen die Medienrechte für die kommenden beiden Spielzeiten vergeben werden. "Wir sind froh, wenn wir das Erlöspotenzial erhalten. Die Reichweite steht im Vordergrund", sagte Kiel. Bislang fließen pro Jahr 5,17 Millionen Euro, alle Partien laufen bei MagentaTV und DAZN, die Montagsspiele zudem bei Sport1, ARD und ZDF übertragen ausgewählte Spiele.
Für Zündstoff sorgen FBL-Planspiele mit einem Playoff-Format gegen die Monotonie im Titelkampf. Dagegen haben sich der FC Bayern und der VfL Wolfsburg, die Meister der vergangenen 14 (!) Jahre, ausgesprochen. Entscheiden darüber soll eine Versammlung der Vereine am 30. November.
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Quelle: SID, dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDFsportstudio in dem Beitrag "Präsidentin Katharina Kiel im Interview zur Bundesliga" am 20.08.2026 um 17:05 Uhr.
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